Hamburg: Disponent legt bei Notruf auf

Hamburg – Wenn Personen den Notruf 112 wählen, dann hoffen sie auf schnelle Hilfe von Feuerwehr oder Rettungsdienst. So auch eine junge Frau in Hamburg am Dienstagmittag. Vor ihren Augen war eine Frau zusammengebrochen und nicht mehr ansprechbar. Die junge Hamburgerin setzte den Notruf ab. Der Leitstellenbeamte löcherte sie mit Fragen zum Standort und Zustand der Verletzten, anstatt umgehend den Rettungsdienst zu alarmieren. Als die Anruferin unruhig wurde, legte der Disponent einfach auf. Die junge Frau schrieb einen Blogeintrag zu diesem Vorfall. Gegenüber n-tv betonte ein Feuerwehrsprecher, dass die Hamburger Feuerwehr den Vorwürfen nachgehen werde.

Artikel: “Wenn die 112 einfach auflegt” (n-tv, 8. Juni 2011)

Blogeintrag: “112 – Ihr Anruf könnte Leben retten” (Victoriahamburg, 7. Juni 2011)

Aktuelle Anmerkung der Redaktion: Die junge Frau fügte ihrem Blog hinzu, dass die Hamburger Feuerwehr ihr nach Auswertung mitgeteilt habe, dass sich der Disponent genau an das Abfrageprotokoll bei Notrufen gehalten hätte.

25 Kommentare zu “Hamburg: Disponent legt bei Notruf auf”
  1. Einen ähnlichen Vorfall hatte ich 2006 selbst mit der Feuerwehr Hamburg erlebt:

    Ich benötigte einen Rettungswagen aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen.

    Der Leitstellenbeamte wollte mir keinen Rettungswagen schicken.

    Statt dessen verwies er mich an eine andere Rufnummer, dort sollte ich einen Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes bzw. Johanniter bestellen.

    Die Leitung dieser anderen, 5-stelligen Nummer war besetzt.

    Ich rief erneut die 112 an um nochmals um umgehende Hilfe zu bitten.

    Auch dieses Mal bekam ich keine Hilfe von der Hamburger Feuerwehr.

    Nachdem ich ein weiteres auf belegte Leitungen bei der anderen, 5-stelligen Notrufnummer stieß, rief ich die Polizei an und bat um Hilfe.

    Wenig später dann kann endlich der Rettungswagen vom Deutschen Roten Kreuz!

    Insgesamt bin ich von dem Umgang und Verhalten der Feuerwehr sehr enttäuscht.

  2. Ich habe lange überlegt, ob ich was zu dem Thema schreibe! WENN das so war wie in den Blog beschrieben, muss man an dem Disponenten zweifeln. Wie soll bitte eine (aus welchen Gründen auch immer) in ihrem Bewußtsein beeinträgtigte Person rechtswirksame Entscheidungen treffen?

    Sicher, nicht jeder Externe kann die Abläufe in einer Leitstelle nachvollziehen – aber trotzdem:

    Oft kann auch ich als sachkundiger so manche Dikussion nicht nachvoll ziehen z. B. diese:

    Ich musste einmal einen Notruf wegen eines Krampfanfalls absetzen. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn ich mich als Mitglied der FF zu erkennen gegeben hätte… Jedenfalls sagte ich wahrheitsgemäß in etwa, eine junge habe einen Krampfanfall gehabt und sei jetzt bewußtlos und ich würde Rettungswagen und Notarzt benötigen… Nicht nur, dass ich eine regelrechte Diskussion haben musste, ob es denn wirklich ein Krampfanfall sei, (wobei keine Epilepsie bekannt war und auch später nicht diagnostiziert wurde) auch ein Notarzt wurde, trotz gemeldeter Bewußtlosigkeit nicht mitalarmiert!

    Die Hilfe kam sehr schnell und war letztlich den nicht einfachen Gesamtumständen angemessen. Auf eine Beschwerde habe ich nur verzichtet weil meine Bekannte wieder bei Bewußtsein war als der RTW eintraf!

    Der RA hatte ursprünglich einen Notarzt nachfordern wollen, konnte dann aber, auch aus meiner Sicht daraufverzichten!

    Der Disponent wollte mir sicher nichts Böses! Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass eine Situation “vor Ort” oft nicht in ein Schema passt!

    Der Einsatz als solcher ist trotz nicht ganz einfacher Rahmenbedingen sehr gut verlaufen!

  3. Morshu

    OMG – Wo gibt’s denn sowas? Ich hoffe doch, dass das Konsequenzen haben wird.

  4. Stefan Simonsen

    Es wäre doch toll, wenn man in der Überschrift und im Text das Geschehen nicht als Tatsache, sondern als Vermutung bzw. Behauptung darlegen würde. Also “Disponent soll bei Notruf aufgelegt haben”. Wie immer wird die Wahrheit irgendwo zwischen den beiden Sichten liegen, eine Vorverurteilung so zu übernehmen empfinde ich als unprofessionellen Journalismus…

  5. Also ich habe schon von einigen solcher Fälle gehört und wurde selbst schon von einem Disponenten in der nächsten FW-LST angeranzt ich solle die 19222 nehmen und nicht die 112. Aber ich finde es schade wenn sich die Disponenten so aufführen.
    Leute denen so etwas passiert überlegen es sich zweimal ob sie einen Notruf absetzen oder nicht.

  6. @ Stefan Simonsen: Grundsätzlich geben ich Ihnen Recht! Aber, hier ist allein schon der Geschicht extrem. Es scheint, als sei es für den Disponenten gerade zu unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die sich nicht nach Strassennamen orientieren,oder Straßen an denen Schilder nicht leicht zu finden sind!

    Wahrscheinlich liegt die “Wahrheit” wirklich in der Mitte, selbst wenn ein Teil davon stimmt, die angeblichen Aussagen werfen kein gutes Licht auf die Leitstelle! Das darf keinem “Retter” pasieren, selbst ohne je Erfahrung als Disponent nicht!

  7. LadderKingKarl

    Der Disponent hat sich vielleicht an das Abfrageprotokoll gehalten. Aber mir stellt sich die Frage, warum ihm die Ortsangabe „Gruner & Jahr“-Gebäude und Michelwiese nicht gereicht hat und er scheinbar eine nicht ansprechbare Person zu ihrem Wohlbefinden befragen wollte. Ich denke, die Feuerwehr Hamburg sollte das mal selbstkritisch erklären.

  8. Bei manchen Fällen dieser Art wird “Sparbefehl” der Chefs doch sehr deutlich!

  9. Gerade bei sehr bekannten Gebäuden ist zudem eine Hausnummer sehr selten erkennbar. Außerdem merkt sich doch kaum einer die Adresse zu bekannten Gebäuden.

    Beim lesen der “Gesprächsaufzeichnung” in dem Blog habe ich ehr den Eindruck, dass der Zweifel an der Bewußtlosigkeit hatte… aus meiner Sicht rechtfertigt das jedoch keine derartige Reaktion!!!

  10. Stefan Simonsen

    Vielleicht noch ein Denkanstoß: Wäre es möglich, dass zeitgleich jemand den Notfall in Hamburg bei einem weiteren Kollegen in der EZ gemeldet hat und der Disponent wissen wollte, wo genau der Notfall ist, um eine Doppelalarmierung zu verhindern? Und dann aufgelegt hat (leider ohne sich zu bedanken), weil der Einsatz bereits eröffnet war, vielleicht auch, weil die Leiste schon wieder geblinkt hat? Da wir nicht dabei waren, ist das Spekulation – es in Erwägung ziehen sollte man trotzdem mal.

    Wie auch immer, ist das ganz, ganz übel gelaufen, weil die Bloggerin einen Laien-Notruf absetzen wollte, nun aber völlig verunsichert und aufgebracht ist. Wer je das Gefühl bekommen hat, sich für sein Handeln als Ersthelfer und den Notruf über 112 oder 110 entschuldigen zu müssen, der ist falsch behandelt worden und wird möglicherweise beim nächsten mal nicht mehr anrufen bzw. helfen.

    Ein Disponent sollte darauf vorbereitet sein, dass die Anrufer zu 95 Prozent aufgeregt sind weil sie in ihrem Leben vielleicht nach 30 Jahren das erste Mal in die Verlegenheit kommen, den Notruf zu wählen.

    Den Kommentaren hier zufolge bin ich aber wohl leider auch nicht der Einzige, der schon mal trotz professionellen Hintergrunds bei einem Notruf abgewimmelt oder als Klugscheißer dargestellt worden ist. Aber warum sollte es auch anders sein als vor Ort, wenn man von der RTW-Besatzung manchmal wie ein störender Depp behandelt wird, nur weil man eine professionelle Übergabe nach bereits erfolgter Anamnese machen möchte? Auch da arbeiten halt nur Menschen, die auch mal schlecht drauf sein können… :-/

  11. Also wenn das Abfrageprotokoll wirlich vorsieht das eine bewusstlose Person am telefonen Antworten soll ist das Protokoll wohl fehlerheft.

  12. Stupser

    Ich glaube kaum, das wenn man nach einem Notruf, bei dem man in hektik und stress war, ein genaues Gedächtnissprotokoll anfertigen kann.
    Warum wendet man sich nicht an die zuständigen Behörden(Behörde für Inneres,Polizei) wenn man glaubt das etwas schief lief?
    Für mich sieht das nur danach aus, als wenn hier jemand Aufmerksamkeit wollte.

  13. Tobias

    Wen ein Disponent keine Rettungsmittel alarmiert handelt es sich im Algemeinen um unterlassene Hilfeleistung, wenn durch dieses Fehlverhalten weiterer schaden an der betroffenen Person entsteht sogar um vorsätzliche Körperverletzung oder vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge. Der Disponent währe nicht mehr tragbar und müsste fristlos entlassen werden.

    @Stefan Simonsen -völlig richtig, bis der Fall nicht eindeutig geklärt ist gilt eine solche Aussage als Verleugnung, da in diesem Fall aber keine einzelne Person benannt wird, hätten alle Disponenten in Hamburg das gute Recht Strafanzeige zu stellen!!!!

  14. @ Stefan Simonsen: Laiennotruf? Auch wenn es sicher einen Unschied gibt, die Inhalte sollten gleich sein und in beiden Fällen ist der Disponent nicht vor Ort, deshalb kann er bei Expertise nicht entscheiden, ob der Partient bewußtlos ist oder sich z. B. im Tiefschlaf befindet! Doppelalarmierung? Selbst von 200 Leute erforderlich sind, um ein Memschenleben zu retten, ist das gerechtfertigt!

    @Sueder80: Kein Abfrageprotokoll sollte ein Gespräch mit dem Patienten “vorschreiben”! Es gibt zu viele Gründe warum das keinen Sinn macht: Ich habe z.B. mal einen Fall mit schwerer Atemnot erlebt! Sie nachher jede Hilfe abgeleht, ob man das akzeptiert kann nur ein Arzt entscheiden. Hätte der Disponent am Telefon mit ihr sprechen und entscheiden sollen keine Hilfe zu schicken? Problematisch oder?

    @Stupser: Bei allem Respekt, selbst wenn nicht alles genau so war, wie in dem Blog beschrieben… ich sehe keinen Grund, warum nichts davon stimmen sollte!

    Die meisten Externen sind ich solchen Fällen so “geschokt”, dass sie ehr die Öffentlichkeit suchen!

  15. Stupser

    @sven nur das in einer Stellungnahme der Feuerwehr Hamburg nach Auswertung der Tonbandaufnahme, die letzten Worte des Disponenten “Wir kommen waren”.

  16. Vor ein paar Jahren wurde im FW-Magazin darüber berichtet das in einer Stadt ein Abfrageprotokoll eingeführt wurde um besser zu entscheiden welche Art von hilfe man braucht. Das Resultat war das bei der Erstalarmierung öfters der Notarzt direkt angefordert ist. Dafür sind die Nachalarmierungen durch RTW Besatzungen für den Notarzt zurückgegangen.

    Das Ungefähre Abfrageprotokoll der Feuerwehr Hamburg findet man hier:
    http://www.hamburg.de/feuerwehr/263028/notrufabfrage-feuerwehr-hamburg.html

    Ein Bericht über die ersten Erfahrungen mit dem System steht hier:

    http://www.hamburg.de/contentblob/1156822/data/loeschblatt-33.pdf

  17. Notrufprotokoll

    Wer einmal in der Leitstelle war, der weiß wie ätzend dieses SMAP (Standarisiertes medizinisches Abfrageprotokoll) ist.
    Natürlich wird dadurch erreicht, dass man ein ziemlich präzises Einsatzstichwort (PQ-Codes) erhält, allerdings dauert die Abfrage ziemlich lange, 2 Minuten sind absolutes Minimum.
    Grade bei Einsätzen, wo eine gewisse Eile herrscht (insbesondere bewußtlose oder leblose Personen) empfand ich dieses Abfragen eher hinderlich als hilfreich.
    Was macht es für einen Unterschied ob die bewußtlose Person Vitalfunktionen hat oder wie alt sie ist?
    Egal was ich in das Protokoll eingebe, am Ende kommt als Stichwort NOTFNA raus, und RTW+Notarzt werden alarmiert.

    Der Fehler liegt also weniger beim Disponenten sondern am “System”, was bei unklaren Notfällen/Beschwerden äußerst hilfreich ist, aber bei dringenden Notfällen keinen Mehrwert hat, sondern nur Zeit kostet.

  18. Andreas

    Ich denke die Leitstelle sollte ihr Abfrageprotokoll mal überdenken.
    Gerade bei bewußtlosen Personen sollte man eine schnelle Alarmierung gewährleisten. Aber hinzu kommt das Hamburg viele Betrunkene hat, die ggf. für Laien auch unter den Bewußtlosen fallen und dafür jedesmal das NEF mitzuschicken wäre nicht im Sinne des Erfinders. Ein schwieriger Entscheidungsgrad.

    @Sven
    Woher weißt du denn was die letzten Worte des Disponenten waren??
    Fällt das nicht unter der Schweigepflicht???

  19. So etwas ist mir vor etwa einem Jahr auch passiert. Mir wurde plötzlich ohne ersichtlichen Grund schlecht, ich wollte noch zum WC, ging jedoch wie ein Stein zu Boden und konnte nur noch auf allen vieren ins Bad schleppen. Mein Körper begann sich so weit als möglich seiner Flüssigkeiten zu entledigen, Erbrechen u. Durchfall (absolut flüsssig). Mir war schwarz vor Augen. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Zum Glück war das Telefon erreichbar. Ich tipte 112. Man wollte wissen, was ich genau habe, doch eine fachgerechte Selbstdiagnose war mir in dem Zustand gar nicht mehr möglich. Ich sollte den ärztlichen Notdienst rufen und bekam eine neue Nummer. Halb schwarz vor Augen schaffte ich es, diese irgendwie zu tippen. “In unter sechs Stunden wird keiner bei Ihnen sein”, hieß es. “Wenn es dringend ist, rufen Sie noch mal den Notruf”. Das tat ich doch. Die Antwort lautete: “Das sagen die immer.” Wieder abgewimmelt gab ich erst mal auf. Ich rief die Familie zu Hilfe, die ihrerseits noch einmal den Notruf wählte. Die Notrufzentrale wollte nur wissen ob ich bei Bewußtsein sein. “Ja? Dann ist es nicht so schlim.” lautete die Antwort. Der Patient sei bereits ganz blau angelaufen erklärten wir der Leitzentrale. “Das macht nichts”, antwortete die Zentrale, “meine Finger sind auch blau”. Dreimal abgewimmelt. Nun half wirklich nur noch ein Stoßgebet zum Herrgott. Denn das ist manchmal die einzige Hilfe, die man bekommt und mehr als der Notruf je zuwege bringt. Die Notrufzentrale, die hier den Menschen in Not abgewürgt hat war zuständig für Langenfeld (Rhld.) u. Monheim am Rhein. Eines ist sicher: Den Notruf wähle ich nicht mehr (falls mir das, wie dieses Mal, überhaupt noch so halbwegs gelingt).

  20. Notrufprotokoll

    @Imo: Sollte es wirklich so gewesen sein, was ich wirklich sehr stark bezweifel, gibt es ein Telefonbuch mit einem Adressverzeichnis, da suchst du dir das nächste Polizeirevier raus, gehst da hin und erstattest Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und eventuell noch einigen weiteren Straftaten.

    Anrufe werden aufgezeichnet, das lässt sich leichtens nachverfolgen, und sollte es so passiert sein, was ich wie gesagt aufgrund der Schilderung nicht glaube, gehören da 2 Kollegen disziplinarisch bestraft oder aus der Leitstelle entfernt.

  21. @ Andreas: Die Aussage kam von Stüpser und nicht von mir.

    @ Ilmo:wähle den Notruf bitte notfalls wieder!

    Stichwort Abfrageschema: Nicht jeder Einsatz passt in ein Schema – Leider kommt es immer wier zu Fällen, die in Fehleinschätzungen enden… Offenbar gibt es Disponenten, die sich nicht trauen hier das Schema zu verlassen, wenn die Beschreibungen der Anrufer von Standarts abweichen… Dem kann man nur mit Ausbilung entgegenwirken…

    Der Grundsatz muss lauten besser zu viel als zu wenig oder gar nicht!

  22. Zitat 1: “Sollte es wirklich so gewesen sein, was ich wirklich sehr stark bezweifel”

    Es sind eben Reaktionen wie diese, die Menschen, wenn sie so etwas erlebt haben, dann doch eher schweigen lassen.

    Zitat 2: “gehst da hin und erstattest Anzeige”

    Das ist schon richtig, aber rein gefühlsmäßig denkt man da: “Wenn es dem Notruf egal ist, ob eder Hilfe ersuchende Mensch (schlimstenfalls) krepiert, dann ist es denen auch egal, ob jemand Anzeige erstattet, falls er es überlebt.

  23. Der von sueder 80 am 11. Juni 2011 verlinkte Erfahrungsbericht zeigt zwei gravierende Schwachstellen des Systems, die auch hier eine Rolle gespielt haben könnten:

    a) Personen, die – aus welhen Gründen auch immer – keine genaue Ortangabe machen (können) und

    b) Fälle, in denen das System von Laien Diagnosen fordert.

    Zusätzlich KÖNNTE eine Art Notausgang fehlen, der dafür sorgt, dass bei unklaren Lagen IMMER Hilfe kommt! Und wenn man letztlich die Polizei bittet einen Streifenwagen zu schicken…

  24. Notrufprotokoll

    @Imo: Ich kenne es sehr wohl, das bei schwammigen, leicht erfunden klingenden Anrufen die Disponenten kein Fahrzeug schicken, weil es einen Haufen Leute gibt, die wegen nichts oder aus Langeweile anrufen. Kommt es aber zu einem zweiten und inbesondere zu einem dritten Anruf, auch noch bei einem anderen Disponenten mit deinen Schilderungen, kommt definitiv ein Fahrzeug.

    Deshalb bezweifel ich deine Aussage, weil es gegen meine komplette Erfahrung spricht. Wenn du schweist, weil ein wildfremder auf einer Internetseite dir keinen Glauben schenkt, dann weiß ich auch nicht.

    Was da eventuelle schiefgelaufen ist, kann ich nicht sagen, und auch du nicht, das ist dann Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft, und auch genau die ermitteln und werden deine Anzeige sehr ernst nehmen, immerhin stehen Körperverletzung durch Unterlassen und unterlassene Hilfeleistung sowie diverse dienstrechtliche Verstöße im Raum.

    Also nochmal, falls es wirklich so passiert sein sollte, weniger als 2 Jahre zurücklegt, dann erstatte Anzeige, denn durch Schweigen wird sich nichts ändern. Überall gibt es schwarze Schafe. Ich denke hier ist jetzt alles gesagt.

  25. Martinnicht112

    ganz aktuell Dez. 2015 ein Vorfall mit einer Schwerbehinderten Frau, mit undefinierbaren Erscheinungen wie Blähbauch, starke Unterleibsschmerzen, Blutdruck stündlich weiter fallend bis unter 100 zuletzt auf 85, Schwindel und Atemnot. Bei Ruf 112 am 25.12. kam die Aussage des Disponenten das ein Notarzt an diesem Tag nicht verfügbar wäre und der Rettungswagen die Patientin (86 J.,blind, gehbehindert mit weiteren Erkrankugnen, in dem Falle zu einem Notarzt ins Krankenhaus gebracht würde. Soweit so gut. Als 2 Fahrer des Rettungswagens vor Ort dann Blutdruck u Puls gemessen hatten, stellten diese keine konkrete Anforderung fest und verwiesen auf einen KV-Notarzt. Heute am 27.12.2015 wurde 112 erneut gerufen aber von der Krankenpflegerin. Im Krankenhaus wurde Darmdurchbruch festgestellt mit fortgeschrittener Blutvergiftung. Einer der Fahrer vom 25.12. war auch am 27. 12. wieder dabei.
    Seine Frage lautete wörtlich:” Was hat sie denn jetzt wieder ?”

    Mein Kommentar als Angehöriger: Es scheint mir, das bei diesem Umgang dort vieles verbesserugnswürdig ist und einer erneuten Schulung und Fortbildung anzuraten ist.
    Durch diese zweitägige verzögerte Einlieferung ist eine Blutvergiftung entstanden. Eine OP wurde noch heute abend anberaumt.

    Wenn wir uns bei dem Notruf 112 also dermaßen unqualifiziertem Personal ausgesetzt sehen kann ich diese nicht weiter empfehlen.
    Durch die verzögerte Einlieferung ist die Überlebenschance nur noch 50:50 wie mir der behandelnde Arzt mitgeteilt hat.
    Wen sollte man in derartigen Fällen verklagen können?
    mit freundlichen Grüßen
    ein Angehöriger.

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