FF Hohenschönhausen schlägt Alarm

Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr in Berlin zu alt

Berlin – Bei der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Hohenschönhausen sind in der letzten Woche beide Einsatzfahrzeuge defekt gewesen. Es war kein Ersatz vorhanden. So hat die FF (in diesem Jahr schon über 600 Mal im Einsatz) mit einem Facebook-Posting Alarm geschlagen.

Daraufhin hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) bei den Verantwortlichen nachgefragt und einen Beitrag in seine Abendschau eingebracht.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Wenn die Feuerwehr um Hilfe ruft” (Rundfunk Berlin-Brandenburg, 5. November 2017)

Insgesamt sei der Fuhrpark der FF in der Bundeshauptstadt überaltert, berichtet RBB. “Das ist schon sehr demotivierend, ehrenamtlich den Bürgern aus Notlagen zu helfen”, erzählt Richard Hantsche, Stellvertretender Wehrleiter der FF Berlin-Hohenschönhausen. “Auf der anderen Seite ist kein Geld da für vernünftige Einsatzfahrzeuge da.”

“Diese Problematik haben wir leider nicht nur bei der FF Hohenschönhausen, sondern auch bei vielen anderen freiwilligen Feuerwehren”, betont Sascha Guzy, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Berlin im Interview mit dem RBB.

Die Berliner Feuerwehr hat diese Schwierigkeiten gegenüber RBB bestätigt. Pressesprecher Thomas Kirstein: “Die Politik hat das Problem zwar erkannt und den Haushalt nachgebessert, aber damit kann der Investitionsstau nicht von heute auf morgen abgebaut werden. Es müssen weitere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden”.

Guzy fordert ein finanzielles Sonderprogramm, um den Investitionsstau zu reduzieren. Immerhin ist die Reparatur des Löschfahrzeugs der FF Höhenschönhausen nun sehr schnell erfolgt.

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6 Kommentare zu “Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr in Berlin zu alt”
  1. Anton Dobmeier

    Wie alt sind die Fahrzeuge genau? Bei uns in Bayern gibt es Feuerwehren, wo die Autos 30 Jahre und älter sind. Dort wird aber nicht gejammert.

  2. Tim O. Riemann

    @Anton Dobmeier

    Die FF in Berlin fährt teilweise so oft, wie hauptamtliche Wachbereitschaften oder noch mehr. Mehrere hundert Einsätze oft sogar über Tausend im Jahr, pro Einheit (!), sorgen für massivere Abnutznugsschäden, als die bei den eher ländlich geprägten FF (auch Stützpunkte) in Bayern.

    Das ist eine Frage, wie oft das Fahrzeug benutzt wird.
    Bei nur wenigen Einsätzen im Jahr müssen die Fahrzeuge halt länger halten, als wenn die fünfmal am Tag rausgeholt werden.

  3. Aber die 30 jährigen in By fahren bestimmt keine 600 Einsätze, nicht Äpfel mit Birnen vergleichen…

  4. Christian Brenner

    Die Überschrift, wie auch der gesamte Bericht fassen die Problematik etwas zu kurz, so dass es zu wenig qualifizierten Kommentaren, wie denen von Anton Dobmeier kommt, der sicherlich auch einen (unzulässigen) Vergleich einer Großstadtwehr mit einer eher ländlichen Feuerwehr zieht. Das Problem ist nicht lediglich das Alter der Fahrzeuge, sondern deren Zustand. Beide Größen stehen zwar in einem gewissen Zusammenhang, jedoch bedingt nicht ein Alter ab 20 Jahren aufwärts reflexartig einen schlechten Fahrzeugzustand. Man muss aber auch festhalten, dass Fahrzeuge nicht mehr „für die Ewigkeit“ gebaut werden (Stichwort „Ersatzteilgarantie“). Wenn 15 Jahren nach Indienststellung Ersatzteile nicht mehr zur Verfügung stehen, Fahrgestelle an allen Ecken und Enden durchrosten, Aufbauten weggammeln, hat das nichts mit Jammerei zu tun, sondern gefährdet schlicht und ergreifend die Einsatzbereitschaft. Bei Berliner FFen mit 600 bis sogar über 1000 jährlichen Alarmierungen sind unabhängig vom belastungsmäßigen Verschleiß auch keine personellen Kapazitäten mehr vorhanden, um Fahrzeuge in liebevoller Detailarbeit in Eigenregie zu warten und ggf. Ersatzteile sogar selber nachzubauen. Bei einer Ortswehr im ländlichen Bereich mit 15-20 Einsätzen p.a. wird auch dies anders aussehen. In Berlin jammert also niemand über das Alter der Fahrzeuge, sondern über das Resultat struktureller Probleme, den Fuhrpark turnusgemäß zu verjüngen.

  5. Fahren die Fz in Bayern auch 600+ Einsätze im Jahr? Die Lhf der Wache sind Bj 94 und 05.

  6. Uwe Storch

    Eines vorab: auch die bayerischen FW-Fahrzeuge sollten mit einem Alter von mehr als 25 Jahren nicht mehr eingesetzt werden. Es ist schlichtweg eine Zumutung, wenn Einsatzfahrzeuge so lange im Dienst sind. Zwar oft gut gepflegt, aber doch Oldtimer. Die technische Entwicklung, insbesondere im Bereich der Fahrzeugsicherheit schreitet nicht ohne Gund voran. Ein Fzg., welches mit Sonderrechten unterwegs ist hat eh schon ein hohes Risiko zu verunfallen. Wer erklärt dann den Angehörigen der Opfer, dass der Unfall evtl. vermeidbar gewesen wäre, wenn das Auto nicht so alt wäre…Das ist keine “höhere Gewalt”, das ist schlicht Organisationsverschulden. Und all das gilt erst Recht für FF-Fzg. mit Berliner Auslastung – und für BF- Fahrzeuge ! Hier werden mal wieder die Prioritäten falsch gesetzt. Aber, ist ja nicht schlimm: die Politiker fahren mit neuen Autos !?!

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