Geesthacht (SH) – Ein Brand im naturwissenschaftlichen Trakt der Bertha-von-Suttner-Schule beschädigt am 2. November 2025 weite Teile des Schulgebäudes schwer. Rund 155 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind über Stunden mit Brandbekämpfung und Entrauchung beschäftigt – eine Ausbreitung in Richtung Hauptgebäude steht nach der ersten Erkundung im Raum.
Für die neu beschaffte DLAK 23/12 der FF Geesthacht war es noch vor der offiziellen Indienststellung der erste Großeinsatz. (Bild: Jann)
Um 5:46 Uhr wird die FF Geesthacht zunächst zu einer unklaren Rauchentwicklung alarmiert. Noch vor dem Ausrücken stuft die Integrierte Regionalleitstelle Süd das Stichwort auf „Feuer groß“ hoch. Bereits auf der Anfahrt ist Feuerschein sichtbar. Vor Ort brennt ein Vorbereitungs- und Lagerraum im NaWi-Trakt in voller Ausdehnung. Flammen schlagen aus den Fenstern, auch das Flachdach ist betroffen.
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Die Einsatzleitung setzt mehrere HLF 20, eine DLAK 23/12, LF 20, LF 20 KatS sowie Spezialfahrzeuge ein. Um das angrenzende Hauptgebäude zu schützen, baut die Feuerwehr eine Riegelstellung auf. Parallel gehen Trupps unter Atemschutz vor – sowohl von außen als auch über den Haupteingang im Innenangriff. Der Angriffsweg beträgt rund 60 Meter, die Verrauchung schränkt die Sicht massiv ein.
Weil die Rauchentwicklung im Gebäude ungewöhnlich stark ausfällt, gehen die Einsatzkräfte zeitweise von möglichen weiteren Brandstellen aus und erkunden zusätzliche Bereiche. Gleichzeitig lässt die Einsatzleitung Gas und Strom durch die Stadtwerke abschalten. Unterstützung kommt von umliegenden Feuerwehren, einer zweiten Drehleiter sowie einer Drohneneinheit, die mit Wärmebildkamera Hotspots auf dem Dach lokalisiert.
Um eine Brandausbreitung im Flachdach zu stoppen, öffnen Einsatzkräfte die Dachhaut großflächig. Im Inneren folgt ein Schaumangriff zur Abdeckung des Brandguts. Insgesamt sieben Lüfter kommen zum Einsatz, um den weitläufigen Gebäudekomplex zu entrauchen.
Viele Atemschutztrupps kehren stark kontaminiert zurück. Am GW-Hygiene wechseln sie Kleidung, außerdem reinigen die Kräfte Ausrüstung oder verpacken sie luftdicht. Im Verlauf des Einsatzes entsteht zudem der Verdacht, dass aufgrund des Baujahrs asbesthaltige Materialien beteiligt sein könnten. Gerätewarte beginnen noch während des laufenden Einsatzes mit der Aufbereitung von Atemschutzgeräten und -masken sowie dem Füllen von Atemluftflaschen.
Gegen 12:45 Uhr beendet die Feuerwehr die Löscharbeiten. Das THW sichert anschließend Dachöffnungen und beschädigte Fenster. Die Schadens- beziehungsweise Folgekosten liegen bei rund 40 Millionen Euro. Die Brandursache ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
Ausführlich berichtet Timo Jann in der aktuellen Ausgabe des Feuerwehr-Magazins über den Angriff unter Nullsicht, das Schlauchmanagement im langen Innenangriff, den Einsatz der neuen DLAK 23/12 sowie die besonderen Herausforderungen bei Kontamination und Entrauchung eines Schulkomplexes.