Lobbyarbeit

Politische Einflussnahme: 12 goldene Regeln

Viele politische Entscheidungen betreffen Belange der Feuerwehr: auf kommunaler Ebene, im Kreis, im Land oder Bund. Angesichts knapper Kassen und leider oft vorhandener Detailunkenntnis über das System Feuerwehr müssen politische Entscheidungsträger für die Sache der Feuerwehr begeistert werden. Daher ist Lobbyarbeit heute unverzichtbar. Wir fassen die “12 goldenen Regeln” der politischen Einflussnahme zusammen.

Politik_Feuerwehr_Entscheidungen_Einflussnahme
Symbolfoto: Hegemann

1. Ziele klar und verständlich definieren.

Was genau will die Feuerwehr erreichen? Nichts ist schlimmer als schwammig formulierte Ziele. Denn wie kann die Politik die Feuerwehr unterstützen, wenn sie nicht genau gesagt bekommt, was die Feuerwehr will?

2. Argumente sammeln.

Vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt. Warum benötigt die Feuerwehr ein neues Fahrzeug, neue Stiefel, Geld für die Jugendarbeit? Machen sie deutlich, welche Verbesserungen damit verbunden sind, inwiefern die Allgemeinheit von der Investition profitiert. Achtung: Allgemein verständlich formulieren. Feuerwehr-Fachbegriffe sollten also möglichst vermieden werden.

3. Frühzeitig beginnen.

Entscheidungsprozesse in der Politik und Verwaltung laufen sehr lange. Wenn etwas in der Zeitung steht, ist eine Einflussnahme meist schon nicht mehr möglich. Einmal gefundene Kompromisse werden meist nicht mehr so schnell umgestoßen. Je eher man sich einbringt umso besser. Daher ist eine kontinuierliche Kontaktarbeit das sinnvollste Instrument – auch wenn vielleicht mal gerade nichts zur Entscheidung ansteht. Feuerwehren müssen sich aktiv einbringen. Zitat Ex-Bundespräsident Roman Herzog: „Wenn Sie gefragt werden wollen, müssen Sie die Türklinke selbst in die Hand nehmen.“

4. Richtige Ansprechpartner suchen.

Zentrale Frage: „Wer hat wirklich Einfluss?“ Mit diesen Leuten zuerst sprechen. Aber Achtung: Nicht immer sind die „Lautsprecher“ politisch erfolgreich. Manche eigentlich sinnvolle Initiative ist schon gescheitert, weil sie von den falschen Personen vorgebracht und unterstützt wurde.

5. „Kungelrunden“ vermeiden.

Mancherorts lassen sich positive Entscheidungen herbeiführen, wenn eine Angelegenheit bei günstiger Gelegenheit, beispielswiese bei Empfängen, Versammlungen oder auch in privater Runde, mit dem Vorsitzenden der Mehrheitsfraktion besprochen wird. So lässt sich vielleicht mal ein kurzfristiger Erfolg sichern. Aber was ist, wenn die Mehrheitsverhältnisse oder nur die Funktionen wechseln? Kontinuität in den Kontakten ist daher unverzichtbar.

6. Verbündete suchen und Netzwerke bilden.

Entscheidungen sollen auf eine möglichst breite Basis gestellt werden. Tragen Sie ihr Anliegen also allen Fraktionen (Parteien) vor. So grenzen Sie niemanden aus. Und suchen Sie sich frühzeitig Verbündete, beispielsweise andere Vereine, die ähnliche Interessen in der Jugendarbeit vertreten.

7. Öffentlichkeit herstellen.

Eigentlich selbstverständlich – vielerorts aber noch ausbaufähig. Suchen Sie Kontakt zu den Medien, überzeugen Sie die Journalisten von ihrem Anliegen. Dabei aber ehrlich bleiben und auch unbequeme Fragen beantworten. Keinesfalls Medien als politisches Druckmittel einsetzen. Das konstruktive Gespräch hat immer Vorrang.

8. Kontakte pflegen.

Nach einer Entscheidung ist vor der Entscheidung. Heißt: Bleiben Sie in regelmäßiger Verbindung mit den Entscheidungsträgern und machen Sie denen ihre Arbeit transparent – unabhängig davon, wie die letzte Entscheidung ausgegangen ist. Dazu gehören Einladungen zur Jahreshauptversammlung oder zur „Jahresübung“. Aber warum nicht auch mal ein „feuerwehrpolitischer Frühschoppen“ im Feuerwehrhaus? Meinungsmache ist Vertrauenssache.

9. Diplomatisches Auftreten.

Bringen Sie dem Gesprächspartner den gleichen Respekt auf, mit dem Sie auch behandelt werden wollen. Politische Gesinnung darf dabei keine Rolle spielen.

10. Expertenwissen der Verwaltung nutzen.

In den Verwaltungen und bei den Dachverbänden ist großes Fachwissen vorhanden. Suchen Sie frühzeitig den Kontakt. Beziehen Sie entsprechende Mitarbeiter mit ein.

11. Politische Entscheidungen respektieren.

Nicht jedes Anliegen wird auch im Sinne der Feuerwehr erfolgreich abgeschlossen. Denn wir sind nicht allein auf der Welt. Das ist zu akzeptieren, sollte einen aber auch nach einem Misserfolg nicht dazu bringen, keine politischen Gespräche mehr zu führen.

12. Entscheidungen verkündet die Politik.

Preschen Sie nicht mit Neuigkeiten „aus dem Rathaus“ vor. Lassen Sie den Politikern den Vortritt bei der Verkündung von Entscheidungen. Gute Partner stimmen sich dann auch ab bzw. treten gemeinsam vor die Presse.

(Text: Jan-Erik Hegemann)

 

Politische Einflussnahme
Abbildung: Die 12 goldene Regeln der politischen Einflussnahme.

 

2 Kommentare zu “Politische Einflussnahme: 12 goldene Regeln”
  1. karl-heinz

    ich verstehe diese 12 Regeln nicht. Die Feuerwehr ist ein Teil der Kommune. Die Feuerwehr sagt was sie braucht und die Kommune entscheidet über die Anschaffung.

    Diese Entscheidungsträger müssen sich mit der Feuerwehrarbeit vertraut machen. wenn sie das nicht können, müssen/sollten sie auf den Beauftragten hören (Wehrleiter/KFI/SFI).

    Die Politik hat es nämlich geschafft, ihre Verantwortung auf die Feuerwehr abzuwälzen. das ist nicht Okay.

    Hier könnte man noch vieles schreiben, aber was würde das schon bringen.

  2. Keith Richard Hammermann

    Also ich persönlich würde sehr gern in der Politik aktiv werden um für die freiwilligen Feuerwehren mehr zu tun.
    Ich bin seit ca. 12 jahren aktives Mitglied und verliere mehr und mehr die Motivation dabei zu bleiben.
    was wird denn schon großartig für die Feuerwehren getan???
    Man bekommt den LKW Führerschein im besten Fall bezahlt und ein warmes Essen auf dem kameradschaftsabend.
    Hobby hin oder her….ohne die freiwilligen Feuerwehren geht gar nichts mehr!!!.Nur beschäftigen sich leider viel zu wenig Bürger mit dem Thema.( Viele denken man macht dies beruflich und werde dabei gut bezahlt ). Nichts davon ist wahr.
    Wenn man mal bedenkt, dass man teilweise sein Leben kostenlos riskiert und jedes mal mit dem PKW ob schonend oder nicht zum Einsatz düst und nachts durch den Melder schon mit nem Puls von 150 geweckt wird und trotzdem um 07:00 uhr auf der Matte steht bei deer Arbeit, besteht enormer politischer Bedarf in form von Unterstützung.

    Was könnte die Politik tun?

    1. vielleicht ein System einführen, welches in das Rentensystem einzahlt bei gewisser beteiligung.Z.B 75% Dienstbeteiligung pro Jahr.
    2. Förderungen von sportlichen Aktivitäten.( Zuzahlung für Mitgliedschaften in lokalen Fitnesstudios, denn schließlich sollen und müssen wir fit bleiben und eine gewisse Ausdauer besitzen)Hier ein Beispiel: Mitgliedschaft kostet im Monat 45 € . Die stadt subventioniert die Mitgliedschaft mit 15€ pro Person.
    Das ist Attraktiv und motiviert Neumitglieder.
    3.Am Ende des Jahres vielleicht ein kleiner Unkostenbeitrag für jeden Feuerwehrmann, der zum Beispiel seine 60% Dienst in dem Jahr absolviert hat.Diese Summe als kleiner Ausgleich für Benzinkosten, Reperaturen, allgemeiner Verschleiß und natürlich als Ansporn zu sehen.

    Dies sind ja nur 1-2 Beispiele.

    Aber bitte liebe Politiker!!!!!Mach da mal was!!!!! Der Zuwachs der jungen Kemeraden ist echt überschaubar und wenn man mal fragt, fehlt bei vielen Kameraden zum teil die Motivation.
    Es wird in so viele hirnrissige Ideen investiert!!!Investiert doch mal in eine Sache, die hier wirklich Sinn macht!!!
    Denn wir stehen nachts auf und Retten und Bergen und Schützen die Bürger. Und das alles ganz kostenlos!!!!.Und warum????? Weil es sonst auch keiner machen will!!!!!!

    Ich würde mich über jeliche Ünterstützung freuen und wenn mir vielleicht hier jemand einen Tipp geben könnte, wie ich mich politisch zu diesem Thema stark machen könnte, wäre ich sehr froh.

    LG Kamerad Keith Richard Hammermann

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