Innenangriff nicht möglich

Tödlicher Brand in Altbau – Mann kehrt zum Löschen ins Haus zurück

Grönwohld (SH) – Bei einem Wohnhausbrand am frühen Sonntagabend im Kreis Stormarn ist ein 72-jähriger Bewohner trotz Rettung aus dem Gebäude an seinen schweren Verletzungen gestorben. Die Feuerwehr war mit rund 120 Kräften im Einsatz, ein Innenangriff war wegen Einsturzgefahr nicht möglich.

Über die Drehleiter bekämpft die Feuerwehr den Vollbrand eines historischen Wohnhauses in Grönwohld von außen, da ein Innenangriff wegen Einsturzgefahr nicht möglich war. (Bild: NEWS5 | Schröder)

Gegen 19 Uhr brach aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer in einem Wohnhaus in der Dorfstraße aus. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich um einen Altbau aus der Zeit um 1900. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen das Erdgeschoss bereits in Vollbrand, die Flammen drohten auf das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss überzugreifen.

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Die Feuerwehr rettete einen 72 Jahre alten Mann aus dem brennenden Gebäude. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen erlag er wenig später seinen schweren Verletzungen. Der Mann hatte sich zunächst selbst in Sicherheit gebracht, war jedoch kurz vor dem Eintreffen der Feuerwehr zum Löschen wieder in das Haus zurückgekehrt. Seine 76 Jahre alte Ehefrau wurde bei dem Brand verletzt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Aufgrund der Brandentwicklung und der Einsturzgefahr, insbesondere durch vorhandene Holzdecken im Altbau, verzichteten die Einsatzkräfte auf einen Innenangriff. Die Feuerwehr führte die Brandbekämpfung ausschließlich von außen mit mehreren Strahlrohren sowie über eine Drehleiter durch. Um einen besseren Löscherfolg zu erzielen, demontierten die Einsatzkräfte ein Schild und fällten einen Baum. Zusätzlich bauten sie wegen der schlechten Wasserversorgung eine längere Wegstrecke zur Löschwasserversorgung auf.

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Erschwerend kamen Minustemperaturen hinzu: Auslaufendes Löschwasser gefror, weshalb die Feuerwehr Salz und Sand einsetzte, um die Rutschgefahr für die Einsatzkräfte zu minimieren. Insgesamt waren rund 120 Kräfte der Feuerwehren aus Grönwohld, Lütjensee sowie der Drehleiterzug aus Großhansdorf im Einsatz.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Den entstandenen Schaden schätzen die Behörden auf etwa 400.000 Euro.

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