Kommandant zieht Konsequenzen wegen fehlender Investitionen

Zwei neue TSF – aber Feuerwehr-Konzept nicht umgesetzt

Sachsen bei Ansbach (BY) – Zwei baugleiche Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) hat die Gemeinde Sachsen bei Ansbach für die Ortsfeuerwehren Alberndorf/Steinbach und Volkersdorf/Rutzendorf beschafft. Beim Fahrgestell fiel die Entscheidung auf Iveco Daily. Doch die Stützpunktfeuerwehr Sachsen blieb bei der Beschaffungsrunde unbeachtet. Das hat nun Folgen.

Mit einem zulässigen Gesamtgewicht der TSF von 4.500 kg schaffen die Ortsfeuerwehren nun den Sprung über die 3,5-Tonnen-Grenze. Damit stehen 1.440 kg an Gewichtsreserven für die Ausrüstung zur Verfügung. Dies resultiert aus dem Wunsch, neben der Beladung nach DIN auch Zusatzausrüstung auf den TSF mitzuführen. Der Iveco Daily 50-180 hat einen Euro 6-Dieselmotor mit der Leistung von 180 PS bei einem Hubraum von 2.998 cm³ und ist mit einer Staffelkabine ausgestattet.

Die Gemeinde Sachsen bei Ansbach beschaffte TSF für die Ortsfeuerwehren Alberndorf/Steinbach und Volkersdorf/Rutzendorf auf Iveco Daily. Da bei der Beschaffungsrunde die zentrale FF Sachsen aber trotz notwendiger Investitionen leer ausging, ist nun ihr Kommandant zurückgetreten. Foto: A. Müller

Auf der linken Fahrzeugseite ist die Standardbeladung für die Brandbekämpfung verstaut: Standrohr, Hohlstrahlrohre, B- und C-Schläuche sowie Armaturen. Vier Saugschläuche sind in Höhe der Hinterachse quer zum Fahrzeug eingeschoben. Dahinter ist im TSF der Feuerwehr Volkersdorf/Rutzendorf eine Ölsperre und eine Umfüllpumpe verstaut. Im Fahrzeug aus Alberndorf/Steinbach befindet sich an dieser Stelle ein Wassersauger mit Zubehör. Rechts lagern auf einem Auszug ein 6,5-kVA-Stromerzeuger und eine Kabeltrommel. In Alukisten sind eine Motorsäge mit Zubehör und eine Tauchpumpe verstaut. Während in Alberndorf/Steinbach in einer weiteren Box zusätzlich Euroblitzlampen verladen sind, führt das zweite TSF hier eine Wathose mit.

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Als Grundausrüstung für die Verkehrsabsicherung sind beide TSF mit Pylonen, vier Euroblitzlampen und zwei beziehungsweise vier Faltsignalen ausgerüstet. Die vier Steckleiterteile sind oben im Aufbau untergebracht. Dieser stammt übrigens von Compoint aus Forchheim. An der vorderen rechten Aufbauecke befindet sich ein manuell zu bedienender pneumatischer Lichtmast mit zwei LED-Scheinwerfern. Hinten auf dem Aufbau ist noch eine Heckwarneinrichtung montiert. Diese besitzt auf beiden Seiten außen je eine blaue LED, in der Mitte sechs gelbe. Die darunter montierte Kamera sorgt für Sicherheit beim Rückwärtsfahren.

Kommandant der FF Sachsen tritt zurück

Das TSF der Ortswehr Alberndorf/Steinbach ersetzt einen fast 50 Jahre alten TSA, das andere TSF ist als Ersatz für ein nicht mehr einsatzfähiges Fahrzeug beschafft worden. Auch für eine dritte Ortswehr bestellte die Gemeinde nun ein neues Fahrzeug, weil ihr LF 6 nicht mehr durch den TÜV gekommen ist. Was den Ortswehren spendiert wurde bleibt der Stützpunktfeuerwehr Sachsen allerdings verwehrt. Laut “Fränkischer Landeszeitung” (FLZ) beschloss der Gemeinderat in einer Sitzung, weitere Investitionen in den Brandschutz auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dabei ginge bereits aus einem vor 7 Jahren erstellten Fachgutachten hervor, dass ein neues Feuerwehrhaus sowie ein neues zweites Löschfahrzeug für die Stützpunktwehr notwendig seien.

Den Beschluss des Gemeinderats nahm der Kommandant nun zum Anlass, zurückzutreten. Er könne bei der wachsenden Gemeinde nicht mehr die “Garantie für die dauerhafte Einsatzbereitschaft” übernehmen, sagte er gegenüber der FLZ. Dabei sei zumindest eine provisorische Erweiterung des Feuerwehrhauses für 60.000 Euro möglich, die jedoch aus “Gestaltungsgründen” abgelehnt würde.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Kommandant tritt wegen fehlender Investitionen zurück” (Fränkische Landeszeitung, 18. Juli 2018)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. So läuft das, wenn Unwissende zu entscheiden haben was man im Brandschutz benötigt. Wahrscheinliche paßt der einfache Erweiterungsbau nicht zum angedachten Ortsbild einiger Gutmenschen im Rat. Mein Respekt vor dem Kommandanten. Ich hoffe es findet sich kein Neuee, der unter diesen Umständen weitermacht. Bei einigen muss erst die eigene Hütte abbremsen bevor die aufwachen. Gruß aus Niedersachsen von einem Feuerwehrmann.

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  2. Alles gut und schön neue Fahrzeuge sind wichtig , aber dann bei einer für die Sicherheit der Bevölkerung notwendigen Beschaffung knausern weil es am Geld hapert . Wenn es darum geht sich die Diäten zu erhöhen ist sofort die Hand oben und man sagt Ja !
    Hallo Ihr Damen und Herren in der Entscheidungsebene hier geht es um eure Wähler , das Volk und nicht um Kartoffelsäcke aber sobald der Posten in der Politik sicher ist dann ist einem das Wohl und die Sicherheit der Bürger egal !!
    Dieser Zustand ist unabhängig von der Ebene der Politik das geht durch alle Reihen . Nehmt euch ein Beispiel an Luxemburg und Ihrer aktuellen Feuerwehr Reform da können wir uns eine gaaaaanz dicke Scheibe davon abschneiden .
    Ich wünsche allen die dagegen waren einen sehr unruhigen Schlaf !!
    MfG Holger Korda Feuerwehrmann i.R.

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  3. Bravo, Respekt vor soviel Rückgrad. Es sollten viel mehr Feuerwehrverantwortliche und in Folge auch die Mannschaft zurücktreten, wenn die Politiker Investitionen in den Brandschutz “auf unbestimmte Zeit” hinauszögern / verschieben.
    Es ist traurig, dass die Politiker nicht kapieren, was sie damit ihren Wählern antun….

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  4. Hier kann auch gleich der KBR mit seiner Landkreisführung zurücktreten. Sind dann die gleichen Blindgänger wie die Gemeinderäte. Am besten gleich eine Gemeindereform. Wenn man keine Feuerwehr braucht, braucht man auch den Bgm und seinen Gemeinderat nicht!!!

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