Viergeschossiges Gebäude im Westviertel brennt komplett aus

Wohnkomplex in Essen in Vollbrand

Essen (NW) – In der vergangenen Nacht geriet ein Wohnkomplex mit 39 Wohnungen nahe der Essener Innenstadt in Vollbrand. 100 Bewohner wurden aus dem L-förmigen Gebäude an der Bargmannstraße in Sicherheit gebracht, drei erlitten Rauchverletzungen. Ein Großaufgebot von 150 Einsatzkräften war vor Ort und versuchte, die Flammen einzudämmen. Die Löscharbeiten dauern zur Stunde noch an.

150 Einsatzkräften der Feuerwehr Essen bekämpften die Flammen im Wohnblock an der Bargmannstraße. Foto: KDF-TV/Stephan Witte

2.15 Uhr erging der Alarm „Feuer in Mehrfamilienhaus“. Am Einsatzort bot sich den Kräften ein laut Sprecher Christoph Riße noch nicht dagewesener Anblick: Der gesamte Wohnblock stand komplett und über alle Geschosse hinweg in Flammen. „Wir haben alle Wachen der Berufsfeuerwehr Essen sowie die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren alarmiert. Das Feuer hat sich rasend schnell ausgebreitet, angefacht vom immer noch vorherrschenden Wind“, teilte Riße mit.

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Über handgeführte Strahlrohre, Wasserwerfer und Drehleiter-Fahrzeuge bekämpften die Aktiven von außen den Brand. 100 Menschen konnten aus dem Wohnkomplex gerettet werden – was in etwa der dort wohnenden Personenzahl entspräche. Drei Personen transportierten die Einsatzkräfte mit Rauchgasvergiftungen in ein naheliegendes Krankenhaus. In einem Hörsaal der benachbarten Universität Duisburg-Essen konnten die übrigen Bewohner untergebracht werden. Aufgrund der noch andauernden Löscharbeiten sind die umliegenden Straßen weiträumig gesperrt. Einzelne Brandnester würden weiterhin aufflackern, eine Brandausbreitung könne allerdings ausgeschlossen werden.

Die Anwohner wurden laut Feuerwehr Essen unter anderem über die WarnApp NINA informiert. Zur Brandursache liegen bisher noch keine Erkenntnisse vor.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Stichwort: Wärmestoffverbundsysteme!

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  2. Die Fassade des Gebäudes war mit unbrennbarer Mineralswolle gedämmt, die nach dem Brand noch auf der Wand ist. Verschwunden sind jedoch die Wetterschutzplatten, wir müssen warten, bis deren Bauart bekannt wird. Am Brand beteiligt war der brennbare Fußboden der umlaufenden Südbalkone und ein brennbare Masse, die auch vor dem Haus brannte (?). Die Fassade bestand im Wesentlichen aus fast geschoßhohen Fenstern zwischen schmalen Fensterpfeilern. Die umlaufenden Balkone bildeten einen Raum, in dem sich Hitze und Flammen schnell ausbreiten konnten, zumal der Sturm sie stark anfachte. Dieser Balkontyp mit brennbarem Boden fiel auch schon bei einem Berliner Brand durch zügige Brandausbreitung auf, auch ohne Sturm.

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