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Wissenschaftler untersuchen innovatives Helferkonzept

Wie lassen sich historische Bauten besser vor Bränden schützen?

Münster (NW) – Zahlreiche Großfeuer in historischen Gebäuden, darunter der Brand der Kathedrale Notre-Dame, haben in den vergangenen Jahren immer wieder die besondere Gefährdung von Kulturgut deutlich gemacht. Ob Klöster, Burgen und Schlösser, Fachwerkhäuser oder alte Industriebauten – sie alle sind nicht nach modernen brandschutztechnischen Vorgaben errichtet und nur selten nachgerüstet worden. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt BRAWA (Kulturgut bewahren durch Helfermotivation und geringe Brandwahrscheinlichkeiten) soll jetzt dazu beitragen, die Brandfrüherkennung zu verbessern. Zugleich soll ein Konzept erarbeitet werden, nach dem Helfer vor Ort durch schnelles und qualifiziertes Eingreifen größere Schäden verhindern können.

Auch abseits spektakulärer Ereignisse wie dem Brand der Kathedrale Notre-Dame werden regelmäßig Brände in historischen Bauwerken, Kirchen, Schlössern und Burgen bekannt. 2013 brannte es zum im thüringischen Schloss Ehrenstein. (Bild: Manfred Ständer)

„Es soll untersucht werden, ob die innovative Sensorik in historischen Gebäuden geeignet ist, Entstehungsbrände im frühesten Stadium zu erkennen“, erläutert Dirk Oberhagemann, der Generalsekretär der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, kurz vfdb, das Forschungsvorhaben. „Zugleich wird die Frage gestellt, ob aus der Signalauswertung ein Parameter ‚Brandwahrscheinlichkeit‘ abgeleitet werden kann. Er sollte dann als Indikator für ein gefahrdrohendes Ereignis die bisher verwendeten Signalschwellwerte erweitern.“ Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob die Brandwahrscheinlichkeit zum Beispiel in Form eines Ampelsystems sichtbar gemacht werden kann. Damit könnten die als Brandschutzhelfer vor Ort zuständigen Menschen je nach Situation zum Eingreifen veranlasst werden.

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„Die Arbeit erstreckt sich damit auf drei Ebenen“, so Oberhagemann weiter. „Die technische Ebene durch Anwendung innovativer Sensorik und deren Vernetzung, die Ebene der Situationsbewertung durch Einführung einer Brandwahrscheinlichkeit und die Ebene der Reaktion durch Motivation der Helfer vor Ort und Einübung effektiver Handlungsoptionen für die Erstbrandbekämpfung.“

Innovatives Helferkonzept soll Schäden minimieren

Die frühe Brandbekämpfung könne eine weitere Ausbreitung möglicherweise komplett verhindern oder zumindest verzögern. Das wiederum würde zur Verringerung der Schäden und zur Entlastung der Feuerwehren führen. „Es geht also auch um ein neues Helferkonzept“, betont der vfdb-Generalsekretär. „Dieser Personenkreis wird nicht aus geschulten Feuerwehreinsatzkräften bestehen. Es sind vielmehr Personen, die in ihrer regulären Tätigkeit mit anderen Aufgaben betraut sind, aber für auf den Alarmierungsfall vorbereitet sind.“ Gemeint sind also zum Beispiel Mitarbeiter vor Ort.

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Hohe Verluste sind in der Vergangenheit nicht nur durch die Schäden an den historischen Gebäuden, sondern auch an darin befindlichen Kulturgütern entstanden. Dabei werden Schäden am Kulturgut häufig nicht allein durch den Brand, sondern auch durch die Löschmittel verursacht. Beispiele dafür sind neben dem Brand von Notre Dame auch die Brände von Windsor Castle (1992), im Mönchskloster Hilandar auf dem Berg Athos in Griechenland (2004) oder in der Weimarer Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek (2004). 

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