Präsentation auf der Interschutz

So plant die Berliner Feuerwehr die Zukunft

Hannover/Berlin – Unter dem Motto „Gemeinsam in eine sichere Zukunft“ wurde am Mittwoch die Strategie 2030 der Berliner Feuerwehr auf der Interschutz präsentiert. Nur: Viele Dinge sind noch reichlich unkonkret, Themenfelder müssen jetzt mit Konzepten und Maßnahmen für den Einsatz gefüllt werden. Berliners Feuerwehrchef Dr. Karsten Homringhausen und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) stellten die Strategie 2030 auf dem Messestand der Berliner Feuerwehr vor – die Präsentation wurde im Livestream übertragen.

Zwar kündigte die Senatorin an, dass 2023 und 2024 jeweils 16 Millionen Euro für den Kauf neuer Einsatzfahrzeuge im Haushaltsentwurf stünden und auch der Sanierungsstau bei Feuerwachen behoben werden solle. Doch wo etwa dringend benötigte neue Wachen gebaut werden sollen, oder woher die jährlich rund 500 Auszubildenden für die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie kommen sollen, blieb offen.

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Dabei waren auch Leiter und stellvertretende Leiter der Feuerwehren unter anderem aus Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und München auf dem Messestand anwesend, um zu hören und zu sehen, wie die Berliner die großen Themen angehen wollen.

„Es stehen große Veränderungsprozesse an“, so Homrighausen. Man habe Trends und Megatrends ausgewertet und Erkenntnisse für die Strategie 2030 gewonnen. Die fehlende Selbsthilfefähigkeit, vor allem in Ballungsräumen, sei so ein Trend, aber auch der demografische Wandel und die Urbanisierung. Neue Feuerwachen müssten bei der Stadtplanung schon berücksichtigt werden, mahnte Homrighausen, später würde es nur Probleme geben, wenn neben Wohnbebauung plötzlich noch eine Feuerwache gebaut werden solle.

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Im Kontakt mit der US-amerikanischen Partnerstadt Los Angeles habe man auch Punkte ermittelt, die auf Berlin zukommen könnten. „Als wachsende Stadt brauchen wir auch eine wachsende Feuerwehr“, so Homrighausen. Ob die den Rettungsdienst perspektivisch noch wie bisher leisten kann – unklar. Fast täglich gilt mittlerweile der Ausnahmezustand Rettungsdienst wegen massiver Überlastung der Einsatzkräfte. Die Vision, die Mission und Werte habe man definiert und werde die Ideen nun einbringen. „Der Prozess endet nicht hier, es gilt, die Dinge in konkrete Maßnahmen zu überführen“, so Berlins Feuerwehrchef.

Seit 2019 hatte sich eine Arbeitsgruppe um die Strategie 2030 gekümmert. Mehr als 400 Mitarbeiter der Feuerwehr waren beteiligt, zusätzlich externe Berater. „Eine zentrale Frage ist, mit welchen Ressourcen wir 2030 rechnen können“, so Homrighausen, das gelte für Technik, Personal und Standorte. Er sei der Senatorin dankbar, dass sie die Feuerwehr unterstütze. Die versicherte, dass sie „stolz auf meine Feuerwehr“ sei. Die Berliner Feuerwehr sei ein Garant für die Sicherheit der Menschen. Deshalb sei ihr daran gelegen, die Strategie 2030 auch finanziell abzusichern. Doch Technik, Personal und Standorte werden Hunderte Millionen Euro kosten.

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Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen und Innensenatorin Iris Spranger stellten auf der Interschutz in Hannover die Ideen für die Strategie 2030 der Berliner Feuerwehr vor. (Bild: TIMO JANN)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Die Hilfsorganisationen sind bereits beteiligt, haben aber das gleiche Problem dass die Autos mangels Personal nicht besetzt werden können. Private KTS haben max RettSan, das ist als Qualifikation nicht ausreichend.
    Es wurde viele Jahre versäumt ausreichend Personal einzustellen und dann kam mit den NFS eine zusätzliche Hürde, so dass z.B. die FF kaum noch im RD einsetzbar sind.

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  2. Warum wird nicht, wie in anderen Bundesländern, der private Krankentransport mit in den Rettungsdienst eingebunden. Etwa die Strategie ” KTW akut”? Das wäre eine schnelle Lösung, da Fahrzeuge und Personal schon vorhanden sind. Ich schätze eher, dass der Berliner Senat sich einfach an den Einnahmen bereichern will. Wo bleiben denn die ganzen Einnahmen aus dem Rettungsdienst?

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  3. Alles im ………. in Berlin. Aber Hauptsache ein Elektro LF.

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  4. Ist der Titel nicht eher “Landesbranddirektor”?

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