Schmorendes Blaulicht: ein Einzelfall?

Sachsen b. Ansbach (BY) – Gibt es eine Brandgefahr bei Blaulichtern? Nach einem merkwürdigen Vorfall stellen sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Sachsen (Kreis Ansbach) diese Frage. In einer Drehspiegelkennleuchte war der Kunststoffreflektor durch Hitze so stark verschmort worden, dass ein Brandloch sichtbar wurde.

Schmorschaden in Blaulicht: Brandgefahr? Foto: Feuerwehr Sachsen / BierleinNach Angaben des Ersten Kommandanten der Wehr, Heinrich Bierlein, sind die drei Blaulichter auf dem sieben Jahre alten Löschgruppenfahrzeug (LF) baulich bislang nicht verändert worden. “Es sind die Original-Lampen eingebaut”, so Bierlein. Der Hersteller des LF 16/12 verwies die Feuerwehr auf die abgelaufene Gewährleistung und konnte nicht weiterhelfen. Unbefriedigend für den Kommandanten, der sich insbesondere die Fragen stellt: “Besteht durch die Rundumkennleuchten eine Brandgefahr? Gab es schon ähnliche Schäden?”

Bei der Firma Bosch, dem Hersteller des betroffenen Blaulichts, zeigt man sich nach einer Anfrage des Feuerwehr-Magazins ratlos. Einen Produktionsfehler schloss ein Firmensprecher jedoch aus. “Uns sind keine Fälle bekannt, die aufgrund eines Produktionsphänomens verursacht wurden”, sagte der Sprecher. Allerdings habe es in der Vergangenheit gelegentlich Vorfälle gegeben, bei denen es Probleme durch von Kunden falsche oder falsch eingebaute Leuchtmittel gegeben habe.

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3 Kommentare zu “Schmorendes Blaulicht: ein Einzelfall?”
  1. Das ist doch nichts wirklich neues und die Aussage von Bosch ist so nicht ganz nachzuvollziehen. Gerade im längeren Betrieb neigen fast alle Arten von Rundumkennleuchten dazu warm zu werden. Besonders extrem ist dieser Fall bei Drehspiegelkennleuchten die sowohl mechanisch, als auch mit mehr oder weniger normalen “Glühbirnen”, betrieben werden.
    Auch ältere Blitzkennleuchten konnten unter der beim “blitzen” entstandenen Wärme “zusammen laufen”. Selbst neuere Blitzkennleuchten werden beim Betrieb noch warm.

    Ich kenne auch Berichte darüber das die blauen Kappen bei einer Hella RTK4-SL zusammen geschmolzen sind. Ich meine das dort aber ein Gummi gefehlt hatte o.ä.

    Alles in allem für mich kein neues erschreckendes Phänomen und auch nichts unerklärliches…

  2. Fireliner

    Also für mich ist so ein Vorfall neu. Bei uns fallen ab und an die Birnen aus, aber die große “Blaulichtschmelze” gab es bei uns noch nicht. Wir nutzen Drehspiegel und Strobos. Wenn ich mir das Bild angucke und die Schilderungen von Chroffer durchlese frage ich mich aber, von welch billiger Qualität die Blaulichter sind? Das kann doch nicht sein – so ein Gerät ist nicht ganz preiswert und man muss doch davon ausgehen, dass so ein Blaulicht nicht nur für zehn Minuten läuft. Ich denke da auch aktuell an die stundenlangen Blaulichtkarawanen in Richtung Oder-Hochwasser… Was mich aber noch viel mehr ärgert, dass man mit dem kaputten Gerät dann alleine gelassen wird. Der Hersteller will von seinem verkauften Auto nix mehr wissen, der Kunde (die Feuerwehr) ist in den A… gebissen! 🙁

  3. Das Problem ist doch ganz einfach: Früher waren die Drehspiegel aus Metall und dann bedampft. Das hat was ausgehalten. Heute ist das nur noch beschichtetes Plastik.
    Das Problem wird jedoch bei keiner langen Blaulichtkarawane in den Osten auftreten. Der Fahrtwind sorgt ja für Kühlung. Der Overkill ist ja auch der stundenlange Betrieb im Stand. Und das es dann irgendwann für das Blaulicht zu viel wird liegt doch auf der Hand. Das Blaulicht hat ja nur eine Geschwindigkeit und das ist dann ja immer quasi “Vollast”. Irgendwann gibt dann jedes Gerät einmal nach.

    Bei dem obigen Fall wäre es halt interessant zu wissen wie die Blaulichter zu schaden gekommen sind. Waren die davor mal 10 Minuten an oder ist das nach einem mehrstündigen oder gar mehrtägigen Großeinsatz aufgefallen/ passiert.

    Aber den Test kann ja jeder bei sich in der Feuerwehr mal selbst machen. Einfach mal nach dem nächsten Großbrand, Sturm, Hochwasser,… ans Blaulicht langen und sich dann wundern wie warm das ist wenn die Funzel ohne Unterlass dauernd brummen darf.

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