Skandal im Werk Luckenwalde

Rosenbauer entdeckt manipulierte Buchführung

Luckenwalde (BB) – Im Werk Luckenwalde ist die Rosenbauer International AG bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 auf Unregelmäßigkeiten gestoßen. Einem Mitarbeiter und einem externen Handelspartner wird vorgeworfen, die Buchführung manipuliert zu haben.

Blick in eine Produktionshalle des Rosenbauer-Werks in Luckenwalde. Archivfoto: Jan-Erik Hegemann

„Diese Manipulationen haben uns geplante Einnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro gekostet, die wir in der Bilanz entsprechend wertberichtigt haben“, sagte Unternehmenssprecher Tiemon Kiesenhofer auf Nachfrage von feuerwehrmagazin.de. „Zusätzlich haben wir 3,4 Millionen Euro vorsorglich zur Seite gelegt, falls das Minus noch höher ausfallen sollte.“

Eigene Experten, Datenforensiker sowie Rechtsanwälte seien zurzeit mit der Prüfung beschäftigt. „Wir haben aber bereits personelle Konsequenzen gezogen und uns von dem Mitarbeiter getrennt sowie die Geschäftsbeziehungen zu dem externen Handelspartner beendet“, so Kiesenhofer. Strafanzeige sei noch nicht gestellt worden, da bislang unklar sei, ob kriminelle Handlungen vorlägen.

Der Unternehmenssprecher widersprach einem Bericht in der Märkischen Allgemeinen, die Unregelmäßigkeiten seien dadurch entstanden, dass Kunden von Rosenbauer offenbar ihre Rechnungen nicht bezahlt hätten. „Unsere Kunden sind nach aktuellem Stand nicht involviert“, betonte Kiesenhofer.

Durch den Vorfall sei der Standort Luckenwalde nicht in der Existenz bedroht. In dem Werk entstehen vor allem Normfahrzeuge für kommunale Feuerwehren – insbesondere der AT-Baureihe (Advanced Technology) –, aber auch die Kabinen für die Flughafenlöschfahrzeuge (FLF) Panther sowie Löschfahrzeuge für den internationalen Vertrieb.

Rosenbauer baut Standort Luckenwalde aus

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