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Sorge über Reform-Pläne von Jens Spahn

Präsident Ziebs sieht Notfallversorgung in Gefahr

Berlin – Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben sich besorgt über die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Reform der Notfallversorgung geäußert. „Deutschland verfügt über eines der europaweit vorbildlichsten Rettungsdienst-Systeme, um das uns viele sogar beneiden“, sagten die Präsidenten von DFV und vfdb, Hartmut Ziebs und Dirk Aschenbrenner, am Rande des DFV-Bundesfachkongresses am Donnerstag in Berlin. „Dieses gut eingespielte Modell in Frage zu stellen, wäre so für die Sicherheit der Bevölkerung nicht vertretbar.“ In einem Schreiben an den Gesundheitsminister hat DFV-Präsident Ziebs um ein Überdenken des Vorhabens gebeten und Gespräche mit den Beteiligten angeregt.

Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Foto: Hegemann

Ziebs und Aschenbrenner begrüßten zugleich die Initiative des Niedersächsischen Landkreistages, der unlängst zur Gründung eines „Bündnisses für den Rettungsdienst als Landes- und Kommunalaufgabe“ aufgerufen hat. „Zweifellos gibt es an vielen Stellen Optimierungsbedarf – vor allem, wenn es um die angemessene ärztliche Versorgung von Kranken außerhalb der üblichen Praxiszeiten geht“, betonte Aschenbrenner. „Denn nach wie vor wird der Rettungsdienst vielfach durch Anrufe und Einsätze überlastet, die keine Dringlichkeit haben. Das geht im Extremfall auf Kosten akuter Notfälle und belastet unnötig die Kliniken.“ Insofern sei eine enge Zusammenarbeit zwischen dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der nach wie vor noch nicht ausreichend bekannten Rufnummer 116 117 sowie den Mitarbeitern der ausschließlich für Notfälle vorhandenen Nummer 112 sinnvoll. Hierfür müssten allerdings vielfach noch die technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden.

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Hartmut Ziebs und Dirk Aschenbrenner sehen den Rettungsdienst in Deutschland durch die Reform von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Gefahr. Symboldbild: Preuschoff

„Für derartige Veränderungen aber ist keine Grundgesetzänderung und keine Verlagerung der Verantwortlichkeiten von den Kommunen auf den Bund erforderlich“, ergänzte DFV-Präsident Ziebs. Es sei bedauerlich, dass vor dem Vorstoß des Gesundheitsministers nicht ausführliche Gespräche mit allen für den Rettungsdienst Verantwortlichen stattgefunden hätten.

„Sollte der Gesetzentwurf so, wie er jetzt ist, in die Wirklichkeit umgesetzt werden, wäre unser Rettungsdienst in Gefahr“, so das Fazit von Hartmut Ziebs und Dirk Aschenbrenner. „Nicht auszudenken, wenn hilfesuchende Anrufer eines Tages beim Wählen der Notrufnummer 112 zunächst in einer Telefon-Warteschlange wie im Kaufhaus statt bei einem kompetenten und ortskundigen Disponenten landen würden.“

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Für solche überlastungen kann man sich der technischen Einsatzleitung bedienen, sowie örtliche Einsatzleitungen einsetzen. Wir sind leider in den letzten Jahren nicht mit dem Bedarf gegangen, sondern haben weiterhin lustig nach den Verordnungen aus dem letzten Jahrhundert beschafft. Das rächt sich nun, auch der DFV ist daran nicht ganz unschuldig. Er hat zu wenig Lobbyarbeit geleistet.

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  2. Bei uns in der Schweiz ist es seit bald 20 Jahren normal das die Notrufnummer der Polizei 117, die Feuerwehr 118/112 und der Rettungsdienst 144/112 in der selben Leitstelle bearbeitet werden die Disponenten sind meist Speziell ausgebildete Polizisten. Das heisst auch im Notfall wenn in der Rettungsdienstleistelle viel Arbeit ist und bei der Polizei wenig unterstützen die Disponenten 117 die Disponenten 144. Wäre das nich auch ne Möglichkeit für Deutschland?

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  3. Das Politiker selten das Wohl der Bevölkerung im Blick haben dürfte allgemein bekannt sein. Ebenso, das Herr Spahn auch nur ein CDU-Partei-Soldat ist, welcher von der Parteispitze in den Kampf geschickt wird.
    Wenn jetzt der Präsident des DFV das bestehende System über den grünen Klee lobt, geht das auch meilenweit an den Tatsachen vorbei.
    In vielen Gegenden ist das System schon jetzt an der Schmerzgrenze, hier in der Region sind die Disponenenten der IRLS schon an “normalen” Tagen quasi Akkordarbeiter. Wenn da noch ein Unwetter oder eine andere Großschadenslage hinzu kommt, wird es richtig eng. Da unterstützen Beamte aus den LZ die Leitstelle, die aber auf Grund der Lage oft auf den Autos gebraucht würden.
    Warteschleifen sind übrigens schon jetzt an der Tagesordnung. Zeiten von 15 Minuten sollen in einer unbedeutenden Bundeshauptstadt keine Ausnahme sein.

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  4. In Bochum kommt es öfter vor das man am Telefon sagt bitte legen Sie nicht auf sie werden gleich verbunden Überlastung der Leitstelle Oder Auslastung Rettungsdienst keine Fahrzeuge zur Verfügung für die Notfallrettung keine Seltenheit alle brauchen schnelle Hilfe auch bei Husten oder Schnupfen 112 für jeden Spaß zu haben 365 tage im Jahr rund um die Uhr

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  5. Es wäre schön, wenn diese berechtigten Bedenken von der Politik berücksichtigt würden, denn durch die Ausdünnung von Kliniken im ländlichen Bereich wird das deutsche Rettungssystem schon massiv strapaziert.

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