Einsatzbericht im Feuerwehr-Magazin 8/2018

Polizei filmt Gaffer nach schwerem Verkehrsunfall

Ratingen (NW) – Auf der A3 bei Ratingen (Kreis Mettmann) rast ein Sattelzug in ein Stauende. Der Lkw schiebt drei Pkw auf einen Gefahrstoff-Transporter. Drei Pkw-Insassen sterben. Die aufwändigen Bergungs- und Rettungsmaßnahmen, das Maß der Verwüstung sowie Gaffer gestalten den Einsatz auch für erfahrene Kräfte äußerst schwierig.

Einsatzbericht Ratingen
Rechts sind die Beamten der Hundertschaft zu sehne. Einer von ihnen filmt die Gaffer. Foto: Feuerwehr Ratingen

Eine Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei, die sich auf dem Rückweg von einem Einsatz befindet, leistet unmittelbar nach dem Unfall Erste Hilfe und sichert die Unfallstelle ab. Auch die seit einiger Zeit durch den Landesbetrieb Straßen.NRW vorgehaltenen mobilen Sichtschutzwände haben sich bewährt. Sie wurden kurz nach Einsatzbeginn durch die Autobahnpolizei angefordert.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Bereitschaftspolizei konnte innerhalb von wenigen Minuten nach dem Eintreffen des Materials ein etwa 100 Meter langer Sichtschutz errichtet werden. “Danach reduzierten sich die teilweise extremen Verkehrsbehinderungen und Beinah-Unfälle durch Gaffer auf der Gegenfahrbahn erheblich, und der Verkehr in Richtung Köln floss wesentlich zügiger an der Unfallstelle vorbei”, freut sich Brandamtmann Jan Neumann. Auf der Gegenfahrbahn haben zahlreiche Gaffer versucht, die Unfallstelle zu fotografieren und zu filmen.

Polizeibeamte der im Stau stehenden Einsatzhundertschaft stellten sich schließlich mit einer Videokamera an der Mittelleitplanke auf, um Gaffer im Gegenverkehr zu filmen und später ermitteln zu können. “Das war natürlich eine ganz neue Situation für uns”, erklärt Pressesprecher Neumann. “Zum ersten Mal konnten massiv Störer und Gaffer festgestellt und verfolgt werden. Leider ist im Nachgang niemand aus diesem Personenkreis belangt worden, da nach Sichtung des Materials eine eindeutige Schuld nicht nachweisbar war.” Lest den kompletten Einsatzbericht im Feuerwehr-Magazin 8/2018.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich finde egal wer es ist, wenn man merklich langsamer fährt oder auch wird, dass heißt meine ich wenn man schon fast schritttempo fährt nur um einen Blick zu erhaschen, gehört bestraft. Ich bringe meinen Kindern bei schaut demonstrativ in die andere Richtung wenn ihr an einem Unfall vorbei müsst wenn es keinen anderen Weg gibt, ansonsten sollen sie umdrehen und sie fahren dann halt 1km weiter aber müssen an der unfallstelle nicht vorbei. Auch wenn ich mit ihnen im Auto unterwegs bin und es kommt eine u. Stelle sie schauen weg.

    Ich finde jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau, machen einen guten Job dass muss man auch mal sagen,manche machen es freiwillig andere haben ihren Traum zum Beruf gemacht.

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  2. Für einen normalen Bürger nicht nachvollziehbar solche Freisprüche für Gaffer: “Leider ist im Nachgang niemand aus diesem Personenkreis belangt worden, da nach Sichtung des Materials eine eindeutige Schuld nicht nachweisbar war.” Klar war von denen niemand am Unfall selbst Schuld. Aber eine Behinderung zumindest des weiteren Verkehrs war gegeben. Und das reicht für ein Bußgeld. Mal sehen, wenns bei unserer Feuerwehr auch mit Sichtschutzwänden los geht, hör ich sofort auf! Dann können die Gaffer, Staatsanwälte und Richter bergen, retten und löschen!

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