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Ausführlicher Einsatzbericht zum schweren Zugunglück in Bad Aibling (BY) im Februar 2016. Zwölf Menschen starben, über 100 wurden teils schwer verletzt.
Vorbildfunktion für Bund

Landesweiter Warntag in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf – Am Donnerstag findet wieder der landesweite Warntag in NRW statt. Seit September 2018 werden in Nordrhein-Westfalen regelmäßig – jeweils am zweiten Donnerstag im März und im September- landesweite Probealarme ausgelöst. Damit legte NRW auch den Grundstein für den bundesweiten Warntag im September.

Am Donnerstag um 11 Uhr heulen in Nordrhein-Westfalen wieder die Sirenen. In Sachen Warntag hat das Bundesland eine gewisse Vorreiterrolle eingenommen. Foto: Sirenenbau Fischer

Pünktlich um 11 Uhr wird gemäß Warnerlass des Ministeriums des Innern von den örtlichen Aufgabenträgern, die über Sirenen in ihrem Zuständigkeitsbereich verfügen, am Donnerstag ein Probealarm ausgelöst. Der Ablauf des Probealarms ist vom Innenministerium genau festgelegt und gliedert sich wie folgt:

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  • Der Probealarm beginnt um 11 Uhr mit dem Sirenensignal ENTWARNUNG. Die vorhandenen Sirenenanlage geben einen 1-minütigen Dauerton von sich.
  • Anschließend wird nach einer fünfminütigen Pause von den Leitstellen das Sirenensignal Warnung bei Gefahren (Warnung der Bevölkerung) ausgelöst. Es handelt sich um einen 1-minütigen Heulton (auf- und abschwellend).
  • Nach einer weiteren fünfminütigen Pause schließt ein einminütiger Entwarnungsdauerton den Probealarm ab.

Eine Überprüfung des Sirenensignals „Alarmierung der Feuerwehr“ findet am Warntag nicht statt.

Im Rahmen des Warntages möchten die Aufgabenträger die Funktionsfähigkeit der örtlichen Warnkonzepte testen. Die Bedeutung der Sirenensignale soll den Bürgern in Erinnerung gerufen werden. Auch die Warn-Apps, unter anderem NINA, sollen am Donnerstag ebenfalls probeweise ausgelöst werden. Im Rahmen des Warnmittelmixes ist es wichtig, die verschiedenen Warnmedien optimal einzusetzen. Neben Sirenen und Warnapps können auch Informationen über Lautsprecherwagen, Rundfunk und soziale Medien bereitgestellt werden.

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Im Gefahrenfall (beispielsweise bei Gefahren wie Hochwasser, Gefahrstoffausbreitung, Großbrand oder andere so genannte Großeinsatzlagen) soll sich die Bevölkerung beim Ertönen des Sirenensignals „Warnung der Bevölkerung“ wie folgt verhalten:

  • Geschlossene Räume aufsuchen.
  • Fenster und Türen schließen.
  • Radio einschalten und auf Durchsagen achten, Nachbarn unterrichten
  • Auf eventuelle Lautsprecherdurchsagen von Feuerwehr oder Polizei achten.
  • Die Notrufnummern 110 und 112 nur bei wirklichen Notfällen anrufen.

Vorbildhaft haben sich mittlerweile in NRW die Abläufe des Warntags in Städten und Kreisen eingespielt. Viele Städte und Kreise verfügen über flächendeckende Sirenennetze. Bestehende Sirenennetze werden weiter ausgebaut und modernisiert. Der unerreichte Weckeffekt der Sirene ist den Aufgabenträgern schon lange Zeit bekannt. Die Standorte der Sirenen werden deshalb auch seit einigen Jahren in einem Sirenenkataster im Informationssystem Gefahrenabwehr (IG NRW) erfasst.
Viele Städte und Kreise rufen zudem aktiv ihre Bürger auf, die Hörbarkeit der Sirenensignale rückzumelden, um die flächendeckende Abdeckung der Sirenennetze zu prüfen und zukünftig Beschallungslücken schließen zu können.

Klassische Dachsirene, wie sie noch häufig zu finden ist. Foto: Sirenenfreunde Südwestpfalz

Bundesweiter Warntag 2020 war ein Fiasko

Auf der 210. Sitzung der Innenministerkonferenz der Länder im Juni 2019 wurde die Einführung eines bundesweit einheitlichen Warntages beschlossen. Dieser Warntag fand erstmals am 10. September 2020 statt und fiel bekanntermaßen zwiespältig aus. Vielen Aufgabenträgern wurde anhand der aufgetretenen Probleme klar, dass noch Handlungs- und Optimierungsbedarf im Rahmen der Bevölkerungswarnung besteht.

Auch auf Bundesebene scheint es deshalb angezeigt, den bundesweiten Warntag zweimal jährlich durchzuführen. Die positiven Erfahrungen aus NRW sprechen für sich.

Auch in anderen Bundesländern kommt der Bevölkerungswarnung wieder eine größere Bedeutung zu. So hat das Innenministerium Thüringens erst kürzlich ein Förderprogramm zur Umrüstung von bestehenden elektronischen Sirenen und Motorsirenen in Höhe von bis zu 1,8 Millionen Euro aufgelegt. Die Mittel sollen die bestehenden Förderungen im Bereich des Brandschutzes in den Kommunen ergänzen.

Text: Florian Mikschy (Sirenenfreunde Südwestpfalz)

Teilnehmende Städte und Kreise mit Sirenenwarnnetz (Warntag NRW):
Aachen, Bergisch Gladbach, Bocholt, Bonn, Borken, Bottrop, Dortmund (teilweise/Sirenennetz derzeit im Aufbau), Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen (teilweise/Sirenennetz derzeit im Aufbau), Grevenbroich, Krefeld, Kreis Borken, Kreis Kleve, Kreis Paderborn, Kreis Wesel, Mülheim an der Ruhr, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis und einige mehr.

Weitere Infos: (offizielle Seite)
https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Guten Morgen manni73,
    in gewisserweise stimmt es, dass Bayern seit langer Zeit bereits /weiterhin “Zivilschutzprobealarme” durchführt.
    Im Unterschied zu Bayern ist NRW nahezu flächendeckend mit der digitalen Alarmierung im POCSAG-Verfahren (2m Band) ausgestattet.
    Diese Technik bietet bspw. die Möglichkeit unzählige verschiedene Alarmgruppen zu bilden usw.
    In Bayern hingegen wird noch analog im 5 Ton-Verfahren alarmiert.
    Viele Sirenensteuerempfänger können nicht alle Zivilschutzalarmtöne wiedergeben. Die Auswertung bei den alten analogen Fernwirkempfängern erfolgte über Stimmgabeln. Diese Technik war damals sehr teuer. Viele Kommunen haben in der Regel nur den Feueralarm und den Heulton zur Warnung der Bevölkerung hinterlegt.
    Manchenortes ist auch noch der alte ABC-Alarm hinterlegt.
    Im Rahmen der angedachten TETRA-Alarmierung (die unter Experten kontrovers diskutiert wird) sollen auch die Sirenen mit TETRA-Empfängern versehen werden.
    NRW hat die Abläufe im Rahmen des Warnerlasses auf “professionelle Beine” gestellt. Unter anderem hat man auf Bundesebene erkannt, dass auch die Sirenentöne vereinheitlicht werden sollten. Übrigens hatten in NRW die Warnapps bei deren landesweiten Probealarmen i.d.R. funktioniert.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. In Bayern wurde das nie abgeschaft genauso wenig wie die sirenen die wurden sogar ausgeweitet.
    Also warum hat NRW da jetzt eine Vorreiterrolle?

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