Für die ABC-Ausbildung

Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz des IBK Heyrothsberge

Biederitz-Heyrothsberge (ST) – Das Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge (Kreis Jerichower Land) nutzt seit Anfang 2021 einen neuen Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz (GW-A/S) der Firma GSF Sonderfahrzeugbau in der ABC-Ausbildung. Äußerlich erinnert der Mercedes Sprinter 516 CDI mit Kofferaufbau an einen Rettungswagen (RTW).

Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz des IBK Heyrothsberge mit Beladung und zwei Teilen des Heckzeltes.

Der 163 PS (120 kW) starke GW-A/S ist mit einer Markise, einem aufzubauenden dreiteiligen Heckzelt und einem von außen nutzbaren Ausklapptisch mit Whiteboard ausgestattet. Neben der Atemschutztechnik sind die Persönliche Schutzausrüstung einschließlich amtlichen Personendosimeter und Dosiswarngerät sowie die gesamte sonstige Sonderausrüstung Strahlenschutz für eine Gruppe untergebracht.

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Zur Atemschutztechnik zählen acht Pressluftatmer mit acht Reserveflaschen, je acht Masken für Normal- und Überdruck mit Zubehör und die entsprechende Anzahl von ABEK2-P3-Filter. Zusätzlich zu der erforderlichen Anzahl der Schutzkleidung Form 1 und 2 sind auf dem GW noch eine Vielzahl von Kontaminationsschutzanzügen und Stiefeln in verschiedenen Größen für die Lehrgangsteilnehmer untergebracht.

Zur sonstigen Sonderausrüstung Strahlenschutz gehören verschiedene Dosisleistungsmessgeräte zur Messung der Gamma-Dosisleistung. Bei höheren Dosisleistungen lassen sich die auf dem GW befindlichen, bis auf 4 Meter ausziehbaren Teleskopsonden verwenden. Damit wird durch den einzuhaltenden Abstand die aufgenommene Dosis der Einsatzkräfte deutlich verringert.

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Um die Grenze des Gefahrenbereiches festzulegen und zu überwachen sind zwei Dosisleistungswarngeräte mit dem einzustellenden Wert von 25 µSv/h auf dem Fahrzeug untergebracht. Damit kann die Einsatzleitung auch während eines A-Einsatzes – etwa zur Lageerkundung – zusätzlich mit einem Dosisleistungswarngerät ausgestattet werden. Ein auf dem Fahrzeug befindliches Fernglas und eine Digitalkamera lassen sich dafür ebenfalls nutzen.

Die Messtechnik der sonstigen Sonderausrüstung Strahlenschutz komplettieren zwei unterschiedliche Kontaminationsnachweisgeräte (CoMo170 ZS und Contamat FHT 111M mit zwei unterschiedlichen Detektoren). Daneben führt der GW-A/S noch drei weitere Messgeräte zum Nachweis für chemische Stoffe mit: Ex Tec Snooper 4, Gas Alert Micro 5 und Dräger X-am 8000.

Nachfolger für 25 Jahre altes Fahrzeug

Zur Abwehr bestehender atomarer Gefahren sind unter anderem folgende Arbeitsgeräte und Verbrauchsmaterialien auf dem GW-A/S vorhanden:

  • Ferngreifzangen und extra lange Pinzetten zur Fernmanipulation von radioaktiven Quellen,
  • Schaufeln, zum Beispiel zum Sichern von beschädigten Versandstücken,
  • Behälter/Abschirmbehälter mit Transportkarre zum Sichern radioaktiver Stoffe und zum Schutz vor Kontaminationsverschleppung,
  • Folienbeutel verschiedenster Größen zum dichten Verpacken kontaminierter Materialien,
  • Klebeband mit der Aufschrift „Radioaktiv“ zum Verschließen und Kennzeichnen von Folienbeuteln,
  • Gefahrzettel der Klasse 7 mit den Kategorien I-WEISS, II-GELB und III-GELB zur Kennzeichnung von Behältern mit radioaktivem Inhalt,
  • Absperrmaterialien (zu Beispiel Absperrketten, Folienabsperrbänder, Faltkegel, Warnfaltdreiecke),
    Schilderständer für die Warnzeichen für ionisierende Strahlung zur Kennzeichnung von Einsatzstellen,
  • so genannte Tatortschilder mit den Ziffern 1 bis 15 zur Markierung von Fundstücken,
  • Folien zum Aufbau des Dekon-Platzes in den Farben schwarz/weiß, schwarze Folien für den Korridor zum Dekon-Platz und Folien zum Abdecken kontaminierter Flächen,
  • Erste Hilfe-Kasten sowie ein Hygieneboard mit verschiedenen Dekon-Mittel für Nass- und Trocken-Dekontaminationen.

Für die Dokumentation stehen während der Einsatzübungen unter anderem Erfassungsblätter für Strahlenschutzeinsätze, Messprotokolle, Strahlenunfallerhebungsbögen sowie Kontaminations- und Produktanhängekarten zur Verfügung.

Um die Atemschutz- und Dosisüberwachung auch außerhalb des Fahrzeuges, z. B. am Dekon-Platz durchführen zu können, kann der Maschinist die Klapptische und den Schreibtischstuhl des GW A/S nutzen.

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Neben dem Periodensystem für radioaktive Stoffe können für die Ermittlung der Eigenschaften und der damit verbundenen Gefahren von A-Gefahrstoffen auch die Karlsruher Nuklidkarte (10. Auflage von 2018) verwendet werden. Zudem steht das 2020 neu aufgelegte Handbuch für Gefahrgut-Transport-Unfälle mit „MET-Modell für Effekte mit toxischen Gasen“ von Dr.-Ing. Hans-Dieter Nüßler neben weiteren Nachschlagewerken auf dem Fahrzeug zur Verfügung.

Der neue GW-A/S mit dem Vorgänger (rechts): MAN 8.113 mit Schmitz-Aufbau aus dem Jahr 1996.

Mit der Übernahme des neuen GW-A/S in den Ausbildungsbetrieb stellte das IBK Heyrothsberge einen 25 Jahre alten Vorgänger auf MAN 8.113 mit einem Aufbau der Firma Schmitz außer Dienst.

Text: Gabor Mueller, Hauptfachlehrer ABC-Schutz/NWT

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Schönes Arbeiten mit dem Neuen GW A/S‍♂️

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