67. Jahresfachtagung der vdfb

Forschungszentrum als Antwort auf Katastrophen

Dortmund –  Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) sieht Feuerwehren, Katastrophenschutz und Rettungsdienste in der Zukunft vor großen Einsatzherausforderungen – durch Pandemien, Vegetationsbrände und andere Katastrophen. Und setzt sich für eine stärkere Vernetzung aller Beteiligten ein. Eine Idee zur Interessensbündelung: ein gemeinsames Forschungszentrum.

Für ein solches Forschungszentrum sprach sich vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner bei der 67. Jahresfachtagung der Vereinigung aus. Diese war ursprünglich als Präsenzveranstaltung in Münster, dem Sitz der vfdb, geplant gewesen. Pandemiebedingt fand die Veranstaltung Anfang dieser Woche aber nur virtuell statt. Drei Tage lang hatten rund 200 Teilnehmer Vorträgen und Diskussionen online folgen können. “Als Vision könnte ein Zentrum dienen, das innovative Grundlagenforschung, transdisziplinäre Anwendungsforschung und Transfer eng verbindet“, sagte Aschenbrenner. Ein solches könne als Dachorganisation für nationale und internationale Aktivitäten die Forschungsarbeit im Bevölkerungsschutz aufeinander abstimmen.

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Ein weiteres Problem ist nach Ansicht der vfdb die Überführung der vorhandenen Forschungsergebnisse und Lösungen in die Praxis. “Und wir müssen die Kräfte bündeln, Anwender, Industrie und Wissenschaftler in einem System zusammenführen”, so Aschenbrenner weiter. Wichtig sei dabei vor allem, die Anwender frühzeitig einzubinden und mitzunehmen. 

Viele der Vorträge thematisierten die Digitalisierung. Dabei ging es um die Anwendungsmöglichkeiten für die Gefahrenabwehr, aber auch um Defizite – insbesondere im Zeichen der Pandemie.  Zu den Referaten gehörte beispielsweise die Präsentation eines Feuerwehrvertreters aus den USA, der über die regelmäßigen schweren Waldbrände in Kalifornien berichtete. Darin wurde deutlich, wie sehr eine weitergehende Digitalisierung, zum Beispiel mit Hilfe von Drohnen, einen Einsatz unterstützen kann.

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Weitere Themen drehten sich um neue Fahrzeugtechnologien (Brandbekämpfung an Hochvoltfahrzeugen), Einsatzhygiene, betriebliches Krisenmanagement, vorbeugender und abwehrender Brandschutz sowie die Zukunft der Feuerwehr. Und natürlich stand auch die aktuelle Pandemie immer wieder im Fokus. “Die Pandemie zeigt uns schmerzhaft auf, dass unsere Vorbereitungen auf solche Lagen nicht ausreichend gewesen sind”, so der vfdb-Präsident. Er plädierte dafür, mehr Geld in die Prävention zu investieren. “Das senkt nämlich die Folgekosten enorm”, so Aschenbrenner wörtlich. “Es lohnt sich immer, an der richtigen Stelle in die Sicherheit zu investieren.”

Das aktuelle Logo der vfdb. (Bild: vfdb)

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