Editorial Feuerwehr-Magazin 3/2023

Es passiert so schnell…

Editorial von Michael Klöpper, stellv. Chefredakteur Feuerwehr-Magazin, Feuerwehr-Magazin 4/2023:

Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Mit diesem Wort-Ungetüm bekommt es jedes Feuerwehrmitglied spätestens in der Truppmannausbildung zu tun. Vielleicht schon vorher in der Jugendabteilung. Die meisten nicken verständnisvoll, wenn Vorgaben durch die UVV begründet werden. Sicherheit und Eigenschutz stehen bei der Feuerwehr unbestritten an vorderster Stelle.

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Wer unter hohem Zeit- und psychischem Druck handeln muss, um Leib und Leben zu retten und Sachwerte zu schützen, darf sich nicht selbst in Gefahr bringen. Nur wer unversehrt bleibt, kann helfen. Kein Wunder, dass es eine Aufgabe der Unfallversicherungsträger ist, in der Präventionsarbeit möglichst viele Gefahren bekannt zu machen. Damit im besten Fall nichts passiert.

Doch ein Restrisiko bleibt, egal wie viel Vorsicht im Spiel ist. Ich selbst habe es mal erlebt, als ich bei einem Unwetter durch einen knöcheltief überfluteten Garten watete. Und plötzlich bis zum Bauchnabel im Wasser versank. Niemand hatte uns gesagt, dass da ein Teich angelegt ist. Zu sehen war er in der Dunkelheit nicht. Außer nassen Klamotten ist nichts passiert. Das vielleicht Schmerzhafteste waren in diesem Augenblick lediglich die fröhlich-feixenden Kameraden. Wer den Schaden hat …

Ein solcher falscher Schritt kann aber weitaus schlimmere Folgen nach sich ziehen. So wie im Fall von Thomas Weege. Der stellvertretende Stadtbrandmeister von Norden (NI, Kreis Aurich) verletzte sich im Mai 2022 bei einem Einsatz schwer. Damit ist er nicht allein, wie ihm ergeht es jedes Jahr tausenden Kameraden. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 (samt entsprechenden Veranstaltungen) zählte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung genau 4.507 Arbeitsunfälle von ihrem Bereich abgesicherten Feuerwehrleuten. Wegeunfälle nicht eingerechnet.

Warum berichten wir also jetzt genau über diesen Unfall? Es geht nicht darum, eine vermeintliche Heldengeschichte zu erzählen oder nachträglichen Voyeurismus zu betreiben. Drei wesentliche Gründe sprechen für den Artikel. Zum einen ist eine real-anschauliche Erinnerung, wie schnell so ein Unfall passieren kann, sicherlich nicht verkehrt. Vor allem für jüngere Kameraden mit weniger Erfahrung.

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Zum anderen waren Thomas und seine Kameraden nach unserer Anfrage bereit, über diesen Unfall zu sprechen und die Bilder zu veröffentlichen. Keine Selbstverständlichkeit. Denn auch wenn am Ende alles gut ausging: Im direkten Gespräch war allen Beteiligten mehr oder weniger anzumerken, dass es sich um ein dramatisches Ereignis handelte. Eines, das nicht einfach nur abgehakt und vergessen worden ist.

Der Vollständigkeit halber sollte dabei erwähnt sein, dass Thomas auch freier Mitarbeiter des Feuerwehr-Magazins ist und ein vertrauensvolles Verhältnis zur Redaktion besteht. Und schließlich bietet das Thema auch eine Möglichkeit, auf die unersetzliche Arbeit der Unfallversicherung einzugehen, die oft genug im Hintergrund stattfindet, aber enorm wichtig ist. In diesem Fall exemplarisch die der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen.

Den Artikel findet ihr im aktuellen Feuerwehr-Magazin 4/2023 ab Seite 16. Und passt auf Euch auf! Es passiert so schnell …

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Die Kameraden, die mit Thomas Weege im Einsatz waren, haben seine erste Infusionsflasche mit Unterschriften versehen und samt Teddybär ins Krankenhaus geschickt.

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