Ausgelöste Brandmeldeanlagen immer ernst nehmen

Von wegen nur BMA!

Wilhelmshaven (NI) – “Nehmt auch die Alarme von Brandmeldeanlagen ernst!” An diese Aussage werden die Einsatzkräfte der Wilhelmshavener Feuerwehren und Rettungsdienste an diesem 13. Juni wieder einmal denken. Zwei Jahre ist es her, dass sie zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage alarmiert wurden. Was folgte, war ein dramatischer Rettungseinsatz.

Dienstag, 13. Juni 2017. In Wilhelmshaven treffen sich die Mitglieder der FF Bant-Heppens, einer Schwerpunktfeuerwehr der FF Wilhelmshaven, um 19 Uhr an ihrem Feuerwehrhaus zum wöchentlichen Dienstabend. Es steht die jährliche Wachüberprüfung an. Daher sind neben den ehrenamtlichen auch der Fachbereichsleiter Steffen Lutter, Stadtbrandmeister Michael Feist und stellvertretender Stadtbrandmeister Walter Menßen zugegen. Gerade als die angesetzte Übung beginnt, lösen die Funkmeldeempfänger von Lutter und Feist aus: „BMA, Pflegeheim Friesenhaus, Kniprodestraße.“

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Im Juni 2017 brennt es in einem Pflegeheim in Wilhelmshaven (NI). 66 Bewohner können von der Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet werden. Sieben Menschen werden verletzt. Das Gebäude wird ein Totalschaden. Foto: Preuschoff

Da die Feuer- und Rettungswache 2 der Feuerwehr Wilhelmshaven in der Albrechtstraße gerade mal 400 Meter von dem Pflegeheim entfernt ist, sollte sich die Lage mit der ausgelösten Brandmeldeanlage schnell geklärt haben, denken alle und die Übung wird fortgesetzt. Doch keine Minute später gehen die Melder wieder auf – und diesmal sind es alle. Das Hilfeleistungs-Löschfahrzeug (HLF) 20 der BF hat die Rückmeldung „Offener Dachstuhlbrand“ gegeben. Neben dem Löschzug der BF, der bereits von der Feuer- und Rettungswache 1 mit Einsatzleitwagen (ELW) 1, HLF 20 und DLAK 23/12 sowie den Rettungswagen (RTW) der Feuerwehr auf dem Weg ist, rücken jetzt die FF Bant-Heppens und die FF Rüstringen ebenfalls aus. Glücklicher Umstand an diesem Dienstag: Auch die Rüstringer haben Dienstabend und sind bereits am Feuerwehrhaus versammelt. Weiterhin werden die FF Fedderwarden und die FF Sengwarden alarmiert. Feist: „Die enorme Rauchwolke war bereits auf der Anfahrt schon von weitem erkennbar.“

Zusammen mit den Mitarbeitern retten die Kräfte der zuerst eintreffenden Berufsfeuerwehr alle Bewohner ins Freie. Foto: Preuschoff

Zusammen mit elf Pflegefachkräften des Heims setzen die eintreffenden Einheiten die bereits eingeleiteten Evakuierungsmaßnahmen fort. Ein weiterer glücklicher Umstand: Da es erst kurz nach 19 Uhr ist, sind viele Bewohner noch nicht im Bett und wurden zum Zeitpunkt der Feuermeldung noch von den Pflegern versorgt. Einige der bettlägerigen Menschen müssen auf Tragen aus dem Haus gebracht werden.

Trotz zügig eingeleiteter Brandbekämpfung können die Einsatzkräfte nicht verhindern, dass sich das Feuer über den Dachstuhl immer weiter ausbreitet. Foto: Preuschoff

Insgesamt 66 Personen – zum großen Teil in ihrer Mobilität stark eingeschränkt – sowie ein Besucher müssen in Sicherheit gebracht werden. Pfleger und Feuerwehrleute kümmern sich zunächst im Hof des Anwesens um die Menschen. In der Zwischenzeit löst die Leitstelle Friesland-Wilhelmshaven einen ManV50 – ein Massenanfall von Verletzten mit bis zu 50 Personen – aus, um ausreichend Kräfte für die Evakuierungsmaßnahmen zur Verfügung zu haben. Während die Betroffenen in Sicherheit gebracht werden, leiten andere Kräfte der eingesetzten Feuerwehren erste Löschmaßnahmen ein.

Lest den ganzen Einsatzbericht in Feuerwehr-Magazin 4/2018. Das Heft könnt Ihr hier versandkostenfrei bestellen oder in unserem Shop downloaden.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Durch die Zunahme der Pflegebedürftigen, bei gleicher Konzentration auf Privatinvestoren wird sich das Brandrisiko nicht verringern. Preiswerter und effizienter werden in Österreich Druckbelueftungsanlagen statt Springleranlagen zur Freihaltung der Fluchtwege gefördert.

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