Einsatzbericht im Feuerwehr-Magazin 9/2020

Hamburg: Rettung unter Lebensgefahr

Hamburg – In Hamburg stürzt ein Baugerüst an einem sechsgeschossigen Bürogebäude ein. Zwei Maurer werden mit in die Tiefe gerissen und in einem Trümmerfeld aus Metall und Verblendsteinen verschüttet. Feuerwehr und Polizei starten eine gefährliche Menschenrettung, da weitere Bauteile herunterfallen und sie treffen könnten.

Feuerwehrleute und Polizisten arbeiten in Hamburg Hand in Hand, um zwei verschüttete Bauarbeiter zu retten. (Bild: Blaulicht-News.de)

Mit dem Stichwort “TH V” alarmiert ein Disponent der Rettungsleitstelle am 17. März 2020 um 14.41 Uhr Kräfte der Hamburger Feuer- und Rettungswachen 11 (Innenstadt) und 12 (Altona) sowie den B-Dienst. Einsatzort ist die Simon-von-Utrecht-Straße unweit der Reeperbahn. Das Stichwort bedeutet Technische Hilfeleistung und Person verschüttet. “Einsätze mit verschütteter Person sind für uns nicht alltäglich”, berichtet Marc Schwarze, Zugführer (ZF) von Wache 11. Über Funk erfahren Schwarze und seine Kollegen, was passiert ist: An einem sechsgeschossigen Rohbau ist an der Fassade großflächig auf ganzer Höhe ein Gerüst eingestürzt. Ein Arbeiter soll verschüttet sein.

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Schnell sind die ersten Kräfte an der Einsatzstelle, die sich keinen Kilometer von Wache 11 an der Admiralitätsstraße entfernt befindet. Schwarze: “Uns bot sich ein Bild, wie man es aus den Abendnachrichten von Bombenangriffen kennt: Ein riesiger Trümmerberg, auf dem bereits Bauarbeiter und Polizisten nach dem Verschütteten suchten.” Der ZF verschafft sich zusammen mit B-Dienst Jens Neumann, der die Einsatzleitung übernimmt, und Peter Moh, ZF von Wache 12, einen ersten Überblick. “Die Lage war komplett ungewöhnlich”, berichtet Fabian Frantzen vom Hamburger Löschfahrzeug (HLF) der Wache 11. “So etwas hatte keiner von uns zuvor jemals live gesehen.”

“Die Situation war nicht ungefährlich, sie erschien uns aber kalkulierbar”, sagt Neumann. “Wir haben uns mit einigen Kollegen in die Augen gesehen und uns war klar, dass wir das Risiko eingehen.” Das bedeutet: Trotz der möglichen Gefahr des Absturzes weiterer Bauteile, die in die Tiefe und auf die Suchtrupps fallen könnten, wird sofort die Rettung eingeleitet.

Den gesamten Bericht findet Ihr im neuen Heft (FM 9/2020). 

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