"Feuerwehr light"?

Feuerwehrhelfer sollen Tagesalarmsicherheit verbessern

Gleißenberg (BY) – Wie die “Chamer Zeitung” am 10. Januar 2018 berichtete, möchten die Kameraden aus dem bayerischen Gleißenberg (Landkreis Cham) ihre Personaldecke durch eine neue “Feuerwehr light”-Abteilung verstärken. Die sogenannten Feuerwehrhelfer sollen die Kameraden dabei unterstützen, die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten.

Die Feuerwehrhelfer sollen die Wehren dabei unterstützen, die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten. Symbolfoto: Westphal

Diese Gruppe der Feuerwehrhelfer soll parallel neben der eigentlichen Feuerwehr bestehen. Laut der “Chamer Zeitung” sollen die Feuerwehrhelfer innerhalb kurzer Zeit erlernen, wie ein Löschangriff aufgebaut wird und wo sich welche Ausrüstung auf dem Fahrzeug befindet.

“Ich denke da an eine Löschgruppe, die sich vielleicht quartalsweise trifft, um das grundsätzliche Handwerk, da bei einem Einsatz benötigt wird, zu erlernen”, erklärte Ideengeber und Feuerwehrmann Thomas Greil in dem.

Feuerwehr Denzlingen startete das Projekt bereits 2017 – und beendete es gleich wieder

Die Denzlinger Feuerwehr (Landkreis Emmendingen) in Baden-Württemberg bildete Mitte Mai 2017 als erste Wehr in Deutschland Feuerwehrhelfer an nur einem Tag aus.  Doch nur wenige Wochen später verkündete die Wehr, dass es keinen “Feuerwehrmann light” geben würde. Der Vorstoß, mit einer Kurzausbildung Menschen zu qualifizieren, die bei Großeinsätzen die Feuerwehrleute unterstützen, sei etwas vorschnell gewesen, sagte der Kommandant der Denzlinger Wehr, Martin Schlegel. Die große Hürde seien versicherungsrechtliche Unklarheiten gewesen.

Dafür will die Wehr künftig mittels ähnlicher Inhalte Brandschutzhelfer ausbilden. Gleicher Inhalt, aber andere Verpackung: So lässt sich etwas salopp zusammenfassen, was die Feuerwehr Denzlingen zukünftig plant.

Erfolg in Wedel: Die Hälfte der Feuerwehrhelfer trat in die Feuerwehr ein

In Wedel (Kreis Pinneberg) in Schleswig-Holstein haben sich Ende 2015 zehn Mitarbeiter der Stadt zu Feuerwehrhelfern ausbilden lassen. Dort setzte die Wehr bei der Ausbildung der Helfer aber auf einen regulären Truppmann 1-Lehrgang und keinen Crashkurs. Das Modell erwies sich als erfolgreich: “In der Folge sind sogar fünf Personen in die Feuerwehr eingetreten und haben die weitere Laufbahn-Ausbildung begonnen”, teilte Kreiswehrführer Frank Homrich gegenüber feuerwehrmagazin.de mit.

Tagesalarmsicherheit in Gefahr: Eines der größten Feuerwehr-Probleme 2017

Laut einer Umfrage von feuerwehrmagazin.de stellt die Gewährleistung der Tagesalarmsicherheit (14,9 Prozent) das drittgrößte Feuerwehr-Problem in 2017 dar.

Nur fehlende Rettungsgassen und die Behinderung von Gaffern waren für Euch noch schwerwiegender.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Also, die Idee ist zwar ganz nett,aber dann kann man die Leute auch zur Grundausbildung schicken. Bei großen Lagen mögen die zwar das Personal verstärken, da fehlen aber die Grundkenntnisse, die jeder aus der Feuerwehr haben muss. Mit dem BHKG lassen sich Personen mit Interesse an der Feuerwehr bestimmt besser einbinden, im Bezug auf Fähigkeiten, und Erfahrungen aus dem Berufsleben der Leute.

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  2. Hilflos, hilfloser, Feuerwehrhelfer? Die verschiedenen Ideen der Ausbildung zum Feuerwehrhelfer zeigt eine gewisse Konzeptlosigkeit. Ein Feuerwehrmann Light mit minimaler Ausbildung und Übungserfahrung wird meiner Meinung nach den hohen Anforderungen der Feuerwehrtätigkeit nicht gerecht. Meist sind es doch die ersten sechs oder neun Feuerwehrleute, die in der Tagesbereitschaft dringend gebraucht werden. Da ist ein gut eingespieltes Team hilfreich, egal ob beim Innenangriff oder beim Umgang mit Schere und Spreizer. Selbst den Verkehr möchte ich nicht von jemand geregelt wissen, der einen Crashkurs an einem Samstag Vormittag erhalten hat. Mich würde interessieren, was die Feuerwehr Hiwis machen sollen. Schläuche aufwickeln, Kaffee kochen oder Gerätehaus kehren?

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  3. Ich meine der Gedanke ist gut. Es ist schwer Quereinsteiger zu begeistern, wenn im 2. Satz sofort auf die Ausbildung bestanden wird. Wir haben mehrere Anfragen von gestanden Männern, die bei uns mit machen würden. Sie sind gewollt anderen zu helfen, wissen aber nicht ob das “Hobby” wirklich was für sie ist.
    Wir hatten in unserer Wehr des öfteren das Thema. Der Schluss für uns ist: die Leute sollten über einen Zeitraum von 1-2 Jahren in der örtlichen Wehr zu den regulären Ausbildungen ihr Wissen erlangen. Im Anschluss sollte dann die Prüfung für TM Teil 1 an einer externen Stelle abgenommen werden. In der Zeit der Ausbildung laufen die Azubis wie unsere Jugendmitglieder zwischen 16 und 18 Jahren als Personen mit “niedrigen Aufgaben” ( als Begleitung eines Trupps bis zur “Verteilerlinie”).
    Wir meinen, so können wir gerade Quereinsteiger auch zu Einsätzen motivieren. Sie rücken mit aus und sind so Teil der Mannschaft. Nur so findet sich der Weg Leute zu uns zu holen.
    Natürlich steht die eh in Kritik geratene FUK dazwischen. Es muss von weiter oben kommen. Wir betreiben Werbung für unsere Sache und finden keinen unbürokratischen Weg motiviere Leute zu integrieren!!!!!

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  4. @Martin
    Die FUK haut da zu recht dazwischen. Unausgebildete Leute kann im Eisatzfall nicht aus den Augen lassen. Wenn man nur wenig Personal hat kann man nicht noch im Einsatz den Leuten erklären wie Geräte bedient werden oder wo die verlastet sind.
    Außerdem ist es in vielen Bundesländern möglich Leute über 1 bis 2 Jahre bei den Diensten dabei zu haben. Nur zum Einsatz dürfen die nicht mit, und das mit Recht.
    Aber irgendwann sollte man wissen ob man dabei bleibt und die TM1 Ausbildung macht, oder ob man das nicht will und aufhört. Wir brauchen gut ausgebildetes Personal an der Einsatzstelle, keine Helfer-Light die man ständig an der Hand haben muss. Das gilt auch für “gestandene Männer”, die ganz besonders gerne anfangen eigenmächtig zu Handeln weil sie “es ja besser wissen”.
    Und mehr als TM1 und 2 (wo es die 2 noch gibt) ist (zumindest in Niedersachsen) keine Pflicht. Wenn man das als “Hobby” ernst nimmt, macht man irgendwann zwangsläufig mal einen Lehrgang.
    Um auf das Thema zurück zu kommen. Passiert so einem Lighthelfer (oder einem ohne Qualifikation) im Einsatz was und die FUK zahlt nicht ist das geschrei wieder groß. Obwohl ja seit Jahren bekannt ist dass die garnicht mit dürfen.
    Dazu gab es übrigens grade ein neues Infoblatt:
    http://www.fuk.de/fileadmin/user_upload/fuk/service/info-blaetter/einsatz/Altersgrenzen_Einsatz_und_UEbung__18-01.pdf

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  5. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Möchte ich mit so einem “kameraden” wie auf dem Bild in den Einsatz? Die Frage darf sich jeder selbst beantworten. Es darf nicht darauf hinauslaufen, dass die ausgebildeten Kräfte im Einsatzfall “Kindermädchen” spielen. Wir brauchen auch in Zukunft starke Einsatzkräfte. Dazu bedarf es neur onzepte – aber bitte nicht solche Hilflosigkeiten.

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