Einsatzbericht FM 1/2023

Presse- und Medienarbeit beim Einsatz in Essen

Essen (NW) – In unserem Einsatzbericht im Feuerwehr-Magazin 1/2023 schildern wir Euch den Großbrand eines Wohnkomplexes in Essen vom 21. Februar 2022. Hier erfahrt Ihr, wie die Pressesprecher diesen Großbrand erlebt haben und welche Aufgaben sie bewältigen mussten.

Einsatzbericht Feuerwehr
Zu den Aufgaben der Feuerwehr-Pressesprecher gehört die Betreuung von Medienvertretern sowie Politikern und Behördenvertretern – so wie hier beim Besuch der Bauministerin. Foto: Feuerwehr Essen

Der Pressesprecher der Feuerwehr Essen, Brandamtmann Christoph Riße, wird bei Bedarf oder bei bestimmten Stichworten alarmiert. Bei „B2“ erfolgt der Alarm per Telefon – wie am 21. Februar 2022. Als er am Brandort eintrifft, meldet Riße sich bei der Einsatzleitung und erhält eine Lageeinweisung. Im Anschluss fertigt er eine umfangreiche Fotodokumentation von der Einsatzstelle an, bei der bereits erste Medienvertreter und Blaulichtreporter auf ihn treffen und nach Statements fragen.

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Gegen 4 Uhr gehen mehrere Anrufe von Medienvertretern in der Leitstelle ein. Die Disponenten leiten die Gespräche auf das Diensthandy des Pressesprechers weiter. Um die Leitstelle zu entlasten, wird eine Durchwahl mit direkter Weiterleitung an Riße hinterlegt. Um 4.15 Uhr melden sich Medien aus Hongkong sowie die in Los Angeles arbeitende Nachtredaktion der Bild- Zeitung. Ab etwa 5 Uhr rufen durchgehend Medienvertreter aus der ganzen Welt auf dem Diensthandy an.

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Auch an der Einsatzstelle nimmt das Medieninteresse massiv zu. Es folgen Posts durch den Pressesprecher auf den Social Media-Kanälen der Feuerwehr. Zunächst enthalten diese Informationen zum Schadensereignis sowie den aktuellen Straßensperrungen im Umkreis. Ab etwa 6 Uhr erfolgen die ersten Liveschaltungen von der Einsatzstelle durch Sat.1 und Welt-TV.

Um 6.15 Uhr trifft der Essener Ordnungsdezernent Christian Kromberg an der Einsatzstelle ein. Eine Begleitung durch den Pressesprecher ist nur temporär bis zur Betreuungsstelle möglich. Ab 7 Uhr werden der Dezernent sowie später der Oberbürgermeister Thomas Kufen von Mitarbeitern der Pressestelle der Stadt Essen betreut. Ab jetzt teilen sich die Pressesprecher in zwei Abschnitte auf: in die einsatzbezogene sowie die rückwärtige Pressearbeit aus dem Stab. Die Berichterstattung zieht sich über den ganzen Tag hin. Gegen 15 Uhr wird Riße als Pressesprecher abgelöst. An den beiden Folgetagen bleibt das Medieninteresse hoch.

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Bereits einen Tag nach dem Brand hält die Stadt Essen eine Pressekonferenz ab. Teilnehmer sind die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein- Westfalen, Ina Scharrenbach, der Ordnungsdezernent, der Direktor der Feuerwehr Thomas Lembeck sowie Vertreter von Vivawest (Wohnungsanbieter). „Zeitgleich wurde die Robotik vom Landeskriminalamt sowie der Feuerwehr Dortmund angefordert, was das Medieninteresse noch einmal ansteigen ließ“, berichtet Riße. „Besonders der Roboterhund der Polizei ‚Herbie‘ hatte es der Presse angetan. Er hatte in Essen seinen ersten realen Einsatz.“

Resümee: Aufgrund der Lage der Einsatzstelle war es für den Pressesprecher der Feuerwehr nicht möglich, alle Medienvertreter an einem zentralen Punkt zu sammeln. Es fehlte Personal, das sich an einem vorher definierten Sammelpunkt um die Medienvertreter kümmerte. Als Rückzugsmöglichkeit wurde der Dienstwagen des Pressesprechers genutzt. Die Feuerwehr überlegt nun, einen Einsatzleitwagen Presse anzuschaffen, um bei größeren Lagen einen zentralen Sammelpunkt für Medienvertreter zu schaffen. Darin könnten die Pressesprecher telefonische Anfragen besser bearbeiten und die Sozialen Medien betreuen.

Erfahrt mehr über den Einsatz in Essen in unserer Januar-Ausgabe. 👇👇

Feuerwehr-Magazin 1/2023

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