Großeinsatz in Markdorf

Drei Brände in einer Nacht

Markdorf (BW) – Gleich drei Brände haben in der Nacht zu Sonntag die Kleinstadt Markdorf (Bodenseekreis) erschüttert. Bei den Feuern entstand nach Angaben der Polizei ein Schaden von rund 400.000 Euro, zwei Pferde und mehrere Bienenvölker starben. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren im Großeinsatz.

Zunächst ging gegen 2.47 Uhr die Meldung über einen brennenden Stall ein. Zu retten gab es für die Feuerwehr Markdorf nichts mehr, das Gebäude, das auch teilweise als Garage dient, stand beim Eintreffen bereits in Vollbrand.

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Eine Alarmstufenerhöhung setzte weitere Wehren in Marsch, unter anderem rückte aus Immenstaad eine Drehleiter an. Aufgrund einer schwierigen Löschwasserversorgung forderte die Einsatzleitung ein Tanklöschfahrzeug aus Friedrichshafen nach. Ein Wohnhaus musste per Riegelstellung geschützt werden. Zwei Pferde kamen in dem Feuer um. Ebenso mehrere Bienenvölker, ihre Bienenstöcke verbrannten. Die Flammen zerstörten außerdem mehrere historische Fahrzeuge. 

Das erste und schadensträchtigste Feuer in Markdorf. Bei dem Brand starben zwei Pferde.

Eine gute Viertelstunde nach dem ersten Alarm erhielt die Leitstelle eine Meldung über einen brennenden Bauwagen am Waldkindergarten in Markdorf-Limbach. Auch dieser brannte beim Eintreffen der Feuerwehr-Abteilungen Riedheim und Ittendorf sowie einem Tanklöschfahrzeug aus Salem in voller Ausdehnung. Hier mussten die Fahrzeugbesatzungen auch den umliegenden Wald schützen. 

Der Bauwagen brannte auf dem Gelände eines Waldkindergartens.

Gegen 3.30 Uhr entdeckten Zeugen einen dritten Brand an einer weiteren Scheune. Hier brannte ein mit Spaltholz beladener Anhänger. Anwohner und Streifenpolizisten konnten den Anhänger ins Freie ziehen und eine Brandausbreitung gerade noch verhindern. Neben dem Anhänger waren bereits mehrere Dachbalken in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Feuerwehren aus Oberteuringen und Friedrichshafen übernahmen die Nachlöscharbeiten. 

Dank der frühzeitigen Entdeckung und der Hilfe durch Polizisten und Anwohner konnte ein Gebäudebrand verhindert werden.

Zwischenzeitlich war auch eine Meldung über einen vierten Brand an einem Bildungszentrum eingegangen, was sich aber als Fehlalarm herausstellte. Nach Einschätzung der Feuerwehr möglicherweise infolge eines Irrtums eines Anrufers. Vorsorglich war auch die Feuerwehr Bermatingen zur Sicherstellung des Brandschutzes in dem Gebiet alarmiert worden. Sie blieb am Standort in Bereitstellung, ebenso weitere Kräfte in Friedrichshafen.

Infolge von Druckschwankungen im Leitungsnetz kam es nach Angaben der Feuerwehr zu gleich zwei Wasserrohrbrüchen im Ort. In der Folge liefen zwei Keller voll, die Einsatzkräfte setzten Wassersauger ein.

Die Brandursache ist bei allen Feuern ist nach Angaben der Polizei Ravensburg formell noch “unklar”. Gleichwohl ziehen die Beamten Brandstiftungen “in Betracht”. Schon in der Nacht hatte die Polizei neben mehreren Streifenwagen auch einen Hubschrauber, unter anderem für die Nahbereichsüberwachung, eingesetzt. Die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen stellte eine Ermittlungsgruppe zusammen und sucht nach Zeugen.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Inzwischen wurde ein Mann als mutmaßlicher Brandstifter festgenommen.

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