Sturmfronten Ylenia, Zeynep und Antonia wüteten tagelang

Bundesweit wetterbedingt im Dauereinsatz

Bremen – Nachdem bereits „Ylenia“ Ende der vergangenen Woche für massive Schäden gesorgt hatte, wütete am Wochenende „Zeynep“ vor allem in Norddeutschland. Orkanböen sorgten reihenweise für umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, streckenweise war der Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Menschen kamen durch wetterbedingte Unfälle ums Leben. „Antonia“, das letzte und wohl schwächste der Sturmtiefs, sorgt heute und am Dienstag für einen stürmischen Abschluss.

Wie hier in Maschen (NI) wurden vielerorts große Kiefern und Fichten vollständig entwurzelt und kippten auf Straßen und Häuser. In diesem Fall durchschlugen Äste das Dach und verursachten größere Schäden. Foto: Köhlbrandt

„Zeynep“ war einer der stärksten, je in Europa gemessenen Orkane. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 196 Stundenkilometer, gemessen auf der Isle of Wight in Großbritannien, fegte das Sturmtief über Deutschland und diverse Nachbarländer hinweg. Laut der Nachrichtenagentur AFP starben mindestens 13 Menschen. Hunderttausende Menschen in Irland, England, Frankreich, Polen und Tschechien waren zeitweise ohne Strom.

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Hamburg ereilte mit 3,75 Meter über dem mittleren Hochwasser zum ersten Mal seit dem Jahr 2013 wieder eine schwere Sturmflut. Dennoch richtete „Zeynep“ weniger Schaden an als erwartet, obwohl der Wetterdienst Orkanböen mit bis zu 143 Kilometer pro Stunde maß. Die Feuerwehr Hamburg rückte insgesamt zu knapp 1.500 Einsätzen aus. Neben der BF Hamburg waren hier auch die 86 Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. In der überfluteten Speicherstadt waren zwei stark unterkühlte Männer aus ihrem Auto gerettet worden.

In Schleswig-Holstein sperrten die Behörden die Fehmarnsundbrücke, nachdem zwei Lkw umgekippt waren. Zwar hielten die Nordsee-Deiche, an den Stränden und Dünen wurde aber viel Sand abgetragen. Zu mehr als 3.000 wetterbedingten Einsätzen rückten die Feuerwehren im nördlichsten Bundesland aus.

In Bremen stürze ein 55 Meter hoher Baukran im Europahafen in einen Rohbau und richtete dort beträchtliche Schäden an. Kleingartengebiete in der Nähe der Weser mussten geräumt werden, da sie durch den zu erwartenden Hochstand der Weser überflutungsgefährdet waren. In der Gemeinde Wursten, unweit von Bremerhaven, starb ein 68-jähriger Mann beim Sturz vom Dach seines Hauses. Er hatte versucht, das beschädigte Dach zu reparieren.

Der Nordsee-Leuchtturm „Alte Weser“ vor der Wesermündung (etwa 20 Kilometer nordwestlich der Insel Wangerooge, die etwa 90 Prozent ihres Badestrandes einbüßte) konnte den deutschen Rekord von 162 Kilometern pro Stunde verzeichnen.

Im Europahafen in Bremen stürzte ein 55 Meter hoher Baukran in einen Rohbau. Foto: Preuschoff

Die Feuerwehr Berlin bewältigte 3.813 durch „Zeynep“ und „Ylenia“ verursachte Einsätze: Alle 30 Sekunden rückte laut Pressestelle mindestens ein Fahrzeug zu einem Einsatz aus. Für 530 BF-Angehörige und rund 500 Kameraden von 59 Freiwilligen Feuerwehren war bereits am Freitagabend der Ausnahmezustand Wetter ausgerufen worden.

Nachdem bereits „Ylenia“ für Todesopfer gesorgt hatte, sind auch durch „Zeypnep“ weitere Todesopfer zu beklagen: Im nordrhein-westfälischen Altenberge wurde ein Mann getötet, als er mit seinem Auto frontal gegen einen quer über der Fahrbahn liegenden Baum prallte. Ein 17-jähriger Beifahrer verstarb im Kreis Steinfurt, als der Fahrer des Wagen scheinbar einem Ast auswich und dadurch von der Fahrbahn abkam.

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„Antonia“ und das Ende der Sturmserie

Der Deutsche Wetterdienst warnte am Sonntag mit Hinblick auf die neue Sturmfront namens „Antonia“ vor den Folgen der beiden vorangegangenen Stürme: Die teilweise stark aufgeweichten Böden seien durch die vorangegangenen Unwetter so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass Bäume leicht umstürzen könnten. Zudem sei es möglich, dass Äste von geschädigten Bäumen auch bei niedrigeren Windgeschwindigkeiten abbrechen könnten. Starke Niederschläge sorgten in Niedersachsen für Überschwemmungen. Feuerwehr und THW mussten vollgelaufene Gräben und Keller abpumpen. Häuser und Straßen mussten teilweise mit Sandsäcken gesichert werden.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte mit, dass auf einer Strecke von 6.000 Kilometern enorme Schäden entstanden seien. Stand Montag waren zirka 900 Kilometer nicht befahrbar, vor allem der Norden und Nordosten seien stark betroffen.

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