Gefahrstoff-Einsatz

170 Personen nach Säureaustritt in Labor evakuiert

Ingelheim am Rhein (RP) – Als in einem Laborgebäude in Ingelheim am Rhein (Kreis Mainz-Bingen) am Dienstagnachmittag eine Flasche mit hochprozentiger Salpetersäure zu Boden fiel, mussten 150 bis 170 Personen das Gebäude verlassen. Nach Angaben der Polizei riss der Henkel ab, wodurch zwei bis drei Liter der Flüssigkeit ausliefen. Eine Mitarbeiterin erlitt Verletzungen und kam in ein Krankenhaus.

Unter Chemikalienschutzanzügen nehmen Einsatzkräfte die ausgelaufene Säure auf und sichern den betroffenen Bereich des Laborgebäudes in Ingelheim ab. (Bild: 5Vision.News)

Gegen 15:30 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehr zu einem gemeldeten Säureaustritt in der Konrad-Adenauer-Straße. Neben der Feuerwehr Ingelheim mit Einheiten aus Heidesheim, Wackernheim und der Stadtmitte rückten frühzeitig Teileinheiten des Gefahrstoffzuges aus dem Norden und Süden des Landkreises an. Insgesamt waren etwa 80 bis 90 Feuerwehrkräfte sowie 15 bis 20 Angehörige des Katastrophenschutzes vor Ort.

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Umgehend räumten die Einsatzkräfte das Gebäude. In Abstimmung mit der Laborleitung löste die Feuerwehr die Brandmeldeanlage aus, um einen vollständigen Räumungsalarm sicherzustellen. Nach Angaben von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Yannick Georges verlief die Evakuierung geordnet. Einheiten des Katastrophenschutzes, ein organisatorischer Leiter Rettungsdienst, ein leitender Notarzt sowie eine Schnelleinsatzgruppe Betreuung versorgten die Betroffenen in Dienstgebäuden der Kreisverwaltung und einer Betriebshalle.

Mehrere Trupps gingen unter Chemikalienschutzanzug (CSA) in das Labor vor. Zunächst erkundeten sie die Lage und prüften, ob weiterer Stoff austrat. Nachdem die Einsatzkräfte eine statische Lage hergestellt hatten, nahmen sie die ausgelaufene Säure auf und dämmten sie ein. Anschließend belüfteten sie das Gebäude.

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Da Arbeiten unter Chemikalienschutzanzug personal- und materialintensiv sind und umfangreiche Reinigungs- sowie Dekontaminationsmaßnahmen erfordern, zog der Kreis zusätzliche Kräfte des Gefahrstoffzuges frühzeitig zusammen. Laut Einsatzleitung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung, da sich der Austritt auf das Gebäude beschränkte. Die verletzte Mitarbeiterin befand sich nach Polizeiangaben in stabilem Zustand.

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