Donnerstag, 8. Dezember 2016

Einsatzstellenabsicherung: Gefahrenquelle Verkehr

10. Juni 2016 von  

Bevor an die Rettung eingeklemmter Menschen oder an die Brandbekämpfung gedacht werden kann, muss die Einsatzstelle abgesichert werden. Nur so lassen sich Folgeunfälle vermeiden. Wir geben Tipps für die Absicherung der Einsatzstelle.

Am 28. April 2002 wird die Feuerwehr Essen um 6.03 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit zwei leicht Verletzten auf die Autobahn A 40 gerufen. Neben dem Rettungsdienst rückt auch das LF 16/12 der zuständigen Feuerwache Essen Kray zur Absicherung der Einsatzstelle aus. Unmittelbar nach der Rückmeldung: „Einsatzstelle an!“ – die Besatzung ist noch nicht einmal ausgestiegen – kommt auf der linken Fahrspur ein mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit herannahender Pkw ins Schleudern.

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Unfall eines Pkw mit einem LF 16/12 der BF Essen. Das LF war zu Absicherungsarbeiten bei einem leichten Verkehrsunfall alarmiert worden. Direkt beim Erreichen der Einsatzstelle rammte der Wagen in das Heck. Zwei Frauen starben. Die Feuerwehr traf keine Schuld. Foto: BF Essen

Das Fahrzeug rutscht über alle Fahrbahnen und prallt gegen das Heck des in etwa 100 Meter Entfernung zum ersten Unfallort stehenden Löschgruppenfahrzeugs. Beide Insassinnen werden im Pkw eingeklemmt. Die 28 Jahre alte Fahrerin stirbt an der Unfallstelle, sie besaß zum Unfallzeitpunkt keinen Führerschein und stand unter Alkoholeinfluss. Die 26 jährige Beifahrerin stirbt später im Krankenhaus. Die Besatzung des LF 16/12 bleibt unverletzt.

Die erheblichen Gefahren des fließenden Verkehrs werden im Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Falls es Konzepte zur Absicherung von Einsatzstellen gibt, sind die gefährlichsten Phasen der Auf-  und Abbau der Einsatzstellenabsicherung. Dies gilt umso mehr, je höher die gefahrene Geschwindigkeit ist. Leider reagieren immer weniger Autofahrer angemessen auf Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht, zum Beispiel durch Herabsetzen der Geschwindigkeit oder seitlichen Abstand. Vielfach unterbleibt aber auch eine entsprechende Vorwarnung durch die Feuerwehr oder das Absicherungsmaterial wird viel zu spät aufgestellt. Und im innerstädtischen Bereich wird eine Absicherung häufig vernachlässigt. Ganz ehrlich: Sichern Sie zum Beispiel jedes Mal die Wasserentnahmestelle am Unterflurhydranten?

Gefahren entstehen an Einsatzstellen im Verkehrsraum insbesondere:

  • durch fließenden Fahrzeugverkehr mit zum Teil sehr hohen Geschwindigkeiten
  • an ungesicherten, nicht ausreichend gesicherten o der unübersichtlichen Ein satzstellen (Gefahr von Folgeunfällen)
  • durch übermüdete, unkonzentrierte, überforderte oder aggressive Fahrer
  • bei nicht ausreichendem Tageslicht und unzureichender Einsatzstellebeleuchtung
  • wenn Warnkleidung nicht benutzt wird
  • wenn die Ausstattung zur Absicherung unzureichend ist
  • wenn die Auffälligkeit der Fahrzeuge unzureichend ist
  • wenn die Einsatzkräfte nicht in Verkehrssicherung geschult sind

Deshalb wollen wir Sie in diesem Teil unserer Ausbildungseinheit „Absicherung der Einsatzstelle“ über das Wann und Wie in formieren.

Einsatzstellenabsicherung: Wann wird abgesichert?

Die Arbeitshilfe „Sicherheit im Feuerwehrdienst“ GUV I 8651 der gesetzlichen Unfallversicherung befasst sich ausführlich mit dem Thema Absicherung. In der Einleitung heißt es: „Im Verkehrsraum befindliche Einsatzstellen sind zwangsläufig mit Gefährdungen durch Fahrzeugverkehr verbunden. Die Sicherheit zu rettender Personen und der Einsatzkräfte erfordert Warn-  und Absperrmaßnahmen.“

Ein Einsatz im öffentlichen Verkehrsraum – egal, ob Brand, Unfall, reiner Rettungsdienst-Einsatz oder sonstige Hilfeleistung – erfordert also immer und sofort eine den Umständen entsprechende Absicherung. Daher ist bereits in der Einsatzplanung festzulegen, wie dies zu geschehen hat und welche Geräte dazu auf den Einsatzfahrzeugen vorzuhalten sind.

Wer sichert ab?

Grundsätzlich ist die Sicherung bzw. Sperrung einer Einsatzstelle Aufgabe der Polizei. Trifft diese allerdings nach der Feuerwehr ein oder ist dazu personell nicht in der Lage, obliegt es der Feuerwehr, selbst für eine Absicherung zu sorgen. Nach den Feuerwehr Dienstvorschriften ist die Absicherung der Einsatzstelle Aufgabe des Wassertrupps und des Maschinisten. Auf Weisung des Gruppenführers kann der Melder unterstützen.

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Auf diesem Bild ist zu sehen, wie die Absicherung der Einsatzstelle in einigen Bereichen klappt und in anderen nicht. Foto: Simonsen

Wenn in der Entwicklungsphase eines Einsatzes Einsatzkräfte durch Rettungsaufgaben gebunden sind, sind vorrangig Absperrmaßnahmen durchzuführen. Beispiel: Die Feuerwehr kommt an, ein Pkw brennt, eine Person ist eingeklemmt. Hier muss der Gruppenführer den Schwerpunkt auf die Rettung durch Brandbekämpfung legen und wird eine Vollsperrung anordnen. Diese sollte jedoch nach Möglichkeit frühzeitig durch eine Absicherung ersetzt werden, die dem wartenden Verkehr die Weiterfahrt ermöglicht. Die wartenden Autofahrer haben ein berechtigtes Interesse, ihre Fahrt fortzusetzen. Außerdem erspart dies langwierige Konflikte mit frustrierten Fahrzeuglenkern. Die Aufhebung einer Vollsperrung – auch wenn sie durch die Feuerwehr eingerichtet wurde – wird nur von der Polizei durchgeführt.

Begründung: Maßnahmen der Verkehrslenkung sind Aufgabe der Polizei. Nur sie darf zum Beispiel den Verkehr auf einer Autobahn wenden lassen, bei einer Teilsperrung einer Straße mit Gegenverkehr die Verkehrsführung übernehmen oder eine Umleitungsstrecke ausweisen. Dies hat auch haftungsrechtliche Gründe. Eine Ausnahme bildet der Zeit Bayern: Artikel 25 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes und Artikel 7a des Gesetzes über die Zuständigkeiten im Verkehrswesen geben den Feuerwehren und dem THW das Recht zur Verkehrsregelung. Hierzu zählen das Recht zum Erteilen von Zeichen und Weisungen, die Bedienung von Lichtzeichenanlagen und das Aufstellen von transportablen Verkehrszeichen bei Gefahr im Verzug. Unabhängig davon bleibt die alleinige Entscheidungsgewalt zur Verkehrsregelung jedoch bei der Polizei.

Wer übernimmt die Einsatzstellenabsicherung?

Für die Absicherung einer Einsatzstelle ergeben sich zwei Möglichkeiten:

  1. Die Vollsperrung mit dann stehendem Verkehr. Empfiehlt sich bei unklarer Lage, Personalmangel oder hohem Platzbedarf an der Einsatzstelle (Kraneinsatz). Ebenso zur Landung eines Rettungshubschraubers. Die Sperrung einer Straße muss eindeutig signalisiert werden.
  2. Teilsperrung durch Absperren einer Spur mit langsamer vorbeirollendem Verkehr. Dabei gilt: Nicht möglichst spektakulär auf die Einsatzstelle hinweisen, sondern den Fahrern den freien Weg aufzeigen.

Der Beginn einer Einsatzstellenabsicherung muss die mögliche Höchstgeschwindigkeit herannahender Fahrzeuge berücksichtigen. Besondere Gefahrstellen im Fahrbahnverlauf bilden Kurven, Kuppen und durch die Tages-  oder Jahreszeit beziehungsweise das Wetter bedingte Sichtbehinderungen. Sicherungsmittel sind deshalb vor Kurven, Kuppen und Sichthindernissen (zum Bei spiel parkender Lkw am Straßenrand) aufzustellen. Bei Nebel oder starkem Regen sind die Abstände zu vergrößern. Eine Entfernung von 200 Metern zum Einsatzort sollte nicht unterschritten werden. Gegebenenfalls sind Einmündungen und Kreuzungen innerhalb dieser Strecke gesondert abzusichern.

Auf Straßen mit schnell fließendem Verkehr (Autobahnen, Schnellstraßen) müssen die Abstände entsprechend vergrößert werden. 200 Meter vor dem letzten Einsatzfahrzeug sollte mittels Blitzleuchten und Leitkegeln die entsprechende Fahrspur gesperrt werden. Dieses letzte Fahrzeug dient als Puffer, falls doch ein unaufmerksamer Fahrzeuglenker die Absicherung durchbricht. Bisher wurde hierfür immer ein möglichst schweres Fahrzeug empfohlen, um das eindringende Fahrzeug auf jeden Fall aufzuhalten. Erfahrungen zeigen jedoch, dass es bei den Insassen dann zu schweren oder tödlichen Verletzungen kommen kann. Das kann nicht Ziel der Feuerwehr sein. Deshalb sollte, sofern vorhanden, zunächst ein leichteres Einsatzfahr zeug (MTF) als „Knautschzone“ bereit stehen. Mit einem gewissen Abstand kann dann ein schwereres Fahrzeug folgen. Wie auch immer dies in der Praxis gehandhabt wird: Der Raum zwischen Absperrung und Puffer bzw. zwischen Puffer und dem nächsten Fahrzeug ist extrem gefährlich. Hier (und natürlich auch in den Fahrzeugen) dürfen sich keine Personen aufhalten.

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Einige Feuerwehren haben das material zur Absicherung auf solchen Wagen verstaut. Vorteile: Eine Mann kann das Gerät in einem Arbeitsgang aufbauen – und es wird nichts vergessen. Foto: Preuschoff

Zum Absperren von Fahrspuren (200 Meter vor dem letzten Einsatzfahrzeug) sind Verkehrsleitkegel in Verbindung mit Blitzleuchten zu verwenden. Für eine Fahrspur sind in der Regel zwei Blitzleuchten und fünf Leitkegel erforderlich, für die Sperrung von zwei Fahrspuren fünf bis sieben Leitkegel und drei Blitzleuchten. Mit der normmäßigen Beladung eines Löschfahrzeugs ist dies kaum zu realisieren. Hier muss gemäß der Gefährdungsanalyse der Bestand an Warngerät über die Norm hinaus ergänzt werden. Die Sicherungsgeräte sind gleichmäßig und eindeutig aufzustellen.

Vorwarnungen sind in Abständen von 600 und 800 Metern zum „Pufferfahrzeug“ einzurichten. Auf Straßen mit Gegenverkehr muss immer nach beiden Seiten abgesichert werden. Ragen auf einer Straße mit getrennten Fahrbahnen für beide Fahrtrichtungen Gegenstände in den Verkehrsraum der Gegenfahrbahn, ist auch hier sofort für eine Absicherung zu sorgen. Sollte die Polizei noch nicht vor Ort sein, diese über die Leitstelle davon in Kenntnis setzen lassen.

Nutzen Sie beim Auf- und Abbau der Einsatzstellenabsicherung Ihr Einsatzfahrzeug mit eingeschaltetem Blau-, Blink-  und Fahrlicht zum Schutz der sich auf der Fahrbahn aufhaltenden Kräfte. Beste Möglichkeit: Mit der Absicherung – zumindest auf Autobahnen und Schnellstraßen – wird eine eigene Einheit beauftragt. Somit entsteht keine zeitliche Verzögerung für den eigentlichen Einsatz.

Variante der BF Essen: Die Besatzung des LF setzt eine Vorabsicherung auf der Standspur, wenn Einsatz stelle erkannt wurde. Das LF fährt dann als Prellbock bis in die Nähe der Einsatzstelle vor und bleibt mittig auf der betroffenen Spur stehen (Heckwarnanlage). Die Absicherung wird dann gegen den fließenden Verkehr von einem Trupp aufgebaut („Die Gefahr kommen sehen“), die restliche Besatzung kann sich um den eigentlichen Einsatzanlass kümmern.

Nach der Geräteentnahme wird vor dem Fahrzeug die Absicherung aufgebaut. Steht diese, fährt das Fahrzeug in die Absicherung ein. In seinem Schutz kann dann weiter Richtung Einsatzstelle gearbeitet werden. Für den Abbau der Sicherung empfiehlt sich in Absprache mit der Polizei eine Vollsperrung. Die Vorwarnung wird als letztes abgebaut.

Noch ein paar allgemeine Hinweise:

  • Sind Hindernisse im Verkehrsbereich nicht ausreichend zu erkennen, sind zusätzlich Sicherungsposten mit Flagge (bei Dunkelheit mit Anhaltestab) einzusetzen.
  • Denken Sie an Einsatzstellen auch immer an die Absicherung von neben der Straße verlaufenden Fuß- und Radwegen. Dies kann zum Beispiel mittels Flatterleine geschehen.
  • Auch Wasserentnahmestellen, Schlauchbrücken, abgespannte Stative oder Gefahrstellen innerhalb einer Einsatzstelle (Trümmerschatten) müssen gegebenen falls abgesichert werden – auch zum Eigenschutz.

Absicherung der Einsatzstelle: Womit wird abgesichert?

Mögliche Geräte zur Absicherung von Einsatzstellen:

  • Warndreiecke bzw. besser Faltsignale (Triopane)
  • Verkehrsleitkegel (gemäß TL Leitkegel, mindestens 500 Millimeter hoch, auf Autobahnen möglichst 750 Millimeter, vollreflektierend)
  • Absperrband, Folienband, Arbeits- und Feuerwehrleinen
  • Beleuchtungsgerät
  • fahrzeugtechnische Ausstattung wie Fahrlicht, Abblendlicht, Warnblinklicht, Blaulicht, Verkehrswarnanlagen, Umfeldbeleuchtung
  • Blitz- und Blinkleuchten
  • an der Einsatzstelle nicht benötigte Fahrzeuge (zum Beispiel ein MTW zur Vorwarnung)
  • Verkehrssicherungshaspeln
  • Verkehrssicherungsanhänger mit Absperrtafel (derzeit nur in Bayern erlaubt, da eine verkehrsregelnde Maßnahme)

Zur besseren Erkennbarkeit sollten neben den Warndreiecken grundsätzlich auch Blitzleuchten aufgestellt werden. Sind Warnleuchten und Warndreiecke in ausreichender Anzahl vorhanden, können sie auf beiden Seiten der Fahrbahn aufgestellt werden. Dies empfiehlt sich insbesondere bei Autobahnen, um auch überholende Kraftfahrer zu warnen. Aber Vorsicht: Ist das Überqueren der Fahrbahn nicht gefahrlos möglich, unterlassen Sie die Absicherung an der Mittelleitplanke.

Foto: Hegemann

Foto: Hegemann

In der Praxis haben sich normale Warndreiecke auf der Autobahn als nicht auffällig genug herausgestellt. Hier können Faltsignale mit Aufsteckblitz leuchten, Verkehrszeichen mit Halter, Leitkegel mit Blitzleuchten oder fahrbare Blinkpfeile (zum Beispiel auf Verkehrssicherungshaspeln) zum Einsatz kommen. Zur Vorwarnung (zirka 800 Meter vor der Absicherung) kann auch ein nicht benötigtes Fahrzeug auf dem Standstreifen abgestellt werden. An diesem sind Blaulicht und Warnblinklicht einzuschalten. Die Besatzung verlässt das Fahrzeug und begibt sich hinter die Leitplanke oder auf den Grünstreifen beziehungsweise zur Einsatzstelle.

Die BF Essen führt auf ihren Löschgruppenfahrzeugen beispielsweise eine Ein-Personenhaspel mit folgenden Sicherungsmitteln mit:

  • vier Elektronenblitz leuchten nach TL Warnleuchten der BASt teleskopierbar;
  • zwei retroreflektierende Faltsignale mit 900 Millimetern Seitenlänge mit dem Verkehrszeichen 101 nach StVO sowie der Aufschrift „Feuerwehr“;
  • acht Verkehrsleitkegel 750 Millimeter hoch, voll retroreflektierend nach TL Leitkegel der BASt.

Mit dem GW L1 und dem GW L2 stehen zwei Fahrzeuge zur Verfügung, die hervor ragend für Absicherungsaufgaben geeignet sind:

  • möglichst Verkehrswarnanlage am Heck
  • Ziehen eines Verkehrssicherungsanhängers möglich
  • ausreichend Personal für den Aufbau der Sicherung
  • Transport- von Sicherungsmaterial im Geräteraum oder auf Rollcontainern

Eigensicherung als Teil der Einsatzstellenabsicherung

Die eingesetzten Kameraden sind durch Warnwesten zu sichern. Diese können entfallen, wenn Einsatzkleidung getragen wird, die als Warnkleidung zugelassen ist. Das bedeutet: Auffälligkeit am Tage durch fluoreszierendes, zur Umgebung kontrastreiches Hintergrundmaterial und Auffälligkeit bei Nacht durch retroreflektierendes Material. Dazu muss die Kleidung der DIN EN 471 Klasse 2 genügen, die die Schutzanforderungen von Warnwesten festlegt, bzw. nach DIN EN 469:2006 Anhang B gefertigt ist. Seitlich offene Warnwesten oder Überwürfe sind nicht mehr zulässig.

Einsatzstellenabsicherung_Absicherung von Einsatzstellen_Autobahn_Einsatz_Feuerwehr_Sicherheit_Unfall_V

Derzeit nur in Bayern offiziell erlaubt sind die Sicherungsanhänger, wie sie auch die Straßenmeistereien verwenden, hier gezogen von einem GW-L. Durch den Richtungspfeil und das „Links vorbei“-Schild handelt es sich um eine verkehrslenkende Maßnahme, die ansonsten der Polizei vorbehalten ist. Foto: Hegemann

Doch selbst bei ausreichend gesicherten Einsatzstellen dürfen sich die Einsatzkräfte bei fließendem Verkehr nicht in Sicherheit wiegen. Einsatzfahrzeuge sollten deshalb so aufgestellt werden, dass die Einsatzstelle gegen den fließenden Verkehr weitestgehend abgeschirmt wird. Dass alle Einsatzkräfte grundsätzlich auf der dem Verkehr abgewandten Seite aussteigen, ist eine Binsenweisheit, wird aber immer wieder vergessen.

Bei nicht ausreichendem Tageslicht, in der Dämmerung und nachts sind Einsatzstellen ausreichend zu beleuchten (Fahrlicht, Umfeldbeleuchtung, Arbeitsscheinwerfer, Lichtmast, Beleuchtungsballone, Scheinwerfer auf Stativen).

Nicht direkt beim Einsatz benötigtes Personal kann als Sicherungsposten am Beginn der Einsatzstelle stehend den fließenden Verkehr beobachten und im Notfall die anderen Kameraden warnen (Dauerton mit dem Megaphon, Pressluftfanfare). Diese Kräfte sollten immer hinter der Leitplanke auf dem Grünstreifen oder dem Fußweg stehen (gleiches gilt übrigens für nicht benötigtes Personal). Ertönt das Warnsignal, bedeutet es für alle Kameraden: Alles fallen lassen, sofort hinter die Leitplanke.

Um die Einsatzstellenabsicherung zu trainieren, muss auch die Handhabung dieser Geräte entsprechend geübt werden. Gleichzeitig können die Materialien dabei auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Praktische Übungen können dabei sein: Absperren einer imaginären Einsatzstelle mit Abschätzen der erforderlichen Entfernungen für Vorwarn- und Absperrentfernungen an verschiedenen Einsatzorten (innerstädtisch, Landstraße, Autobahn, Kreuzungen), Suchen und Erklären der einzelnen Geräte am Fahrzeug, richtige Vornahme von Flatterband oder Feuerwehrleine.

Kommentare

1 Kommentar zu “Einsatzstellenabsicherung: Gefahrenquelle Verkehr”
  1. Mr X sagt:

    Also mindestens 50% davon haben wir schon in der jugendfeuerwehr gelernt

Kommentare

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