Freitag, 24. Juni 2016

Wasserwerfer von Rosenbauer

27. November 2009 von  

Leonding (Österreich)/St. Augustin (NW) – Rosenbauer übergab den Prototyp des ersten „Wasserwerfer 10000 Cobra“ an das deutsche Bundesministerium des Innern (BMI). Der neue Wasserwerfer (WAWE) basiert auf einem dreiachsigen Mercedes Actros 3341 AK/42/6×6 (Euro 5 mit AdBlue) mit 408 PS (300 kW). Beim Außendesign verzichtete Rosenbauer bewusst auf gerade Flächen, um das Liegenbleiben von Brandsätzen auf dem Dach des Fahrzeuges zu verhindern.

Für deutsche Bereitschaftspolizeien: Wasserwerfer 10000 von Rosenbauer. Foto: Rosenbauer

Für deutsche Bereitschaftspolizeien: Wasserwerfer 10000 von Rosenbauer. Foto: Rosenbauer

Der WAWE ist ingesamt 9,9 Meter lang, 2,55 Meter breit und 3,7 Meter hoch. Rosenbauer gibt ein zulässiges Gesamtgewicht von 31.000 Kilogramm und einen Wendekreis von zirka 20 Metern an. Sämtliche Reifen verfügen über Notlaufeigenschaften.

Höchstmögliche Rundumsicht auf das Einsatzgeschehen soll das Kabinenmodul aus einem Alu-Gerippe mit Alu-Verblechung bieten. In der Kabine finden Fahrer, Beobachter, zwei Strahlrohrführer sowie der Kommandant in der Sitzanordnung „Würfel 5“ Platz. Zusätzlich zu den vier Türen befindet sich auf jeder Seite sich ein Kabinennotausstieg. Zur Ausstattung gehören Klimaanlage, Standheizung sowie eine Überdruck- und Außenluftfilteranlage.

In mehreren Tests wurde die Sicherheit und Festigkeit der gesamten Kabine überprüft. Sie soll höchste Schutzwirkung gegen bei Durchstich sowie Steinbewurf aufweisen. Selbst bei einem Versuch des Wurfs mit einer Gehwegplatte aus dem dritten Stockwerk (12 Meter Höhe) war laut Rosenbauer die Sicherheit der Kabineninsassen gewährleistet. Für die gesamte Kabine verwendete der österreichische Feuerwehrfahrzeug-Hersteller eine Polycarbonat-Schutzverglasung gegen Außenangriffe. Am oberen Rand der Verglasung ist eine Sprüheinrichtung zur Reinigung der Kabinenscheiben – beispielsweise von Farbstoffen – angebracht.

Fahrgestell des WAWE 10000 ist ein Mercedes Actros 3341 AK/42/6x6. Foto: RosenbauerDer in modularer Bauweise gefertigte Aufbau mit seitlichen Geräteräumen besteht aus selbst tragenden und verwindungssteifen Alu-Blechen. Im beheizbaren Wassertank werden 10.000 Liter Wasser mitgeführt. Die Pumpenanlage N35 ist im Heck des Fahrzeuges eingebaut und wird mit einem eigenen Pumpenmotor „TCD 2012L06“ von Deutz angetrieben. Durch diesen separat eingebauten Motor erfüllte Rosenbauer die Forderung nach gleichzeitigem Fahren und Pumpen bei jedem Fahrtzustand (vorwärts/rückwärts) bzw. jeder Geschwindigkeit.

Außerdem sind zwei Digidos-Zumischsysteme für CN- oder CS-Tränengas (Zumischrate 0,1 bis 1,5 Prozent) an Bord. Die Tränengase können dem Wasser zugemischt werden und als Aerosol ausgegeben werden. Sechs Gas-Behälter à 20 Liter werden im Geräteraum mitgeführt.

Am Dach sind drei Werfer „RM12 C“ montiert. Die neuen Strahlrohre können nicht wie bisher nur als direkter Vollstrahl, sondern beispielsweise zur optimierten Brandbekämpfung auch andere Wasserstrahlformen abgeben. Eine Druckregulierung des Hohlstrahlrohres in Kombination mit einem Entfernungsmesser soll laut Rosenbauer eine optimierte Abgabe ermöglichen, um mögliche gewalttätige Aufstände zu stoppen, ohne jemanden zu verletzen.

Die zielgerichtete Bedienung der Werfer durch die Strahlrohrführer erfolgt mittels Joystick und Bildschirm. Zwei davon wurden am vorderen Teil der Kabine angebracht und erreichen eine Durchflussmenge von je 1.200 l/min und eine Wurfweite von 65 Meter. Das Heckstrahlrohr mit einer Durchflussmenge von 900 l/min erreicht eine Wurfweite von 50 Meter.

Zur Bekämpfung kleinerer Brände ist im Gerätekasten im Heck eine Haspel mit einem Hohlstrahlrohr „Nepiro“ angebracht. Weiterhin verfügt das Fahrzeug zum Löschen von Brandsätzen am Boden wie auch am Dach über eine Selbstschutzanlage mit einer Leistung von 70 l/min. Mehrere Fahrzeuge können sich untereinander mit Wasser versorgen, ohne den Einsatz unterbrechen zu müssen.

Zur Dokumentation der Rechtmäßigkeit des Einsatzes verfügt das Fahrzeug über drei Videokameras, wovon zwei im Front und eine im Heck angebracht wurden. Die Lautsprecheranlage sowie die Außensprech- und Gegensprechanlage einschließlich einer Sprachaufzeichnung dienen der Information aller Beteiligten sowie zur gerichtlichen Beweissicherung. Digitale und vorerst auch analoge Funkgeräte ermöglichen zudem die Verbindung zu anderen Einsatzkräften.

Nach intensiven Tests und Serienfreigabe sollen die ersten drei Fahrzeuge 2010 in Betrieb genommen werden. Insgesamt umfasst der Rahmenvertrag mit dem BMI bis zu 78 Fahrzeuge dieser Bauart.

Weitere Informationen: www.rosenbauer.com

In einer der nächsten Ausgaben des Feuerwehr-Magazins werden wir den neuen Wasserwerfer ausführlich vorstellen.

Kommentare

9 Kommentare zu “Wasserwerfer von Rosenbauer”
  1. egal sagt:

    Übelste Maschiene … super … damit wollt ihr auf MENSCHEN, z. B. Schüler, wie in Stuttgart losgehen. Das ist so pervers.

  2. Kritiker sagt:

    Das ist eine Waffe!
    Perfekt und sinnvoll für jede Demokratie!
    Vorschlag: Jeder, der so eine Waffe fahren will/soll, sollte sich einmal davon „bespritzen“ lassen- damit die Wirkung klar wird!

    …absolut inakzeptabel, furchtbar und grausam!!!

  3. Damberg sagt:

    Wichtige Hinweise zum Umgang mit der „Volksdusche“:

    Macht doch einfach das was die Lautsprecher anordnen – das hat zwei Vorteile;

    1.) Tut hinterher nichts weh,
    2.) Gibt es keinen unangenehmen Besuch von der Staatsanwaltschaft.
    So einfach kann das Leben sein!

  4. Markus sagt:

    Wem oder was sollen diese Kommentare etwas bringen? Werden die Beschaffer bei der Bundespolizei jetzt weinend umdenken? Ja, so ein Fahrzeug kann Verletzungen verursachen (es gab auch schon Fälle, da sind Menschen bei Wasserwerfern unter die Räder gekommen). Ja, es ist in einer gewissen Betrachung eine Waffe, die etwas bezwecken soll. Ja, es gibt Fälle, da kann man sich über den Einsatz streiten, ihn verurteilen oder ablehnen. Aber es gibt auch Fälle, da macht der Einsatz als „Mittel zum unmittelbaren Zwang“ durchaus Sinn. Ich denke an gewalttätige Ausschreitungen irgendwelcher extremistischer und/oder gewalttätiger Gruppen die Sicherheit, Gesundheit und Leben von normalen Bürgern und dienstverpflichteten Beamten riskieren. Und dafür muss die Polizei vernünftig ausgerüstet sein. Dieses pauschale Verurteilungsgeheule der „üblen Maschine“ und „Grausamkeit“ ist lächerlich, weltfremd und kindisch, so tragisch und unnötig die aktuellen Verletzungsfolgen in Stuttgart auch sind.

  5. Raphael sagt:

    Stuttgart hier , Stuttgart dort schon lustig wie die medien einen lenken können.Ich muss zugeben es ist nicht lustig aber die Polizei mecht vieles richtig und nur wenig falsches.Die Protestanten wissen dass die Polizei nicht ohne grund durch gegriffen hat und die Leute sind, muss man sagen selbst daran schuld wenn sie nicht das gebiet verlassen.Ich weiß als RH von was ich rede ich war oft als Helfer bei Protesten dabei. Aber eins stimmt und zwar dass die bediener oft nicht wissen was für eine kraft dahinter steckt.

  6. Hans sagt:

    „Macht doch einfach das was die Lautsprecher anordnen“
    Leute wie dich braucht jede Demokratie! Frei, kritisch, selbst denkend.
    Sorry für den Zynismus, aber der Souverän in Dtld ist dejure immer noch die Bevölkerung und NICHT irgendeine Politiker/Einsatzführungsriege. Ich habe in meinem Leben genügend „unsachgemäßen“ Einsatz von Wasserwerfern miterlebt, als dass ich eine weitere innerstaatliche Aufrüstung nicht gutheissen kann. Bevor wir der Polizei noch mehr Waffen an die Hand geben, sollten wir erstmal eine unabhängige und demokratische Kontrolle der Polizei einführen. Erst wenn wir sicher sein können, dass ein exzessiver und unnötiger Gewalteinsatz verhindert werden kann(zum. in den allermeisten Fällen) können wir darüber sprechen der Polizei weitere Waffen zu liefern. Dazu wäre vielleicht eine bessere Schulung der Beamten von Nöten. So würden vllt die pubertierenden Hools aus den Einsätzen herausgehalten.

  7. Wendländer sagt:

    Solche Auswüchse wie dieses Ding zeigen doch, dass in diesem Land einige Sachen verdammt falsch laufen. Wer sich dort reinsetzt und via Joystick undifferenzirt Bürger mit hohem Wasserdruck und Gas bekämpft hat schon längst verloren. Ein solches Vorgehen schürt den Hass und brennt sich auf Generationen ins Gedächnis, es motiviert einen sogar für seine Überzeugungen auf die Straße zu gehen, egal wieviel neues Kriegsgerät irgendwelche findigen Österreicher entwerfen mögen. Tja, ob wir dieses Teil im November in Gorleben sehen werden ,wieder mit breit grinsende ….. und Hitlers Mein Kampf hinter der Windschutzscheibe? Und nur 900000 Flocken? Na da weiß mann doch wieder wofür man Arbeiten geht und Steuern zahlt, ist ja ein richtiges Schnäppchen. Solche menschlichen Ammöben, lieber sie lassen es im Stützpunkt verrotten und schämen sich in Grund und Boden. MHM soo einfach kann das Leben sein, wenn einem alles scheißegal ist, ob Faschos vor der Tür marschieren oder die Kinder eine höhere Chance haben Leukämi haben, weil ein so toller Arbeitzplatzgeber wie ein AKW in deiner Nachbarschaft ansässig ist. Mir ist klar, dass es bei solchen Menschen niemals Klick machen wird.
    Wir Sind Das Volk !!!
    Grüße aus dem schönen Wendland
    Im November 2010 waren wir Viele und habe den Polizeiapparat in die Knie gezwungen

  8. Horst sagt:

    Prima Teil wer nicht hören kann muss fühlen und dafür kann man sowas gut gebrauchen um Ruhe zu schaffen.

  9. Flo sagt:

    Omg..könnte man glatt als FLF einsetzen,auf einen kleinem Verkehrsflughafen.

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!