Samstag, 10. Dezember 2016

Prototyp für Schlauchwagen wird getestet

10. Januar 2015 von  

Bonn (NW) – Ein Musterfahrzeug des neuen Schlauchwagens für den Katastrophenschutz (SW KatS)  wird derzeit im Auslieferungslager Bonn-Dransdorf auf die Erprobungsphase vorbereitet. Die Firma MAN wurde als Auftragnehmer mit der Produktion von 103 Fahrzeugen beauftragt, den Aufbau erstellt die Firma Freytag Karosseriebau GmbH &Co. KG.

Das Fahrzeug ist auf einem 14-Tonnen-Fahrgestell aufgebaut, verfügt über eine Motorleistung von 184 kW sowie ein automatisiertes Schaltgetriebe. Zur Verkürzung der Schaltzeiten ist das Getriebe mit einem speziellen Fahrprogramm für Sonderfahrzeuge ausgestattet. Dies erlaubt ein schnelleres Beschleunigen bei der Einsatzfahrt.

Das Musterfahrzeug des neuen SW KatS auf einem 184 kW starken MAN-Allradfahrgestell mit Singlebereifung und automatisiertem Schaltgetriebe. Den Aufbau fertigt Freytag. Foto: BBK

Das Musterfahrzeug des neuen SW KatS auf einem 184 kW starken MAN-Allradfahrgestell mit Singlebereifung und automatisiertem Schaltgetriebe. Den Aufbau fertigt Freytag. Foto: BBK

Der SW KatS dient dem Transport von drei Mann Besatzung und einer feuerwehrtechnischen Beladung. Er ist für Fahrten im leichten Gelände vorgesehen und mit Allradantrieb ausgestattet. Um das Durchdrehen einzelner Räder auf rutschigem Untergrund zu vermeiden, können sowohl die einzelnen Achsen als auch die Verbindung der Vorderachse zur Hinterachse gesperrt werden.

Sitz auf der Ladefläche

Der Schlauchwagen wird hauptsächlich zur Wasserversorgung eingesetzt. Hierzu werden insgesamt 2.000 Meter B-Schlauch mitgeführt. Diese liegen zusammengekuppelt zu jeweils zehn Schläuchen à 20 Meter in einer Kassette. Die Leitungen der einzelnen Kassetten sind wiederum verbunden. Fünf dieser Kassetten sind rechts und fünf Kassetten sind links auf der Ladefläche untergebracht. So können bei langsamer Fahrt zwei Leitungen mit 1.000 Meter Länge oder eine Leitung mit 2.000 Meter Länge verlegt werden. Das Verlegen dieser Schlauchleitungen wird von einer Einsatzkraft auf der Ladefläche beobachtet. Hier wurde extra ein Sitz für die Einsatzkraft installiert.

Download-Tipp:

Auf der Fahrerseite ist in einem festen Gerätekoffer eine PFPN 10-1500 eingeschoben. Sie dient der Wasserentnahme oder als Verstärkerpumpe in der Förderleitung. Foto: BBK

Auf der Fahrerseite ist in einem festen Gerätekoffer eine PFPN 10-1500 eingeschoben. Sie dient der Wasserentnahme oder als Verstärkerpumpe in der Förderleitung. Foto: BBK

Um an Straßenkreuzungen und Einmündungen ein sicheres Queren dieser verlegten Leitungen durch Fahrzeuge zu ermöglichen, sind insgesamt 12 Schlauchbrücken verladen. Ebenso wird eine Tragkraftspritze mitgeführt, die entweder an der Wasserentnahmestelle bis zu 1.500 l/min fördern oder in der Schlauchleitung als Verstärkerpumpe eingesetzt werden kann, um so größere Entfernungen oder Höhenunterschiede zu überwinden.

Zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Pumpbetriebes ist zusätzlich ein Faltbehälter mit einer Kapazität von 5.000 Liter Wasser auf dem Fahrzeug verlastet. Durch weitere Schläuche und Armaturen ist auch ein autarker Einsatz des Fahrzeuges bei kleineren Bränden möglich. Es wird jedoch kein Löschwasser auf dem Fahrzeug mitgeführt. Durch die Ladebordwand besteht auch die Möglichkeit, das Fahrzeug universell als Logistik Fahrzeug einzusetzen. Nach der Entnahme der Schlauchkassetten können bis zu acht Paletten mit einem Gesamtgewicht von 2.000 kg transportiert werden.

Nun beginnt die Erprobung des Serienmusters
Mit der Erprobung werden alle Handlungsabläufe am Fahrzeug geprüft. Dadurch sollen mögliche Fehlbedienungen ausgeschlossen und gegebenenfalls vorhandene Gefahrenstellen erkannt und beseitigt werden. Zudem wird im Rahmen der Erprobung geprüft, ob die Bedienungsanleitung ausreichend ist oder bei Bedarf nachzubessern ist.

Im Verlauf der Erprobung wird auch eine vollständige Dokumentation des Fahrzeuges erstellt. Dadurch soll die Bearbeitung von späteren Anfragen der Nutzer erleichtert werden. An der Erprobung sind die Mitglieder der Länderarbeitsgruppe beteiligt, welche seinerzeit bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses beteiligt waren. Zudem ist der Auftragnehmer eng eingebunden. Die Erprobung verschafft dem Beschaffungsreferat im BBK wertvolle Erkenntnisse, die dann in die Serienproduktion der Fahrzeuge einfließen. Der Öffentlichkeit wird das erste Fahrzeug voraussichtlich auf der Messe Interschutz Anfang Juni in Hannover präsentiert. (Info und Fotos: BBK)

Die geöffnete Ladebordwand in Verlegestellung. Dazu wird sie halb zusammengeklappt. Die Schlauchkassetten sind rechts und links angeordnet, sodass dazwischen ein Gang freibleibt. Foto: BBK

Die geöffnete Ladebordwand in Verlegestellung. Dazu wird sie halb zusammengeklappt. Die Schlauchkassetten sind rechts und links angeordnet, sodass dazwischen ein Gang freibleibt. Foto: BBK

Kommentare

12 Kommentare zu “Prototyp für Schlauchwagen wird getestet”
  1. Christopher sagt:

    Schönes Fahrzeug

  2. Hendrik sagt:

    Bei uns in der FF ist ein SW 2000 tro im Dienst. Und mir fällt immer wieder ein gewisses Problem auf. Für das absetzen der TS sind 4 Einsatzkräfte erforderlich. Sind aber nur 3Mann Besatzung. Also brauch man um nur um die Pumpe in Stellung zu bringen, zusätzliche Einheiten. Da macht doch ein SW mit Staffel- Kabine eher Sinn. Vielleich sollten sich die Planer dazu mal Gedanken machen!

  3. Erik Robin sagt:

    Jau!

    Sieht alles sehr schlüssig aus.
    Auch die Ausstattung hat Logik.

    Das wäre für uns als Waldbrandwehr das ideale Ergänzungsfahrzeug zum LF-8 und TLF2000.

    Bin mal gespannt, wer sich darüber freuen darf.

  4. Hans Hüfner sagt:

    Finde ich auch

  5. Sascha Schneekloth sagt:

    Moin, warum ein SWKats. Nehmen wir doch einfach ein GWL2 mit Staffel und einen ordentlichen Fahrgestell mit 18to. Der SWKats ist nix halbs und nix ganzes

  6. Roland sagt:

    Komisch, dass man dieses „Neue“ Fahrzeug jetzt erproben muss. Wir haben solch ein Fahrzeug, damals SW 2000 Tr genannt, schon seit 19 Jahren in der Wehr. Die Schlauchboxen wurden bei unserem Fahrzeug allerdings mittlerweile durch Rollwagen ersetzt, da die ursprünglichen Schlauchboxen für ein häufiges Be- und Entladen zu unhandlich sind. Für den Zusatznutzen als Logistik-Fahrzeug sind Rollwagen definitiv besser.
    Zu Aufbau und Betrieb einer Wasserförderstrecke ist übrigens zusätzlich ein Löschfahrzeug (LF 16 TS oder LF KatS) notwendig. Daher ist die Entnahme der Pumpe (eigentlich als Reserve-Pumpe gedacht) kein Problem.

    Gruß Roland

  7. Sven Schmid sagt:

    Alles was gut und recht ist. Bei uns im Landkreis sind 4 SW 2000 Stationiert. Alle mit Staffelkabine. Die zwei neuersten sind mit Aufbau von Hensel. Allein die 2000m Schlauch sind in 4 Rollwägen verstaut und zwar doppelt gerollte Schläuche. Tolles system. Ebenfalls ist ein Rollwagen mit einer TS hinten drin, eine TS im Vorderen Aufbau. Also, zwei TS in einem wichtigen Fahrzeug. Vorallem kann man die schneller und leichter befüllen als diese riesen Körbe wie in dem Fahrzeug. Da benötigt man schon zum befüllen eines Korbes mindestens 9 Mann. Also da sollten sich die Herren schon nochmal ein paar Gedanken machen und nachbessern.

  8. Daniel sagt:

    Auch bei uns in der Wehr läuft seit 10 Jahren ein SW 2000 Tr vom Katastrophenschutz. Von daher erlaube ich mir mal hier mitreden zu können. Zum Kommentar Pumpe und nur 3 Mann Besatzung:
    Meistens werden die SW auf dem Land eingesetzt, wo die Löschwasserversorgung dürftig ist. Bei uns lauter Orte 3000- 5000 Einwohner in bergigem Gelände. Was ich damit sagen will, wenn ein SW benötigt wird, wird er selten bis nie alleine eingesetzt, die Pumpe selten bis nie zur Wasserentnahme verwendet (zumindest bei uns) sondern als Reserve oder Verstärkerpumpe. Von daher sind andere Leute da die mit der Pumpe helfen. Mit einer Staffelkabine verheizt du nur wegen der Pumpe mindestens 2 Leute die du an anderer Stelle dringend brauchst. Welche Wehr hat schon noch genug Personal um einen SW mit 1/5 „vollzumachen“? Wir jedenfalls nicht.
    Dann lieber ein 2. Fahrzeug dazu für die Wasserentnahme. Bei uns rückt unser LF 16 TS IMMER (auch bei Überlandhilfeeinsätzen) mit aus. So hast du 1. genug Wasser, genug Verstärkerpumpen und auch genügend Leute die beim Aufbau helfen. 1/2 im SW und 1/5 im LF 16.
    Ein autarker SW macht in den seltensten Fällen taktisch Sinn

    Zum Thema Schlauchkassetten oder Rollwägen:
    Wozu sind die Kassetten drin? — Dass man die Leitungen einigermaßen schnell und für die Einsatzkräfte kraftsparend während der Fahrt verlegen kann. Hinterher beim wieder aufrüsten hat man doch um Himmels Willen Zeit und Leute (ja, man braucht wirklich mehr wie nur 3 oder 4, das stimmt) um die Schläuche wieder in die Kassetten zu verlasten.
    Dem Vorteil des schnellen Bestückens durch Rollwägen mit doppelt gerollten Schläuchen steht meiner Meinung nach der entscheidende Nachteil des wesentlich langsameren und kräftezehrenderen Verlegens im Alarmfall gegenüber. Zumindest wenn man von den 3 Mann SW Besatzung ausgeht.
    Das „Perfekte“ dass alle zufrieden sind wird es nie geben, allerdings finde ich, man kann sich auch manche Dinge auch zu einem größeren Problem reden als sie wirklich sind, der SW wird ja auch nicht jeden Tag gebraucht und bestückt…
    Wir sind zufrieden und glücklich mit unserem SW so wie er ist, und auch die anderen 3 in unserem Landkreis laufen ganz normal mit den Kassetten im Aufbau.
    Und der neue hier vorgestellte SW KatS sieht für mich definitiv nach einem gelungenen Auto aus.

    Viele Grüße

  9. Roland S. sagt:

    Ich kann so langsam nur noch Müde lächeln.
    Die neuen SW 2000 auf MB Atego wurden doch erst 2014 ausgeliefert.
    Jetzt wird wieder über einen Prototyp berichtet der „getestet“ wird.
    Ja klar, ist ein MAN Fahrgestell aber was ist denn noch alles anders als beim Vorgänger ?
    Was muss man denn bei diesem sogenannten „Prototyp“ denn noch testen ?
    Ist meines Erachtens nur ein anderes Fahrgestell
    (…vermutlich damit neben MB auch MAN etwas vom Kuchen abbekommt)
    Gruß
    Roland

  10. Stephan sagt:

    der entscheidende Punkt an der Sache ist doch
    wie einfach können die Kassetten entladen werden am besten per Hubwagen von hinten .
    oder von der Seite per Stapel geht sicher auch aber das erfordert platz und nen Stapler bzw entsprechenden Hubwagen und die dazugehörigen Prüfungen ect.
    Am besten wäre es die Kasetten mit abnehmbaren Hilfsrollen zu versehen und sie so auf die Bühne zu schwenken und dort per Hubwagen abzulassen.
    Entsprechende Ausrüstung müsste natürlich im Lieferumfang des Fahrzeuges vorhanden sein und kann im Gerätehaus verbleiben.
    Des weitern müssten mehrere solche Fahrzeuge ein Landkreis mit einer Feuerwehrtechnischen Zentrale oder vergleichbaren Einrichtungen zugeordnet werden und in diesen Zentralen gefüllte Ersatzkasetten bereitstehen so das die Fahrzeuge schnell Einsatzbereit gemacht werden

  11. Hallo,

    immer wieder erstaunlich, welche Kommentare es so gibt…

    1. Zum Test-/Probebetrieb:
    Es gab und wird auch künftig immer wieder verschiendene Beschaffungsverfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen (sprich Zuschlagserteilungen) und Fahrgestell-/Aufbaukonzepten geben. Natürlich ist jeder (!) Beschaffer gut beraten, das entsprechende Ergebnis VOR einer größeren Serienfertigung mit einem „Pilot“-/Musterfahrzeug zu überprüfen und ggf. noch Änderungen zur Serie an den Details einzubringen. Wenn man natürlich für eine Feuerwehr immer nur ein Fahrzeug gleichen Typs kauft (kaufen kann), hat man das Problem (oder besser die Möglichkeit!) natürlich nicht.

    2. Zum Konzept:
    Der SW ist vom Bundeskonzept her KEIN Einzelfahrzeug, sondern gehört in einen Löschwasserförderzug bestehend aus 2 LF-KatS und einen SW-KatS (früher waren das mal 2 LF 16-TS und 1 SW 2000-Tr). Die Besatzung vom SW ist also nicht allein.
    Zur Verteilung der Fahrzeuge: Darauf hat der Bund keinen Einfluß, das machen die Länder/Kreise/Kommunen nach eigenem Plan…

    3. Zur Doka:
    Ein SW ist ein SW und kein LF, er ergänzt IMMER die anderen Fahrzeuge.
    Würde man eine Doka verbauen, würde das Fahrzeug sofort länger, schwerer, in der Gewichtsverteilung ggf. problematischer usw.
    Der Bund hat sich daher (wie übrigens wir auch in Düsseldorf) ganz bewusst für das Fahrzeugkonzept entschieden.
    Die TS ist (zusammen mit einer ggf. 2. auf der Ladefläche, die manche auch noch mitführen (können) u.a. die Redundanzpumpe für die auf den LF-KatS, also auch mit deren Personal zu nutzen.

  12. Hallo zusammen

    Wir haben so ein Fahrzeug diese Woche in Dienst gestellt.
    Aufbau ist für große Leute gewöhnungsbedürftig die Ausstattung ist gut und vernünftig untergebracht.
    Das bestücken der Kassetten dauerd ein bisschen ist aber mit 3 Mann zu händeln.
    Der einzige Nachteil ist wenn man die Kassetten entnimmt geht die Farbe an der Kante der Ladefläche ab (ist schnell passiert wir überlegen ein Aluriffelblech dort zu installieren) die Dinger wiegen ja auch einiges.

Kommentare

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