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Zwölf Übungsideen, die sich ideal und ohne großen Aufwand in der eigenen Feuerwehr realisieren lassen!
9 Wachen, 250 Einsatzkräfte, enormes Gefahrenpotential

Werkfeuerwehr im Hafen Rotterdam: Gezamenlijke Brandweer

Rotterdam (NL) – Rotterdam besitzt einen der größten Seehäfen der Welt. Für den Brandschutz sorgt die Gezamenlijke Brandweer (GB, Gemeinsame Feuerwehr) – eine öffentlich-private Partnerschaft von rund 60 Unternehmen und der Stadt. Sie ist mit neun Standorten und 250 Einsatzkräften eine der imposantesten Werkfeuerwehren Europas.

Für das Industrie- und Hafengebiet in Rotterdam ist die Gezamenlijke Brandweer (GB, deutsch: Gemeinsame Feuerwehr) zuständig. Sie ist auf neun Standorte verteilt. Hier präsentieren sich Kräfte der Kazerne (Wache) Botlekweg mit zwei Einsatzfahrzeugen (von links): einem Autospuit (AS, Industrielöschfahrzeug) und einem Tankautospuit (TS, Löschfahrzeug). (Bild: Michael Rueffer)

Die Gezamenlijke Brandweer gibt es seit 1998.  Mit heute 310 Mitarbeitern – davon 250 Feuerwehrleuten – auf neun Standorten hat sich die Größe der GB im Laufe der Zeit fast verdoppelt. Zwei der neun Wachen sind mit freiwilligen Feuerwehrleuten besetzt. In allen anderen Standorten befinden sich nur Hauptamtliche.

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Die gesamte Reportage über die Werkfeuerwehr im Hafen Rotterdam könnt Ihr im Feuerwehr-Magazin 2/2020 auf 11 Seiten lesen. Ohne Versandkosten im Shop bestellen!

In Heft 1/2020 stellen wir Euch die städtische Feuerwehr Rotterdams beziehungsweise der Sicherheitsregion Rotterdam-Rijnmond vor.

Jede der Wachen (Brandweerkazernen) nimmt eine Spezialaufgabe wahr. Wie zum Beispiel den Drohneneinsatz, die Rettung aus Höhen und Tiefen, die Schiffsbrandbekämpfung, die Wasserrettung oder die Ölschadensbeseitigung. Es gibt zudem eine Dekontaminationseinheit für CBRN-Einsätze (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren), eine Kazerne mit Cobra-Hochdruck-Löschsystem sowie eine Einheit für die Industrielle Brandbekämpfung, die sich aus mehreren Standorten zusammensetzt: den Industriële Brandbestrijdingspool (IBP).

Für den Industriële Brandbestrijdingspool (IBP, wörtlich übersetzt: Industriebrandbekämpfungspool) besitzt die GB großvolumige Pumpen, Schläuche und Werfer. Damit lässt sich etwa bei einem Tankbrand aus einer Entfernung von 115 Metern Löschschaum bis zu einer Höhe von 22 Metern ausbringen. Das Wasser fördern Lösch- und Patrouillenboote (niederländisch: Incidentbestrijdingsvaartuig, IV) der Port Authority mit ihren starken Pumpen. (Bild: Nils Sander)

Ölspuren beseitigen für Große

“Die häufigsten Einsätze für uns im Hafengebiet sind Ölschäden”, berichtet Jan Waals, Direktor der GB. Schermenpool Rotterdams Havengebied (SRH) ist eine spezialisierte Einheit für die Ölschadensbekämpfung im Hafen. Es handelt sich dabei um eine als Stiftung organisierte Kooperation zwischen der Hafengesellschaft Rotterdam (niederländisch: Havenbedrijf Rotterdam; englisch: Rotterdam Port Authority, RPA), dem Wirtschaftsverband der Hafen- und Industrieunternehmen in Rotterdam (Deltalinqs) und der GB.

Der Schermenpool Rotterdams Havengebied (SRH) ist eine spezialisierte Einheit für die Ölscha-densbekämpfung im Hafen. Die Ölwehr verfügt über 15 Abrollbehälter Ölsperre (Hakaarmbak Oilboom) mit insgesamt über 5 Kilometer Ölsperren. Foto: Veiligheidsregio Rotterdam-Rijnmond

Die Ölwehr verfügt über 15 Abrollbehälter Ölsperre (Hakaarmbak Oilboom) mit insgesamt über 5 Kilometer Ölsperren. Kommt es zu einem Ölunfall, wird unter der Leitung der Harbour Master’s Division (DHMR, deutsch: Abteilung des Hafenmeisters) der Port Authority ein Festmacherboot der Schiffsbefestigervereinigung Eendracht (Koninklijke Roeiers Vereniging Eendracht, KRVE) alarmiert. Mit dessen Hilfe können die Ölsperren ausgebracht werden. Sind größere Längen erforderlich, rückt die DHMR mit einem ihrer Lösch- und Patrouillenboote an und schiebt einen von drei Pontons mit erweiterter Ausrüstung zum Einsatzort.

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Über 100 Gefahrstoff-Firmen im Hafen

Die Richtlinie 2012/18/EU – umgangssprachlich auch Seveso-III- oder Störfall-Richtlinie genannt – verabschiedete die Europäische Union im Juli 2012. Sie dient der Verhütung schwerer Betriebsunfälle mit gefährlichen Stoffen und zur Begrenzung der Unfallfolgen. Benannt wurde die Richtlinie ursprünglich nach dem italienischen Ort Seveso, an dem sich am 10. Juli 1976 ein folgenschwerer Industrieunfall ereignete, der als Sevesounglück bekannt wurde: in der Chemiefabrik Icmesa war hochgiftiges Dioxin (Tetrachlordibenzodioxin, TCCD) in die Umwelt gelangt.

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Bei der Verordnung über das Risiko schwerer Unfälle (Besluit Risico’s Zware Ongevallen, BRZO) handelt es sich um die niederländische Umsetzung der EU-Richtlinie. Mehr als 400 Unternehmen in den Niederlanden fallen unter die BRZO, weil sie mit großen Mengen gefährlicher Substanzen arbeiten. Darunter befinden sich etwa Chemiekonzerne beziehungsweise erdölverarbeitende Betriebe. Diese Unternehmen müssen spezielle Maßnahmen ergreifen, um das Risiko schwerer Unfälle – und damit großem potentiellen Schaden für Menschen und Umwelt – zu begrenzen.

Im Hafen von Rotterdam sind 106 BRZO-Unternehmen ansässig. 43 davon sind Teil der GB. Die vier größten Raffinerien haben zusätzlich noch eigene Betriebsfeuerwehren. Sie verfügen damit über ein Team bei der GB und ein Team auf dem Werkgelände. In Deutschland ist die Seveso-Richtlinie unter anderem in der Störfallverordnung und im Bundesimmissionsschutzgesetz umgesetzt.

Der Hafen Rotterdam hat eine Gesamtfläche von 127 Quadratkilometern auf einer Länge von 42 Kilometern. Über 100 Firmen, die unter die Seveso-Richtlinie der EU fallen, sind hier ansässig. Im Bild zu sehen ist ein Teil des Europoort mit seinen Anlegeplätzen am Calandkanaal. Links davon trennt eine Landzunge den Kanal von der Rheinmündung Nieuwe Maas. Foto: Rik Schuiling / TropCrop TCS (CC BY-SA 4.0)

Mehr zur Feuerwehr Rotterdam:

Kontakt:

Gezamenlijke Brandweer Rotterdam
Moezelweg 150, 3198 LS Europoort Rotterdam, Niederlande
eMail info@gez-brandweer.nl, www.gezamenlijke -brandweer.nl

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