Produkt: Feuerwehr-Magazin 7/2019
Feuerwehr-Magazin 7/2019
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St. Florian: Mehr als ein Heiliger

Bremen – Tausende Feuerwehrleute in Deutschland, Österreich und Südtirol benutzen täglich seinen Namen. Dadurch wurde Florian zum meistgenannten Heiligen überhaupt. Aber warum wurde gerade sein Name als einheitlicher Funkrufname bei den Feuerwehren eingeführt? Und wer kam als Erstes auf die Idee?

Als nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland der Funksprechverkehr für die Feuerwehren aufgebaut wurde, gab es die unterschiedlichsten Regelungen. Zu der Zeit bestanden vier Besatzungszonen mit vier unterschiedlichen Militärverwaltungen. In dieser Zeit standen auch nur Funkgeräte der ehemaligen Wehrmacht zur Verfügung, sofern diese von den Besatzern überhaupt für die Belange der Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurden. 

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Heilbronn und Backnang ganz vorne mit dabei

Die Feuerwehren des ehemaligen Landes Nordwürttemberg-Nordbaden erhielten 1946/47 von der amerikanischen Militärregierung die Genehmigung zur Errichtung eines Funksprechverkehrs im 7-m-Band. Folgende Stationen, bei denen erstmals der Funkrufnahme Florian auftaucht, wurden eingerichtet:

  1. Station bei der Freiwilligen Feuerwehr Heilbronn, “Florian Hertha”;
  2. Station bei der Freiwilligen Feuerwehr Backnang, “Florian Bachus”;
  3. Station im Dienstwagen des Inspekteurs für das Feuerlöschwesen, “Florian Tiger 2”.

In Hamburg bemühte sich vor allem Brandoberrat Dipl.-Ing. Hans Brunswig, zuständig für die Abteilung Ausrüstung und Nachrichtenwesen der Feuerwehr, um die Einführung des Funksprechverkehrs in der Hansestadt. Er scheiterte anfangs aber mit seinen Vorstellungen an den finanziellen Vorbehalten der Amtsleitung gegen das System. So wurden erst 1951 die ersten zwei Funksprechgeräte für die Feuerwehr Hamburg beschafft. 

Der Schutzpatron und Namensgeber für den Funkrufnamen der Feuerwehr: der Heilige Florian. Foto: Hegemann

Die Wasserschutzpolizei führte in ihrem Amtsbereich als Funkrufnamen den Namen des griechischen Meeresgottes “Poseidon” (P = Polizei) ein. Für den Funkrufnamen der Feuerwehr setzte Brunswig analog den Funkrufnamen “Florian” (F = Feuerwehr) fest. Der zuständige britische Offizier, der die Aufsicht über die Feuerwehr führte, war selbst Feuerwehrmann. Er befand den auf alte Tradition zurückgehenden Vorschlag für gut und gab sein Okay.

Im Februar 1952 erteilte das Bundesinnenministerium unter dem Geschäftszeichen 64 2501 B 260/52 die Genehmigung für den Funkrufnamen “Florian” in Hamburg. 1953 genehmigte den auch die Post. 

Berlin funkte anfangs unter “Friedrich”

In Berlin wurde seit 1950 der Funksprechverkehr bei der Feuerwehr mit dem Funkrufnamen “Friedrich” abgewickelt. So richtig glücklich waren die Berliner mit dieser Namenswahl aber anscheinend nicht. Am 18. Oktober 1952 vereinbarte die Feuerwehrführung mit der Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen die Einführung des Funkrufnamens “Florian”. 

Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen hatte in einem Schreiben vom 15. August 1952 an die Arbeitsgemeinschaft Feuerschutz (AGF) bereits den Vorschlag gemacht, den Funkrufnamen “Florian” bundeseinheitlich für ortsfeste sowie fahrbare Funksprechgeräte einzuführen. Tragbare Geräte sollten “Florentine” verwenden. Da es keine Widersprüche gegen diesen Vorschlag gab, wurde am 4. Januar 1953 der einheitliche Funkrufname für alle deutschen Feuerwehren beim Bundesminister des Inneren beantragt. Am 25. August 1953 teilte das Innenministerium Nordrhein-Westfalen mit, dass diesem Antrag entsprochen wurde. Vor knapp 65 Jahren ist Florian damit zum häufigsten “angerufenen” Heiligen geworden.    

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