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In unserem eDossier stellen wir die Freiwillige Feuerwehr Winsen (Luhe) in einer Reportage ausführlich vor. Insgesamt 13 Ortswehren zählt die Feuerwehr Winsen.
Heute ist Florianstag

St. Florian: Mehr als ein Heiliger

Bremen – Tausende Feuerwehrleute in Deutschland, Österreich und Südtirol benutzen täglich seinen Namen. Dadurch wurde Florian zum meistgenannten Heiligen überhaupt. Aber warum wurde gerade sein Name als einheitlicher Funkrufname bei den Feuerwehren eingeführt? Und wer kam als Erstes auf die Idee? Anlässlich des heutigen Florianstag klären wir diese Fragen.

Der Legende nach starb am 4. Mai 304 Florian von Lorch. Er gilt als Schutzpatron der Feuerwehr. Viele Geschichten ranken sich um den heiligen Florian, wie er auch genannt wird. Als kleiner Junge soll er mit Hilfe eines kleinen Holzeimers ein Haus gelöscht haben, welches lichterloh brannte. Eine andere Legende besagt, er hätte ein brennendes Haus durch sein Gebet gelöscht.

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Im Zuge der Christenverfolgung sei der überzeugte Christ Florian zum Tod verurteilt worden, heißt es. Dabei hätte ihm ein Soldat einen Stein um den Hals gehängt, mit dem er anschließend von einer Brücke gestoßen wurde. Was davon nun wahr ist? Wer weiß. Belege gibt es jedenfalls keine.

Bis 1998 wurde am 4. Mai in Deutschland und Österreich – vor allem in Bayern und dem Saarland – der Tag des Heiligen Florian gefeiert. 1999 wurde der Tag dann zum “Internationalen Tag der Feuerwehrleute” aufgeweitet. Und zwar weltweit.

Am 2. Dezember 1998 starben bei einem Wald- und Flächenbrand im australischen Linton in der Region Victoria fünf Feuerwehrleute. Die Kräfte verbrannten in ihrem Einsatzfahrzeug. Sehr schnell nach dem Unglück kam der australische Feuerwehrmann JJ Edmondson auf die Idee, den Tag des Heiligen Florian zum Tag der Feuerwehrleute umzuwidmen. Und so kam es dann auch.

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In Deutschland erfuhr der Name Florian außerdem schon lange zuvor eine ganz besondere Würdigung: es ist der einheitliche Funkrufname der Feuerwehren. Als nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland der Funksprechverkehr für die Feuerwehren aufgebaut wurde, gab es die unterschiedlichsten Regelungen. Zu der Zeit bestanden vier Besatzungszonen mit vier unterschiedlichen Militärverwaltungen. In dieser Zeit standen auch nur Funkgeräte der ehemaligen Wehrmacht zur Verfügung, sofern diese von den Besatzern überhaupt für die Belange der Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurden.

Heilbronn und Backnang ganz vorne mit dabei

Die Feuerwehren des ehemaligen Landes Nordwürttemberg-Nordbaden erhielten 1946/47 von der amerikanischen Militärregierung die Genehmigung zur Errichtung eines Funksprechverkehrs im 7-m-Band. Folgende Stationen, bei denen erstmals der Funkrufnahme Florian auftaucht, wurden eingerichtet:

  1. Station bei der Freiwilligen Feuerwehr Heilbronn, “Florian Hertha”;
  2. Station bei der Freiwilligen Feuerwehr Backnang, “Florian Bachus”;
  3. Station im Dienstwagen des Inspekteurs für das Feuerlöschwesen, “Florian Tiger 2”.

In Hamburg bemühte sich vor allem Brandoberrat Dipl.-Ing. Hans Brunswig, zuständig für die Abteilung Ausrüstung und Nachrichtenwesen der Feuerwehr, um die Einführung des Funksprechverkehrs in der Hansestadt. Er scheiterte anfangs aber mit seinen Vorstellungen an den finanziellen Vorbehalten der Amtsleitung gegen das System. So wurden erst 1951 die ersten zwei Funksprechgeräte für die Feuerwehr Hamburg beschafft.

Der Schutzpatron und Namensgeber für den Funkrufnamen der Feuerwehr: der Heilige Florian. Foto: Hegemann

Die Wasserschutzpolizei führte in ihrem Amtsbereich als Funkrufnamen den Namen des griechischen Meeresgottes “Poseidon” (P = Polizei) ein. Für den Funkrufnamen der Feuerwehr setzte Brunswig analog den Funkrufnamen “Florian” (F = Feuerwehr) fest. Der zuständige britische Offizier, der die Aufsicht über die Feuerwehr führte, war selbst Feuerwehrmann. Er befand den auf alte Tradition zurückgehenden Vorschlag für gut und gab sein Okay.

Im Februar 1952 erteilte das Bundesinnenministerium unter dem Geschäftszeichen 64 2501 B 260/52 die Genehmigung für den Funkrufnamen “Florian” in Hamburg. 1953 genehmigte den auch die Post.

Berlin funkte anfangs unter “Friedrich”

In Berlin wurde seit 1950 der Funksprechverkehr bei der Feuerwehr mit dem Funkrufnamen “Friedrich” abgewickelt. So richtig glücklich waren die Berliner mit dieser Namenswahl aber anscheinend nicht. Am 18. Oktober 1952 vereinbarte die Feuerwehrführung mit der Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen die Einführung des Funkrufnamens “Florian”.

Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen hatte in einem Schreiben vom 15. August 1952 an die Arbeitsgemeinschaft Feuerschutz (AGF) bereits den Vorschlag gemacht, den Funkrufnamen “Florian” bundeseinheitlich für ortsfeste sowie fahrbare Funksprechgeräte einzuführen. Tragbare Geräte sollten “Florentine” verwenden. Da es keine Widersprüche gegen diesen Vorschlag gab, wurde am 4. Januar 1953 der einheitliche Funkrufname für alle deutschen Feuerwehren beim Bundesminister des Inneren beantragt. Am 25. August 1953 teilte das Innenministerium Nordrhein-Westfalen mit, dass diesem Antrag entsprochen wurde. Vor knapp 65 Jahren ist Florian damit zum häufigsten “angerufenen” Heiligen geworden.

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Einsatzbericht vom Anschlag auf den BerlinerWeihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo Angelika.
    Herzlichen Dank für Dein Lob. Wir freuen uns riesig, dass Dir unsere Themen so gut gefallen. Bleib Du bitte auch schön gesund. Wir wünschen Dir weiterhin viel Spaß mit dem Feuerwehr-Magazin.
    Liebe Grüße aus der Feuerwehr-Magazin-Redaktion.
    Sven

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  2. Ein sehr interessantes Thema. Das habe ich alles nicht gewusst, obwohl ich in der Schule gut aufgepasst habe, aber wegen meinen Krankheiten viel gefehlt habe, und nichts mehr nachholen konnte. Ihr habt immer gute Themen. Ich lese jetzt das Feuerwehr Magazin immer über meine E – Mails. Ich danke euch, für die interessanten Berichte und vieles mehr. Passt auf euch gut auf und kommt gesund von euere Einsätze zurück. Liebe Grüße aus Erkrath.

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