So entstand der Modell-Kalender

Bremen – Noch schnell den Rückspiegel richten, einen Schutzbügel festkleben sowie zwei Alukisten und einen Stapel Holzbretter vor dem Polizeibus arrangieren. Das Licht steht, Schärfe und Belichtungszeit sind eingestellt, der Finger berührt den Auslöser und – Haaaalt! Im Hintergund stört plötzlich ein Baum. Und der eine Kamerad vom THW ist auch nicht richtig zu sehen. Eine große Hand erscheint im Sucher, der Baum wandert nach rechts, den THWler umgreifen die Zangen einer silbernen Pinzette. Trotzdem nimmt er es ganz gelassen. Dann stimmt die Szene und der Fotograf drückt auf den Auslöser. Das Septemberbild steht für den neuen “Blaulicht-Modell-Kalender 2012”.

Leuchtend blau stehen die beiden Unimog des THW vor dem rotglühenden Abendhimmel. Wenn man als Fotograf draußen in der Natur doch auch immer ein solches Fotolicht hätte. Diesmal kommt das Licht von einem Deckenfluter, die Einsatzfahrzeuge stehen im Modellbaukeller von Redakteur Olaf Preuschoff und der schöne Sonnenuntergang im Hintergrund ist nur ein Foto, vor Jahren einmal aufgenommen und nun gerade richtig, um die Lichtstimmung eines warmen Septemberabends zu unterstützen.

Dass die Einsatzfahrzeuge vom mittlerweile vom Markt verschwundenen österreichischen Hersteller Roco kommen, stört dabei nicht. Auch nicht die beiden Reporter von Preiser, die die Technische Hilfeleistung für den festgefahrenen Mannschaftsbus der Polizei mit Kamera und Fotoapparat dokumentieren. Wie im richtigen Leben.

Das September-Motiv des neuen Blaulicht-Modell-Kalenders zeigt die Hilfeleistung an einem MTW der Polizei, dargestellt mit Figuren von Preiser und Modellfahrzeugen von Roco. Foto: Olaf Preuschoff

Beim diesjährigen Modell-Kalender haben sich Michael Rüffer und Olaf Preuschoff gemeinsam an die Arbeit gemacht, dreizehn Fahrzeugfotos und Einsatzbilder im bewährten Stil von Feuerwehr-Magazin und Rettungs-Magazin zu präsentieren. Als Indoor-Locations dienten neben dem Keller von Preuschoff die großen Modellbahnanlagen des Dr.-Cornelius-Modellbahnvereins in Ovelgönne-Großenmeer (Kreis Wesermarsch) sowie der Eisenbahnfreunde Friesland e.V. in Wilhelmshaven. Dazu kamen noch zwei private, ebenfalls aufwändig gearbeitete Anlagen.

Der Trick mit dem Hintergrund

Eine besondere Schwierigkeit beim Fotografieren von Modellfahrzeugen im Studio liegt darin, die nötige Tiefenwirkung zu erzielen. Im Studio bei uns in Bremen kommen bedruckte Kartons als Hohlkehle im Hintergrund zum Einsatz, die entweder eine einzelne Farbe oder aber eine Struktur – zum Beispiel Wolken, Felsen, Geröll – aufweisen. Beim neuen Kalender haben wir erstmals Fotos als Hintergrund verwendet. Dabei mussten wir darauf achten, dass keine Lichtspiegelungen entstehen, dass einzelne Elemente nicht zu groß sind und dass das Foto insgesamt zur gezeigten Stimmung passt.

Bei dem April-Motiv – dem Iveco Magirus-Servicepunkt – stellte sich heraus, dass Fotos in der Größe DIN A4 schon zu klein sind. Mittels der präzisen Anordnung der beiden Fahrzeughallen konnte dieses Problem allerdings behoben werden. Da hatte es das Foto-Team bei den Arbeiten am Juni-Motiv schon leichter: Als Hintergrund diente ein Alpenpanorama, das auf eine zirka 2 x 5 Meter große Plane gedruckt ist. Da das Großbild Falten warf, war hier allerdings ein Assistent nur damit beschäftigt, die Plane während der mehrere Sekunden langen Belichtung mittels eines Karabinerhakens straff zu ziehen.

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Kampf gegen Sand und Mücken

Um neben den Studioaufnahmen auch Bilder in natürlichem Licht präsentieren zu können, suchte sich Michael Rüffer zwei Outdoor-Locations für das Februar- und das Juli-Motiv. Zwar fand er diese in einem Moorgebiet und auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Aber der Redakteur lernte auch die Nachteile kennen, die eine Arbeit im Freien mit sich bringen kann. So wehte auf der Bundeswehrliegenschaft ein so feiner Sand durch die Luft, dass dieser nach getaner Arbeit erst einmal mit Hilfe eines Staubsaugers von Kameragehäuse, Objektiv und Stativ entfernt werden musste.

Ob sich das Moor für weitere Aufnahmen anbietet, bleibt ebenfalls fraglich. Dort tummelten sich nämlich unzählige Stechmücken, die sich mehr für das dreiköpfige Fototeam als für die beiden Modelle – ein Universallöschfahrzeug der Werkfeuerwehr EADS und ein Eurofighter der Luftwaffe – interessierten. Kaum war das letzte Bild im Kasten, zeigte die Modell-Kalender-Crew eine nie zuvor gekannte Schnelligkeit beim Abbau und Verladen des Equipments…

Überblick: Kalenderblätter — Vorbilder — Hersteller

  • Titel: “LO-Parade”
  • Januar: “Notfall an der Eislaufbahn” (Berufsfeuerwehr Dresden)
  • Februar: “Sitzbereitschaft an der Landebahn” (Werkfeuerwehr EADS, Luftwaffe JG 73 “Steinhoff”)
  • März: “Küchenbulle” (Niederösterreichischer Katastrophenhilfsdienst)
  • April: “Vorführtermin” (Iveco Magirus-Servicepoint)
  • Mai: “Auf den Haken genommen”
  • Juni: “Rendezvous auf der Alm” (ADAC, ÖRK Salzburg)
  • Juli: “In schwerem Gelände”
  • August: “Drehleiterballett”
  • September: “Abgerutscht” (THW)
  • Oktober: “Einsatz auf dem Oktoberfest” (Berufsfeuerwehr München)
  • November: “Ausbildungsabend beim THW”
  • Dezember: “Begegnung in den Bergen”

An dieser Stelle sagen wir ein herzliches Dankeschön an alle Firmen, die uns Modelle, Figuren und Zubehör für unseren „Blaulicht-Modell-Kalender 2012“ zur Verfügung gestellt haben: Brekina, Busch, Herpa, Preiser, Rietze, Schuco, Viessmann und Wiking.

Hier können Sie den Kalender 2012 bestellen.

 

Ein Kommentar zu “So entstand der Modell-Kalender”
  1. Echt cool! Ich hab mir schon den ersten Kalender gekauft und werde mir diesen bestimmt auch wieder besorgen. Da ich selbst auch Modellbauer bin, mir aber noch die Erfahrung für den Dioramenbau fehlt, finde ich solche Reportagen immer super. Allerdings würde ich mich freuen, wenn das Feuerwehr Magazin auch in den Heften mehr über den Modellbau berichten würde.

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