Zahl stetig ansteigend

Immer mehr Kindergruppen in der Feuerwehr

Nachwuchsgewinnung für das Ehrenamt beginnt nicht erst in der Jugendfeuerwehr. Daher richten immer mehr engagierte Kameradinnen und Kameraden Kindergruppen in ihren Wehren ein, um schon 6-Jährige spielerisch an das Thema heranzuführen. Wir erklären, was vorab wichtig ist, wie die Gründung formell abläuft und was Themen in den Gruppenstunden sein können.

Schon viele 6-Jährige wollen mitmachen bei „Löschfüchsen“, „Feuerdrachen“ oder mit anderen kreativen Namen versehenen Kindergruppen und dort ihren großen Vorbildern nacheifern. Die Deutsche Jugendfeuerwehr listet für das Jahr 2021 mehr als 4.000 Kinderabteilungen auf, in denen rund 20.000 Mädchen und 35.000 Jungen aktiv waren. Tendenz stetig steigend.

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Michael Klein, Vorsitzender des Fachausschusses „Kinder in der Feuerwehr“ und Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, sieht eine Win-Win-Win- Situation: Die Kleinen können Spaß haben und lernen. Feuerwehren knüpfen durch diesen ersten Zutritt ein stabiles Band für (früh) Interessierte. Eltern können ebenfalls mit eingebunden werden in die Welt des Ehrenamtes. Gerne sollen sie bei den Treffen der Kinder aktiv unterstützen, bestenfalls steigen sie dadurch inspiriert sogar als Quereinsteiger in die Einsatzabteilung ein.

Die Anzahl an Kindergruppen in der Feuerwehr wächst seit Jahren in allen Bundesländern. Im baden-württembergischen Achern-Mösbach startete 2021 eine neue Gruppe – die dritte in der Stadt. Foto: Kinderfeuerwehr Achern-Mösbach

Die Faszination für Feuerwehr zu bedienen sei überaus wichtig für die zukünftige Brandbekämpfung. Michael Wegel, hauptamtlicher Kommandant der Feuerwehr Achern (BW, Ortenaukreis) stellt fest: „Ohne Kindergruppen in der Feuerwehr werden immer weniger Personen ihren Weg ins Ehrenamt finden. Nur auf die Jugendfeuerwehr zu setzen, reicht heute nicht mehr aus.“ Denn im Alter von 10 hätten viele Kinder bereits ihre Wahl getroffen und seien oftmals seit Jahren eingebunden in Vereine. Deshalb sollte bereits den Jüngsten behutsam das Ehrenamt schmackhaft gemacht werden. „Eigentlich keine schwere Aufgabe, denn rote Feuerwehrautos und das heldenhafte Image des ‚Helfers in der Not‘ fesseln nach wie vor. Wir müssen nur diese natürliche Neugier bedienen“, weiß Klein.

Als Grundstein, den es den Kindern in bis zu 4 Jahren Kinderfeuerwehr vorzustellen gilt, nennen Kinderfeuerwehrwarte Werte wie Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Feuerwehrtechnische Inhalte dürfen immer wieder präsent sein, sollen aber nicht mehr als etwa 30 Prozent ausmachen. Einerseits seien die Kinder hierfür noch zu jung, andererseits würde so auch die JF-Zeit vorweggenommen. Das könne sogar zu Frust und Austritt führen – dabei wollen die Feuerwehren die Interessierten ja bis zu 12 Jahre in den beiden Nachwuchsabteilungen binden. Mit dem Wechsel in die JF rückt (ab dem 10. Lebensjahr) das Feuerwehrwissen stärker in den Vordergrund. Altersgerechte Selbstständigkeit, Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten sowie Verantwortungsgefühl sind aber bereits für (junge) Kinder lohnende Ziele, die das Betreuungsteam aktiv fördern kann.

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