Gefahrguteinsatz auf Nordseeinsel Langeoog

Langeoog (NI) – Die Inselfeuerwehren in der deutschen Nord- und Ostsee sind bei Einsätzen meist auf sich alleine gestellt. Nur bei besonderen Lagen wird Hilfe vom Festland angefordert und auf die Inseln gebracht. Am Samstag trat solch ein Fall auf der ostfriesischen Insel Langeoog (Kreis Wittmund) ein, nachdem in einem Hotel Chlorgas ausgetreten war. Der Gefahrgutzug rückte vom Festland per Schiff an.

Dem Hotelpersonal war mittags an der Rezeption ungewöhnlicher Geruch aufgefallen, der offenbar aus dem hauseigenen Schwimmbad drang. Das Personal informierte darauf die Feuerwehr. Die Inselfeuerwehr forderte nach der ersten Erkundung den Gefahrgutzug sowie die Technische Einsatzleitung (TEL) des Kreises Wittmund an. Der mobilisierte sich und verlud sein Material am Hafen von Bensersiel auf ein Landungsschiff. Rund 35 Einsatzkräfte und vier Fahrzeuge setzten  auf die Insel über.

Vor Ort bereiteten die Experten den Einsatz routiniert vor. Mit Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet gingen die Fachkräfte vor und führten Messungen durch. Sie stellten eine Reaktion mit Calciumhypochlorit fest, welches zur Wasseraufbereitung verwendet wurde. Die Feuerwehrleute bargen die Chemikalien in Überfässern und brachten sie zur sicheren Verwahrung zur abgelegenen Langeooger Kläranlage. Dort wurde anschließend auch die kontaminierte Einsatzkleidung zwischengelagert.

Gegen 18 Uhr konnte der Einsatz beendet werden und die Einheiten vom Festland die Heimreise auf dem Seeweg antreten. Insgesamt waren zirka 50 Feuerwehrleute an dem Einsatz beteiligt, ebenso Polizei, Untere Wasserbehörde und Gesundheitsamt.

Bei einem Gefahrguteinsatz auf Langeoog (NI) kamen Spezialkräfte aus dem Kreis Wittmund zum Einsatz. Sie gingen unter CSA vor und bauten eine Dekontaminationsstelle auf. Foto: T.Culemann/FF Langeoog
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