Mehr Angebote für interkulturelle Öffnung gefordert

Feuerwehr noch zu monokulturell

Bremen – Laut Deutschem Freiwilligensurvey der Bundesregierung geben bundesweit von den Personen mit einem Migrationshintergund 1 Prozent an, sich in den Feuerwehren und im Rettungsdienst zu engagieren. Damit sind sie stark unterrepräsentiert. Welche Vorteile hätte eine Feuerwehr mit mehr Mitgliedern, die eine Einwanderungsgeschichte haben?

Obwohl knapp 27 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Zuwanderungsgeschichte besitzt, sind 1 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich bei Feuerwehr und Rettungsdienst engagiert beziehungsweise geben dies so an. Das Symbolbild zeigt Mitglieder der Integrationsgruppe der FF Brunsbüttel beim Üben mir der Steckleiter. (Bild: Michael Rueffer)

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Dienst in der Feuerwehr breit in der Gesellschaft zu verankern sowie ein motivierendes Klima für bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Er möchte laut Handreichung „Einsatz braucht Vielfalt – Vielfalt braucht Einsatz“ (Link zum PDF auf der Website) zur interkulturellen Öffnung beitragen, einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden und ein offenes Miteinander begünstigen.

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Durchaus selbstkritisch heißt es in einer Info zur Integrations-Kampagne: „Bisher zeigt sich die Feuerwehr jedoch eher monokulturell: Der klassische Feuerwehrangehörige ist männlich und ohne Migrationshintergrund. Besonders stark ausgeprägt zeigt sich die Monokultur im Bereich der geringen Vielfalt der ethnischen Hintergründe, die Feuerwehrangehörige mitbringen.“ (DFV-Webseite, Kampagnen: Integration) Bei einem gesamtgesellschaftlichen Anteil von 26,7 Prozent von Personen mit Wurzeln außerhalb Deutschlands (laut Mikrozensus 2020, Erhebung durch Statista), gaben laut Deutschem Freiwilligensurvey der Bundesregierung 1 Prozent der Menschen mit einem Migrationshintergrund an, sich in Feuerwehr und Rettungsdienst zu engagieren.

Damit sind sie stark unterrepräsentiert bei insgesamt 21,9 Millionen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland (laut Statistischem Bundesamt). Ihnen müssen mehr Angebote gemacht werden, die sie vom Ehrenamt überzeugen. Denn die Vorteile einer diversen und vielfältigen Feuerwehr sind eindeutig, wie die Handreichung zur interkulturellen Öffnung der Feuerwehren des DFV zeigt. Sowohl für die Feuerwehr selbst, denn Menschen mit Einwanderungsgeschichte

  • können kulturell, sprachlich, einsatztaktisch und personell unterstützen und neue Impulse geben,
  • wirken als „Brückenbauer“ und vermitteln Arbeitsweisen und Aufgaben an Gruppen, die bisher (zu) wenig über die Feuerwehr wissen,
  • entkräften möglicherweise auftretende Vorurteile und erweitern so den kulturellen Horizont aller Feuerwehr-Mitglieder.

… als auch für Menschen mit Migrationshintergrund, weil

  • sie so Teil eines sozialen Netzwerks Feuerwehr werden, in dem Mitglieder einander auch außerhalb von Einsatzgeschehen und Vereinsleben unterstützen,
  • sie, beispielsweise in Einsatzsituationen und in der Brandschutzaufklärung, über ihre Sprachkenntnisse hinaus vermittelnd und unterstützend gebraucht werden,
  • ihnen so die Wertschätzung entgegengebracht wird, mit dem Ehrenamt gesellschaftlich anerkannte Arbeit zu verrichten und Teil einer traditionsreichen und sich gleichzeitig wandelnden Organisation zu sein.

Weiterlesen? Im aktuellen Feuerwehr-Magazin 3/2022 findet Ihr im Artikel „Willkommen, Vielfalt!“ Informationen zum Interkulturellen Konzept der FF Wetzlar-Hermannstein, das nicht nur bei der Kinderfeuerwehr Anwendung findet. Erhältlich ist es im Zeitschriftenhandel oder versandkostenfrei im Feuerwehr-Magazin-Shop!

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