Feuerwehren in Österreich

Berufsfeuerwehr Salzburg

Salzburg (Österreich) – Wir haben die Berufsfeuerwehr Salzburg 2017 besucht und im Feuerwehr-Magazin 7/2017 vorgestellt. Die wichtigsten Infos, besondere Einsatzfahrzeuge und Konzepte sowie die komplette Fahrzeugliste der Salzburger haben wir für Euch auf einen Blick zusammengestellt. 

Inhaltsverzeichnis
BF bekommt moderne Einsatzkleidung
Großtanklöschfahrzeug (GTLF) 12000
In Sorge um das Weltkulturerbe Salzburg
Neues Wechsellader-Konzept der BF Salzburg
Fahrzeugliste der Berufsfeuerwehr Salzburg
10 Salzburger Feuerwehrmänner laufen für krebskranke Kinder

Berufsfeuerwehr Salzburg
Standardfahrzeug bei vielen österreichischen Feuerwehren ist das Rüstlöschfahrzeug mit Allradantrieb (RLFA). Sie bilden das Pendant zu den deutschen HLF. Diese RLFA 2000 der BF Salzburg von 2017 gehört zur neuesten Generation dieses Fahrzeugtyps. Foto: Sven Buchenau

Die Altstadt von Salzburg zählt als Weltkulturerbe zu einem der schwierigsten Gefahrenschwerpunkte der Berufsfeuerwehr Salzburg. Enge Gassen, die Festung Hohensalzburg und der Gaisberg mit 1.288 Meter Höhe stellen besondere Anforderungen an den Fahrzeugpark der Wehr. Daher sind in den beiden BF-Wachen Maxglan und Schallmoos zahlreiche Sonderfahrzeuge stationiert, mit denen die Kräfte die anspruchsvollen örtlichen Begebenheiten meistern können. Wir haben die österreichische Feuerwehr besucht und ein kurzes Vorschau-Video für Euch produziert.

BF bekommt moderne Einsatzkleidung

Seit etwa 20 Jahren kommt bei der Berufsfeuerwehr Salzburg eine einteilige Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zum Einsatz. Das soll nun geändert werden. Im Dezember 2017 wurde nach 2 Jahren Vorbereitung der Auftrag für die Beschaffung neuer Einsatzkleidung getätigt. Die ersten Feuerwehrleute konnten jetzt mit einer neuen, zweiteiligen PSA ausgestattet werden.

Neue PSA für BF Salzburg
Die BF Salzburg freut sich über ihre neue Einsatzkleidung. Foto: Stadt Salzburg / Niko Zuparic (Bild: www.zuparino.com)

Im laufenden Jahr sollen weitere Mitarbeiter die neue Einsatzkleidung erhalten. Da die Feuerwehrführung auf ein einheitliches Erscheinungsbild der Kräfte während eines Einsatzes Wert legt, findet während des Umstellungsprozesses die alte Schutzausrüstung weiterhin als Reserve- beziehungsweise als Ersatzgarnitur Verwendung.

Mit Hilfe eines eigens erarbeiteten Leistungsverzeichnisses wurde die neue Einsatzkleidung ausgewählt. Dafür wurden praktische Tests sowie Erkenntnisse und Empfehlungen aus den verschiedenen Feuerwehreinheiten und -verbänden einbezogen. So konnte mit Hilfe der “MA 0700 – Zentraler Einkauf und Lager” eine Ausschreibung veröffentlicht werden, die an die  Firma Texport als Lieferanten für die neue Schutzausrüstung ging.

Die neue, zweiteilige Einsatzkleidung bietet viele Vorteile. Sie erfüllt die Europäische Norm EN 469 inklusive Anhang B und ist somit ohne zusätzliche Warnweste bei Einsätzen im Straßenverkehr verwendbar. Die Jacken und Hosen haben eine höhere Schutzwirkung als die alten Overalls bei gleichzeitig möglichst geringer Temperaturbelastung für den Träger.

Die Aufteilung der Schutzausrüstung in Oberteil und Hose erlaubt eine größere Flexibilität im Einsatz. Der neue Oberstoff der Ausrüstung ist abrieb-, zug- und reißfester als der der alten Einsatzkleidung und zudem für bis zu 40 Wäschen wasserfest. Die Funktionskennzeichen können einfach ausgetauscht werden, was den Aufwand für die Lagerverwaltung reduziert. Am Rücken der Jacke ist eine Bergeschlaufe angebracht. Außerdem kann sie mit einer Rettungsschlaufe nach EN 358 und EN 1498 Typ A ausgestattet werden. 

 

Großtanklöschfahrzeug (GTLF) 12000

So außergewöhnlich das Einsatzspektrum in Salzburg ist, so speziell ist auch der Fuhrpark der Berufsfeuerwehr ausgestattet. Besonders für die Brandbekämpfung auf dem Gaisberg und der Festung Hohensalzburg spielt das Großtanklöschfahrzeug (GTLF) 12000 eine wichtige Rolle.

Das GTLF steht auf dem Gipfel des Salzburger Gaisbergs. Rechts ist gerade ein startender Paraglider zu sehen. Foto: Sven Buchenau

Rosenbauer hat das GTLF 12000 1993 auf einem dreiachsigen Mercedes 2850A 6×6 aufgebaut. Es besitzt einen 11.250 Liter fassenden Wassertank und einen 750-Liter-Schaummitteltank. Diesen Löschmittelvorrat nutzt die Feuerwehr auch für Brandeinsätze auf dem Gaisberg. Dieser ist mit 1.288 Meter der höchste Berg im Salzburger Stadtgebiet. Obwohl das GTLF 28 Tonnen auf die Waage bringt, schafft es die Steigung dank einer Motorleistung von 503 PS spielend.

Der Dreiachser begibt sich wieder auf die Fahrt ins Tal. Gut zu erkennen ist die österreichische Notrufnummer 122 auf der Heckklappe des 28-Tonners. Foto: Sven Buchenau

Die Feuerwehr nutzt eine Steigleitung, um Löschwasser etwa 120 Höhenmeter aus der Stadt hoch bis zur Burg zu pumpen. Als Wasserentnahmestelle dient ein Bach, dessen Wasserspiegel bei Bedarf mit Holzbalken, die vor Ort verstaut sind, angestaut werden kann.

Um den Höhenunterschied auf dem Berg zu überwinden, ist ein Fahrzeug mit einer ausreichenden Pumpenleistung nötig. Deshalb nutzen die Berufsfeuerwehrleute dafür ihr größtes Fahrzeug im Fuhrpark: das allradgetriebene GTLF 12000. Dessen Pumpe hat eine Leistung von 4.000 Liter pro Minute bei 10 bar. Doch bevor die Kräfte die Steigleitung speisen können, muss der Maschinist sein ganzes Können aufbieten. Denn die Entnahmestelle befindet sich an einem kleinen Parkplatz mit einer schmalen Zufahrtsstraße.

Zwei Feuerwehrleute haben die Einspeisung der Steigleitung vorbereitet. Mit der Saugleitung wird Wasser aus einem Bach und über einen B-Druckschlauch in den umfunktionierten Hydranten gepumpt. Foto: Sven Buchenau

Über die Feuerlöschpumpe wird das Wasser in einen als Einspeisestelle umfunktionierten Hydranten eingespeist. Von diesem aus geht es über die Steigleitung in die Höhe. Schließlich kommt es in einem Wandhydranten im Innenhof der Festung Hohensalzburg an. 

In Sorge um das Weltkulturerbe Salzburg

  • Ein Kommentar von Sven Buchenau (Redakteur Feuerwehr-Magazin und Zugführer FF)

Wer schon einmal in Salzburg gewesen ist, kennt das besondere Etwas der Mozartstadt. Ich konnte hier sogar das internationale Flair spüren, wie es sonst nur in größeren Städten und Metropolen der Fall ist. So wie Hamburg als “Das Tor zur Welt” bezeichnet wird, wirbt eine Internetseite mit dem Titel “Die Bühne der Welt” für die Sehenswürdigkeiten Salzburgs.Als besonders empfand ich bei meinem Reportage-Termin auch die Salzburger selbst, vor allem, wenn es um die Sicherheit ihrer Stadt geht. Jedem Bewohner scheint die erhöhte Brandlast des Weltkulturerbes mit seiner historischen Bausubstanz bewusst zu sein. Beim Fotoshooting in der Altstadt blieben Touristen fasziniert stehen, um die roten Feuerwehrfahrzeuge zu bestaunen.Zahlreiche Salzburger hingegen kamen mit besorgten Blicken auf uns zu, um zu fragen, wo es brennt oder wie schlimm es sei. Dass wir vom Feuerwehr-Magazin Einsatzfahrzeuge immer mit eingeschaltetem Blaulicht fotografieren, hat die Situation in der Salzburger Innenstadt nicht gerade entspannt.

Berufsfeuerwehr Salzburg
Die Festung Hohensalzburg liegt mitten im Stadtgebiet. Foto: Sven Buchenau

Bei statistisch 9,4 Einsätzen am Tag (2016) mussten die Kollegen der BF genau vorplanen, als wir mit mehreren Einsatzfahrzeugen unterwegs waren. Die Fahrzeuge, die im Ernstfall zuerst abrücken sollten, wurden festgelegt und zuerst fotografiert. Kein Fahrzeug sollte länger unterwegs sein als nötig. Weil die Einsatzkräfte die Sorge ihrer Bürger kennen, blieb auch kein Blaulicht länger eingeschaltet, als absolut notwendig war.

Trotz des Zeitdrucks spielten die Kollegen super mit und machten eigene Vorschläge für geeignete Foto-Locations. Dabei war es nicht einfach, die großen Fahrzeuge in bestimmte Gassen zu manövrieren. Prompt entdeckte die Feuerwehr bei der Einfahrt in eine enge Straße, dass ein Abfalleimer mit schwerem Betonsockel falsch aufgestellt war, sodass das Fahrzeug nicht um die Ecke kam. Für jede noch so kleine Durchfahrt wissen die Feuerwehrleute, welches Fahrzeug durchpasst und welches nicht. Genauer gesagt ist der gesamte Fuhrpark exakt auf die Begebenheiten und Örtlichkeiten ausgerichtet, um den Brandschutz in der Mozartstadt sicherzustellen. Das hat mich enorm beeindruckt.

Berufsfeuerwehr Wien

Neues Wechsellader-Konzept der BF Salzburg

Angesichts der schwierigen Topografie und der vielen ungewöhnlichen Einsatzbedingungen Salzburgs arbeitet die BF-Führung an einem neuen Fahrzeugkonzept. Besonders in Hinblick auf die Fahrzeugtypen, die nicht mehr gebaut werden, aufgrund ihrer Eigenschaften aber gebraucht werden. Teile davon sind bereits umgesetzt worden.

Das WLF-K sattelt den Abrollkipper Ladepritsche ab. darauf kann der Teleskoplader zum Einsatz gefahren werden. Foto: Sven Buchenau

Als 2016 die Erneuerung eines 28 Jahre alten Lkw mit Kran notwendig wurde, war der Zeitpunkt gekommen, um den Einstieg in ein multifunktionales Wechselladersystem zu vollziehen. Ein Arbeitskreis für Einsatzfahrzeuge erarbeitete ein detailliertes Konzept, welche Anforderungen an das neue Wechselladefahrzeug gestellt werden sollten und wie die Realisierung aussehen könnte.

Ende 2016 stellte die BF ein Wechselladerfahrzeug mit Kran (WLF-K) in Dienst. Empl nutzte als Fahrgestell einen MAN TGS 26.440 6x4H-4 BL. Es besitzt eine Abrollkippereinrichtung für Wechselladecontainer von Palfinger Palift-Telescopic T18A und einen Arbeits- und Ladekran Palfinger PK 23001 EH mit Zusatzgeräten: Pkw-Hebekreuz (Pkw-Takler) mit Vario-Radklammern, Zweischalengreifer und Forstgreifer mit hydraulischem Rotator.

Dazu kommt eine Abrollkipper-Ladepritsche. Das WLF-K hat eine technisch zulässige Gesamtmasse von 28 Tonnen. Die vordere der beiden Hinterachsen wird durch einen 440 PS starken Motor angetrieben. Es besitzt ein 16-gängiges manuelles Synchrongetriebe. Der Abrollkipper bietet eine Hublast von 18 Tonnen.

Der Teleskoplader kommt unter anderem bei Hochwasserlagen zum Einsatz. Foto: Sven Buchenau

Auf der Mulde kann der Weidemann-Teleskoplader T5522 der BF, Baujahr 2015, verlastet werden. Je nach Bedarf kann die Feuerwehr diesen mit einem Schneeschieber, einer Kehrmaschine oder einer Schaufel ausrüsten. „Der Schneeschieber hat uns auch hier auf dem Hof bereits gute Dienste geleistet“, erklärt Manfred Höllbacher, zuständig für die Fahrzeugtechnik. 

Fahrzeugliste der Berufsfeuerwehr Salzburg

Hauptfeuerwache Maxglan

KDO, Volvo XC 60, Eigen, 2016
KDO, VW Passat TDI 4×4, Eigen, 2004
ELF, Mercedes Vito 115 CDI 4×4, Rosenbauer, 2005
RLFA 2000, Mercedes Atego 1730, Rosenbauer, 2017
TLFA 800, Mercedes Sprinter 416 CDI 4×4, Rosenbauer, 2001
GTLFA 12.000, Mercedes 2850 A 6×6, Rosenbauer, 1993
RLFA 2000, Mercedes 1627 AF, Rosenbauer, 1996
TLFA 2000, Mercedes 1324 AF, Rosenbauer, 1998
RLFA 2000, Mercedes Atego 1529, Rosenbauer, 2010
DLAK 23/12, MAN 15.280 LE, Magirus, 2007
TB 32, Mercedes Econic 1833, Metz, 2011
RF, Mercedes Unimog 416, Eigen, 1976
SRF-K, Mercedes 1936 AF, Rosenbauer, 1988
KRAN 20, Liebherr LTM 1020, Liebherr, 1985
KLFA, Puch Haflinger, Eigen, 1962
WLF-K, MAN TGS 26.440, Empl, 2016
HLF, Mercedes Vario 815 D, Rosenbauer, 2004
GSF, Mercedes 1120, Rosenbauer, 1987
KLFA (siehe Foto), Steyr Puch Pinzgauer 716, Rosenbauer, 1996
ASF, Magirus Iveco 65-10, Eigen, 1982
SF, Mercedes Unimog 1250, Rosenbauer, 1994
WDF, Mercedes Sprinter 412, Rosenbauer, 1999
VF, Fuso Canter, Wuppinger, 2015
Tele-Lader, Weidemann T5522, Weidemann, 2015
KDO 3, Skoda Oktavia 4×4, Eigen, 2012
MF, VW T3 Syncro 253, Eigen, 1991
MF, VW Bus 7 DB T4, Eigen, 2000
MF, VW Polo, Eigen, 2003
TF, VW Caddy, Eigen, 1997
MF, VW Bus 7 HC 4×4, Eigen, 2009
MF, VW Polo, Eigen, 2007
MF, Citroën Berlingo, Eigen, 2010

Teleskopmastbühne
Metz hat die Teleskopmastbühne (TB) 32 2011 aufgebaut. Als Fahrgestell dient ein Mercedes Econic 1833. Foto: Sven Buchenau

Anhänger

PLA 250 Anhänger, Total, 1961
DEKO Anhänger, Pongratz, Eigen, 2007
MBoot Anhänger, Ablinger, 1984
Boot Anhänger, Ablinger, 1988
HWG Anhänger, Klöckner, Eigen, 1959
ZA Anhänger, Ablinger, 1988
STEA 150 kVA Anhänger, Scania, Balnuweit, 1993
STEA 34 kVA Anhänger, Jenbacher, 1986
FLT Anhänger, Pongratz, Eigen, 2004
LUF Anhänger, Rechners, 2004

Berufsfeuerwehr Salzburg
Nur mit diesen wenigen Geländefahrzeugen von Pinzgauer kann die BF auf die Festung Hohensalzburg fahren. Feuerwehr

Feuerwache Schallmoos

MF, Citroen Jumper Bus, Eigen, 2012
MF, Fiat Ducato 230, Doka, 2000
RLFA 2000, MAN 14.285 LA-LF, Rosenbauer, 2003
RLFA 1000, Mercedes Unimog 1650, Rosenbauer, 1991
TLFA 2000, Mercedes Unimog 20, Rosenbauer, 2013
DLAK 23/12, MAN TGM 15.290, Magirus, 2014
HLF, Mercedes Sprinter 416, Rosenbauer, 2002
KLFA, Steyr Puch Pinzgauer, Rosenbauer, 1992

Anhänger

PLA 250 Anhänger, Minimax, 1963
TS Anhänger, Ablinger, Eigen, 1999
MBoot Anhänger, Ablinger, Eigen, 1970
HR Anhänger, Pongratz, Eigen, 2010

10 Salzburger Feuerwehrmänner laufen für krebskranke Kinder

Für den guten Zweck steigt ab Dienstag, 21. November, der Austrian Firefighter’s Run. 10 Feuerwehrmäner aus Salzburg wollen ein Zeichen setzen und Spenden für die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe sammeln. Sie laufen in kompletter Persönlicher Schutzausrüstung von rund 700 Kilometer und 8.000 Höhenmeter von Bregenz am Bodensee bis in die Hauptstadt nach Wien.

Start ist am Dienstag um 15 Uhr in Bregenz. Nonstop und rund um die Uhr läuft dann die Staffel aus 10 Einsatzkräften. Die Strecke führt über Innsbruck, Salzburg, Linz und St. Pölten bis nach Wien. Der gesamte Erlös, des Rekordlaufs, soll an die Kinderkrebshilfe gespendet werden.

Der Trailer zum Austrian Firefighter’s Run:

Die Mannschaftsaufstellung: Christian Aigner, Daniel Fellner, Florian Miller, Johann Eisl, Johann Kittl, Rupert Wintersteller, Andreas Rosenlechner, Robert Ebner, Alexander Jentsch und Alexander Rettenbacher. Reserveläufer sind Michael Müller, Richard Rusegger und Robert Silbergasser.

Auf der Facebookseite werden die Akteure, wie hier Robert Ebner, vorgestellt:

 

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