Sicherheit leidet unter Personalnot

Bad Doberan (MV) – Bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Doberan (Kreis Rostock) herrscht große Personalnot. Die Tagesalarmsicherheit kann die Wehr laut “Ostsee-Zeitung” nicht mehr sicherstellen. Ein Feuerwehrmitglied sagte gegenüber der Zeitung, dass oft so wenige zum Einsatz kommen, dass dies zu Lasten der Sicherheit gehe. Der Wehrführer sieht die Schuld bei der Bevölkerung. Zwar genieße die ehrenamtliche Arbeit ein hohes Ansehen bei den Bürgern, aber sich selber engagieren will sich in Bad Doberan wohl kaum einer.

Artikel:  “Notstand: Feuerwehr kann Alarm nicht mehr absichern” (Ostsee-Zeitung, 05. März 2012)

5 Kommentare zu “Sicherheit leidet unter Personalnot”
  1. Christian Brolich

    Wenn ich selbst sehe wie es in manchen FF zugeht, wundert mich der Personal- und Nachwuchsmangel nicht. 1: “Es war schon immer so, also ändern wir daran nix”, soll heißen, technischer und sonstiger Fortschritt wird als untauglich abgetan, weil man keine Erfahrung mit hat. Somit Stillstand. 2.: Feuerwehren wo der Kommandat meint, er steht über dem Bürgermeister, oder sonstige machtpolitischen Spielchen. Somit Streit, keine Kameradschaft mehr = kein Personal bei Einsatz und Übung. 3.: Kein Mitspracherecht bei NICHT Feuerwehrtechnischen Themen, wie z.B. Gestalltung Aufenthaltsraum, Kameradschaftsveranstalltungen, …
    Wer, bitte schön, will da mitmachen???

  2. ja bei sobas will echt keiner mitmachen die solten mal bei sich anfangen wegen gründe suchen dass es so ist aber bei unsere wehr gibt es keine.(900einwohner im Dorf 25 Aktive 14 Jugenfeuerwehr mitglieder)

  3. Notrufprotokoll

    Langsam rächt es sich, dass viele Feuerwehren in den letzten Jahrzehnten primär Vetternwirtschaft betrieben haben, und den Nachwuchs primär aus den eigenen Söhnen rekrutiert hat.

    Wenn ich mir anschaue in was für Grabenkämpfe Familienclans, Führungskräfte und das einfache Volk sowie die Stadtverwaltung vielerorts verwickelt sind, kann ich es voll und ganz verstehen, dass jeder Normalbürger, der nicht in diese Dynastien hineingeboren wurde nach 2 Probediensten zu Hause bleibt.
    Auch effiziente Nachwuchsarbeit durch Jugend- und Kinderfeuerwehren wird kaum gemacht, Mitglieder sind dort auch oft nur die Wehrsöhne.

    Frauen an den Brandherd? Nicht bei uns!
    Geld in die Hand nehmen für Werbeaktionen, Wurfsendungen, Veranstaltungen? Aber wir wollen doch einen neuen Billiardtisch.
    Selber Gespräche mit den Bewohnern führen? Aber doch nicht in meiner Freizeit, und in der Dienstzeit schon gar nichts.

    Von nichts kommt nichts, und gerade im Osten wird es zunehmend schwieriger die Plätze voll zu bekommen.
    Es ist aufwachen und Anpacken angesagt, nicht nur Jammern.

    Ich kenne die spezifische Situation in Bad Doberan nicht, aber so wie von mir beschrieben läuft es vielerorts, mit ähnlichen Konsequenzen.

    Entweder gibt man sich einen Ruck, und holt sich professionelle Unterstützung, oder wir müssen irgendwann flächendeckend auf ein englisches System mit zentralen Berufs- und Teilzeitfeuerwehren umstellen.

    Es ist so oder so in einigen Landkreisen 5 vor 12.

  4. Guten Tag.
    Für rurale Feuerwehren sind weiche Skills sowie Inkompetenz der Genickbruch. Softe Stärken sind hausgemacht durch schwammige Verordnungen der Landesregierungen (welches durch die “Erfindung” der Risikoanalyse schon nach lässt aber noch viel Arbeit bedarf)und vernachlässigte Umfeldgestalltung. Gerade in Meck-Pomm sind die Erwerbsmöglichkeiten, Steuerkraft usw. denkbar schlecht. Sodaß trotz guten Jugendarbeit und Engagement ein Wegzug von motiviereten und ausgebildeten Kameraden nur folglich ist. Die 2 Gruppe der Pendler oder beruflich stark Eingebundener fallen türlich für die erwähnte Tagesbereitschaft ebendfals unter den Tisch. Eine Dritte Gruppe die in Meck-Pomm, Brandenburg und Sachsen Anhalt stark am wachsen ist, sind die Erwerbslosen ohne jediglichen FW-Kontakt. Ob man diese Gruppe zukünftig einbinden will oder muss wäre zu prüfen. Zum Thema Inkompetenz, es gibt immer ein riesen-großes Spannungsfeld zwischen Träger und Ehrenamtlichen. Der Eine hat kein Geld und der andere keine Sicherheit. Es zeigt sich das gerade in den BFs durch Professionalisierung der Führungskräfte, die Bedarfe der Austattung und Ausbildung optimiert werden können.

  5. Juliane Schwanbeck

    Ich bin selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Doberan und möchte hier mal etwas klar stellen. Es ist nicht so, dass die Sicherheit der Stadt Bad Doberan nicht mehr gesichert ist. Wir könnten natürlich, wie so ziemlich jede Feuerwehr in MV, mehr Mitglieder die auch wochentags zur Verfügung stehen, gebrauchen. Jedoch ist die Abwanderung der jüngeren Leute in andere Bundesländer enorm spürbar. Das hat auch nichts mit einer mangelnden Mitgliederwerbung oder Problemen in der Jugendarbeit zu tun. Wir arbeiten schon seit Jahren an der Situation und hatten bisher auch einige Lichtblicke zu verzeichnen.
    Letztendlich ist dieser Bericht, der auf der Grundlage eines Ostsee-Zeitungs-Artikels aufbaut, schlichtweg dramatisiert und aufgebauscht. So ist das nunmal mit der Presse; aber da hat sicher schon jeder seine Erfahrungen gemacht.

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