Analoger Funk sorgt für Empörung

Lindau (BY) – Die Einsatzkräfte der Feuerwehren im Kreis Lindau am Bodensee arbeiten noch mit einem analogen Funksystem. Funkverkehr und Alarmierung werden dort wie gehabt mit der alten Technik abgewickelt, doch die bereitet zunehmend Probleme. Wie das Online-Nachrichtenportal “schwäbische.de” berichtet, sind die Kameraden über die mangelnde Funkqualität verärgert. Manchmal bleiben die Piepser stumm oder es ist nur ein Knistern zu hören, berichtet die Feuerwehr. Das Problem ist den Verantwortlichen bei der Kreisverwaltung bekannt. Die Feuerwehr vermutet aber, dass wegen der bevorstehenden Umstellung auf Digitalfunk nicht mehr in das alte Funksystem investiert wird.

Artikel: “Feuerwehr empört über anhaltenden Knisterfunk” (schwäbische.de, 22. Januar 2014)

44 Kommentare zu “Analoger Funk sorgt für Empörung”
  1. Das ist bei analogem Funk leider schon immer so gewesen. Wenn jetzt Unsummen in den ausbau des Netzes gesteckt werden wird sich an anderer Stelle “empört” wie es denn sein kann eine auslaufende Technik zu fördern statt dieses Geld in das Digitalnetz zu stecken.

  2. Bei uns lief auf dem LF 2 der analoge Funk wenigstens auch noch, wenn wir mehr als zweihundert Meter vom Gerätehaus weg waren… Lieber Funk mit schlechter Qualität als gar keinen…

  3. Sowohl bei TETRA als auch beim analogen Funk steht und fällt doch alles mit der Netzinfrastruktur. Wird dabei gespart, dann bekommt man Probleme. Das ist völlig unabhängig von der verwendeten Technik und keine Neuigkeit. Mich ärgert dieses unreflektierte “digital vs. analog”.

  4. Analoger Funkverkehr geht ja noch, aber: Analoge Alarmierung in der heutigen Zeit ist schon Steinzeitmäßig ! Mich wundert nur,daß die Kreisverwaltung ein solches Risiko eingeht.

  5. Zitat: … bei der großen Mehrheit der Alarme müssten die Freiwilligen entscheiden, ob sie ihren Arbeitsplatz schnellstens verlassen, um zu helfen. „Und die wollen dann über Funk genau hören, was wo anliegt.“ Hier geht es wohl nur darum, dass die FW-Leute keine Durchsage am FME verstehen. Es lässt sich nun streiten ob das für die Erfüllung des Einsatzzieles wichtig ist, dass die FW-Angehörigen bei der Alarmierung schon erfahren was anliegt bzw ob es nicht ausreicht dieses im Gerätehaus zu erfahren. Für mich macht das den Eindruck von “Rosinenpickerei”…

  6. Ohne Infrastruktur kein I/O. Das weiß man als Funker, als Informatiker oder sogar als normaler Handynutzer. Bei BOS muss diese gewährleistet sein – unabhängig von den Kosten!

  7. Christoph Bohnet Wie wollt ihr das auch ohne vorhandenes Netz ausprobieren? Ich finde es immer wieder lustig, wenn sich Leute über etwas auslassen das sie noch nie benutzt, geschweige denn audprobiert haben.

  8. Der Digitalfunk wird absolut überbewertet. Wir wären manchmal froh, wir hätten unseren Analogfunk wieder. Der Ansatz war ja ok, allerdings noch lange nicht ausgereift! Warum muss man das Rad neu erfinden, wenn es bereit bewährte Systeme gibt, die funktionieren? Für mich nicht nachvollziehbar….

  9. Christian

    Also ganz Ehrlich Digital und Analog Funk solten gleich berechtigt sein denn beide haben ihre vor und nachteile.
    Und vorallem die sache mit dem daten austausch geht doch über das normale netz besser als über das BOS netz.

  10. Also ich halte diesen bericht für sehr veraltet, bei uns fährt feuerwehr polizei und rettung mit digi und sind fast alle begeistert. Querulanten gibts immer die sich an der alten technik festhalten, aber die technik zieht weiter damit muss man sich jetzt abfinden ob man will oder nicht

  11. Auch das wird dann in den ubergreifenden gebiten so sein aber wir sind im herzen vom lsa und da fahrt auch niemand in Nachbarländer kann ich nicht sagen wie die ils da aufgebaut ist hierbweis ich es

  12. An alle Stimmungsmacher. Feuerwehr Erding und Finsing haben sich aufgrund der schlechten Qualität des Analogfunkes vor wenigen Tagen für die Einsatzabwicklung mit Digitalfunk entschieden und berichtet nur positiv. Also erst reden wenn ihr selbst mal digital gefunkt habt!

  13. Bayern hat die bundeseinheitlichen Standarts nach GAN erhöht und damit ein besseres. Netz. Beispiel: Deutschland gesamt hat 4300 Basisstationen von denen fast. 900 nur in Bayern sind. Damit bessere Netzabdeckunh nach GAN+ bis zu GAN 3!

  14. Mir wäre neu, dass in Bayern flächendeckend die digitale Alarmierung im Digitalfunknetz geplant wäre und das “morgen” funktioniert…. Ansonsten betreiben wir nach wie vor ein voll funktionsfähiges Analogfunknetz mit 3 Kanälen weiter – so lange, bis das nicht mehr erforderlich ist – und das werden noch ein paar Jahre sein. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich die fehlende oder sogar De-Investition in die analoge Funktechnik, weil ja der Digitalfunk schon 2006 flächendeckend laufen sollte, m.E. grob fahrlässig ist!

  15. Hallo zusammen. Hab gelesen es gibt keinen Tetra Pipser. Das ist falsch. Das Land Hessen und Bayern haben gemeinschaftlich den Auftrag erteilt . Da EADS (cassidion) hat seit November den Prototyp der gerade in der Testphase ist. Mitte des Jahres ist er serienreif. Habe ihn selbst gesehen und eine Alamierung durch die A S Hessen mitbekommen wo der. Melder im Keller München ausgelöst hat!

  16. Bayern? Wir in einer Großstadt in Mittelfranken mit 500.000 Einwohnern werden analog über 4m mit klassischen 5 ton via motorla bmd alarmiert. Digital ist noch ganz weit weg…..

  17. Halbwissen? Vor allem der Irrglaube, es würde mit neuer Technik “einfach so” besser, ist das größte Problem. Nur ein durchdachtes und vollständig durchplantes System wird funktionieren. Ob analog oder digital…
    Und Ulrich hat recht, es gibt keine schlechte digitale Verbindung. Sie ist einfach tot…

  18. @Boris. Es gibt 2 Microfone, wie beim Handy: eins vorne (dort mit etwas Abstand und normaler Stimme reinsprechen) das hintere filtert wie beim Handy störende Hintergrundgeräusche raus (die TS hört man fast gar nicht mehr) FATAL ist es halt, wenn man cool ist und nuschelt was in das hintere microfon. Das dann nix ankommt oder nur schlecht, ist normal. Die Lautstärke darf such nicht zu laut sein, sonst klingt es blechern

  19. Die Entfernungen sind nur zur Verdeutlichung. Ausgemessen auf cm haben wir nicht… Es ist aber im kompletten Kreis zu beobachten und getestet worden. Ich weiß nicht was ihr für Strahlenschutzbunker besitzt und wie oft ihr dort Einsätze habt, aber im NETZMODUS gab es keine Probleme, kreisweit keine. Falls es bei euch zu Problemen kommt, habt ihr vielleicht kein Kategorie 4 Netz (beste Netzqualität) wie wir. Überall kein eine Aussage nie zutreffen, da sonst jeder Ort auf der Welt gleich geschaffen sein müsste. Dann muss jedes Land mehr Geld investieren für ein Kat4 Netz. Solange das aber nicht passiert, gibt es immer wieder Gebiete bei denen es zu Problemen kommt

  20. Also ich kann euch nur sagen wie es in Tirol läuft Digitalfunk seit 2008 Alarmierung über POCAG DME swissphone DE 925. Wir sind froh das der alte Analogplunder Geschichte ist. Nur gibt es bei uns nicht wie in D im Einsatz nicht DMO und TMO bei uns läuft alles über TMO. Der ATS Funk läuft analog auf 70 cm unabhängig von Digitalfunk, wird auch teilweise als Arbeitsfunk (Verkehrsdienste…) genutzt

  21. Eiert euch nicht an, in Österreich funken wir großteils noch analog. Und? Kein Problem.
    Man kennt aus anderen Bereichen, Digitales auch nicht immer nur toll ist. Wenn’s sonst keine Probleme gibt, kann man sich ja darüber empören …

  22. Sven Schimmel

    In Sachsen warten wir auch auf den Digitalfunk. Alarmiert wird hier (Leitstellenbereich Chemnitz) via Pocsag. Nach Anlaufschwierigkeiten funktioniert das jetzt auch ganz gut. Nur: Weil unser “Umsetzer” zu viele Störungen aufgrund von Überreichweiten einer anderen Leitstelle ins Netz bringt, schaltet die Leitstelle den regelmäßig ab. Vergisst aber dabei, wie heute, den bei einem Einsatz in dem Gebiet wieder anzuschalten. Ergo: Kommunikation aussichtslos. Manche Probleme sind eben hausgemacht.
    Da der Einsatzstellenfunk bei uns ohnehin über 2m läuft, ist das jedoch kein größeres Problem. Wir haben uns dazu entschieden, einen eigenen 2m-Repeater zu betreiben. Damit können wir, wenn auch nicht in “offiziellen” Kanalbereichen, sondern im Bereich des “Betriebsfunks”, im Umkreis von etwa 20km problemlos funken. Für uns ist das, auch nach Einführung des Digitalfunks, unsere Basis! Lasst euch bloß nicht erzählen, die 2m-Funkgeräte seien dann wertlos und funktionieren nicht mehr (hat unser Landkreis versucht…)! Denn wenn ich höre, was zum Thema “Digitalfunk” alles so empfohlen wird von offizieller Seite, kann einem Angst und Bange werden. Nur ein Beispiel: “Stellt ein Fahrzeug möglichst dicht an das Einsatzobjekt und stellt es als Repeater ein. Dann könnt ihr umgehen, dass die Einsatzkräfte im Objekt keinen Netzzugang haben.” Ohje. Armes Deutschland…

  23. Pro Funkmast sind glaube ich 8 Bereiche in denem jeweils 6 Einsatzgruppen funken können. Sprich pro Mast 64 verschiedene Einsätze. Da oft ein zweiter Madst in der Nähe ist: 128 Personen die gleichzeitig sprechen wollen. Bis die Technik da schlapp macht dauert es. Den direktmodus gibt es in den USA gar nicht. Man hat den nur für die “blöden deutschen” FFWler erfunden, damit die sich nicht von 2 Netzen auf eins umgewöhnen müssen… der einzige Nachteil: wir haben Einsatzgruppen die zugeteilt werden und das “Mithören” von allen Einsätzen ist nicht mehr ganz so einfach… wir haben bei dem Volksfest mit ca 10000 anwesenden Handys (was jeder als Störquelle gedacht hatte) 20 Geräte gleichzeitig auf einen Mast und es funktionierte… DMO Nachteile: es ist nur lokal und ein Notruf über den orangenen Knopf wird nicht gespeichert. Deshalb funken wir nur noch im TMO mit 25 hauptamtlichen RD-Autos und ca. 18 bis jetzt voll ausgestatteten FFWs

  24. slynkon

    die analogen Melder haben zu 99% immer funktioniert aber jetzt sind die Geräte teils älter als 20 Jahre und sind nie neu gequarzt worden und es werden auch keine Ersatzbeschaffungen vorgenommen weil die alten ” ja noch gehen”

    innerhalb des letzten Jahres 1 x bei Alarmierung nicht gegangen und
    2 x Alarmierung ohne Durchsage obwohl für uns nix war

  25. Lindauer

    hallo zusammen,

    bin grad zufällig auf diesen Beitrag gekommen. Ich bin mitglied der FFW Lindau am Bodensee.
    Wir sind eine Feuerwehr mit 5 Wachen und 184 freiwilligen, 2013 hatten wir insgesamt 462 Alamierungen und davon haben 415 allein 2 Wachen abgedeckt.
    Die Arbeitgeber sind mittlerweile sehr verärgert bzgl. des hohen Einsatzaufkommens und der fehlenden, in der heutigen Zeit unabkömmlichen, Mitarbeitern.

    Die FREIWILLIGEN kräfte sollten am Arbeitsplatz selbst entscheiden können ob sie wieder durch abwesenheit am Arbeitsplatz glänzen.
    Hierzu wäre es allerdings notwendig abschätzen zu können ob es sich bei der Alamierung um einen dringenden Einsatz handelt oder eher um was nicht eilendes.

    Es spielt hier nicht die Rolle welches system gut oder schlecht ist, es ist nur wichtig DAS etwas passiert.
    In der Firma in der ich arbeite lösen 90% der Alamierungen aus aber mehr auch nicht.
    Da ich einen Katzensprung zur nächsten Wache habe und dort einer der ersten Maschinisten oder Atemschutzträger sein könnte wäre es von vorteil bescheid zu wissen was ist um zu reagieren und meine Schicht weiter zu geben.

    Grüße vom Bodensee

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