Für den mehrtägigen Einsatz gut vorbereiten

Packliste für den Hochwassereinsatz

Katastropheneinsatz kilometerweit von zu Hause entfernt. Zur Unsicherheit über Umstände und Dauer des Einsatzes mischt sich auch die Frage: Was soll ich mit-nehmen? Pack-Tipps für den Ernstfall.

  • Grundsätzlich klären: Wie lange dauert der Einsatz ungefähr? 3 Tage oder eine Woche? Nur so lässt sich der Bedarf an frischer Kleidung festlegen.
  • Auf Koffer jeder Art möglichst verzichten. Die sind nicht nur unpraktisch zu verstauen, sie nehmen auch viel Platz weg und werden leicht beschädigt (besonders Hartschalenkoffer). Lieber Reisetaschen nutzen.
  • Auch hilfreich: ein Brustbeutel oder eine Gürteltasche, die im Einsatz getragen werden können – für Bargeld und EC-Karte sowie Ausweis. In Sammel-Unterkünften gehen viele Menschen ein und aus, Wertsachen sollten dort nicht in der Reisetasche bleiben! Teure Uhren oder Schmuck bleiben am besten zu Hause.
  • Persönliche Schutzausrüstung komplett mitnehmen: Helm, Stiefel, Schutzhose, Einsatzjacke, Handschuhe, Gurt, ggf. Atemschutzmaske. Auf der An- und Rückfahrt oder am Einsatzort könnten unter Umständen “herkömmliche” Aufgaben warten.
  • Bei Hochwasser-Einsatz: Gummistiefel und Wathosen nicht vergessen.
Für den mehrtägigen Einsatz sollten die Kameraden kompakte Sporttaschen mitnehmen, die gut verstaut werden können. Foto: Klöpper
  • Nach Möglichkeit eine zweite und dritte Einsatzhose mitnehmen.
  • Nicht immer sind die Schlafmöglichkeiten geklärt: ein Schlafsack, ein kleines Kissen, eine Iso-Matte und eine Luftmatrat-ze sollten sich daher im Gepäck befinden. Je leichter, desto besser.
  • Kleidung: witterungsangepasste T-Shirts und Pullover, mindestens eine trockene Hose sowie Schlafkleidung.
  • Ausreichend Unterwäsche und Strümpfe. Achtung: Je nach Stiefelart müssen gerade bei länger andauernden Einsätzen dicke Socken beziehungsweise zwei Paar Socken übereinander getragen werden.

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  • Eventuell ein paar trockene Schuhe für Pausen und Badelatschen für die Dusche (unbekannte Hygieneumstände) – bei längerem Einsatz ist auch ein Stiefel-Pflegeset sinnvoll.
  • Hygiene-Artikel: Dusch-, Wasch- und Rasiersachen (besser keine Elektro-Rasierer), mindestens ein großes Handtuch.
  • Taschentücher, ausreichend Mückenspray, Arznei zum Behandeln von Mückenstichen, Erste-Hilfe-Box, mindestens ein paar frische (Blasen-)Pflaster, eventuell Waschmittel in der Tube.
  • Persönliche Medikamente (Kameraden beziehungsweise Einsatzleiter sollten über Erkrankungen oder gesundheitliche Einschränkungen Bescheid wissen: wie Allergien (Sonne, Wespen), Asthma und Diabetis.
  • Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor, “After-Sun”-Creme, Kappe, kleines Handtuch oder Kopftuch, als Nackenschutz bzw. Schweißfänger. Sonnenbrille. Brillenträger sollten auch eine eine Ersatzbrille mitnehmen.
  • Etwas Bargeld, EC-Karte, Führerschein, Personalausweis, Krankenversicherungskarte, Impfpass, wichtige Telefonnum-mern.
  • Smartphone (Kfz-Ladekabel oder Powerbank nicht vergessen, aber besser bei Nichtbedarf ausgeschaltet lassen, um Energie zu sparen).
  • Wenn es sein muss: Raucher sollten an Ihre Zigaretten denken – Nachschub vor Ort ist nicht immer sicher, Entzugser-scheinungen können die ganze Mannschaft nerven.
  • Kleines Lunchpaket für die Anreise und drei Flaschen eigene Getränke.
Sonnencreme, Mückenspray und Süßes – so hat sich Feuerwehr-Magazin-Redakteur Christian Patzelt für den Hochwassereinsatz 2013 ausgestattet. Foto: FF Neustadt

 

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Bei einem Hochwassereinsatz ist das Wasser meistens biologisch kontaminiert, da Fäkal- und Regenwassersysteme unter Wasser stehen. Vor allem in Altstädten ist eine saubere Trennung der Systeme in Frage gestellt. Hier sollte man unbedingt an Desinfektionsmittel denken und seine Einsatzstelle so hygenisch, wie möglich halten. Auch Bio-Boxen für Tierkadaver, Einmalanzüge (Biogefahr) und dicke Gummihandschuhe können hilfreich sein.

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  2. Finde ich eine sehr gute Idee, und sicherlich hilfreich für alle Einsatzkräfte, die von weiter weg zum Einsatz müssen. 😉

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  3. Find eine sehr gute Sache. Empfehle aber ein Satz Wechselkleidung, in eine separaten Tasche, immer auf dem Fahrzeug mitzuführen. Meine eigene Erfahrungen haben ergeben, dass wenn man diese braucht, die Unterkunft zu weit weg ist. Eine Ladung Privatkleidung kann auch nicht schaden.

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  4. Vom THW hab ich auch mal so eine Packliste gesehen.Da standen meines Wissens noch ein paar Sachen drin.

    Von den Privatsachen abgesehen,würde ich auch noch Reseveakkus für Handfunkgeräte und Lampen mitnehmen. Evtl. auch die Ladegeräte wenn keine im Fahrzeug verbaut sind.

    Für das Gepäck ist eine wasserdichte Zarges-Box die man aufs Dach packt nicht verkehrt.
    Ahja batteriebetriebenes Radio wenn keins im Auto eingebaut ist.

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  5. unter Umständen sind auch zusätzliche Reserve-Kanister für diverse Aggregate mit einzupacken. Vor allem in stark betroffenen Regionen ist die kraftstoffversorgung nicht immer gewährleistet und es muss damit gerechnet werden, dass Pumpen und Aggregate mehrmas am Tag Nachgetankt werden müssen.

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  6. Ich finde die Packliste eine super Idee.
    Mir ist nur aufgefallen, dass von allen Hilfsorganisationen irgend eine Liste mit teilweise unterschiedlichen Inhalten existieren. Wäre es nicht eine gute Idee diese mal alle zusammenzuführen zu einer Liste?

    Nur so als Anregung für das nächte Mal (hoffentlich nicht so schnell)

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  7. Mir ist noch was eingefallen: Auch ein paar Kanister mit Wasser um sich mal die Hände zu waschen. Das was im Tank des Fahrzeuges ist,ist dafür nicht umbedingt das richtige. Wer schonmal durch den Domdeckel in den Tank geschaut hat weiß was ich meine. Die Kanister und Mittel um Wasser ein halbes Jahr haltbar zu machen gibt im Camping-Zubehör oder Army-Shop.

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  8. In ein paar alte Socken, in einer Lage Zeitungspapier eigepacktes Tierstreu (Katzenstreu eignet sich besonders) mit nehmen. Kann man bei feuchten Schuhen rein stecken und diese werden wieder trocken. Passt außerdem in fast jeden Rucksack noch hinein.

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