Ersthelfer werden per App alarmiert

Berliner Feuerwehr zieht positive Bilanz zur Katretter-App

Berlin – Am 16. Oktober 2020 fiel nach einer mehrjährigen Entwicklung und Erprobung der Startschuss für die Ersthelfer-App Katretter in Berlin. Mit etwa 7.000 registrierten Ersthelfern und 600 Personen, denen sie vor Eintreffen des Rettungsdienstes helfen konnten, zieht die Berliner Feuerwehr nach einem Jahr eine durchweg positive Bilanz.

Die Katretter-App ist seit einem Jahr aktiv. Logo: Berliner Feuerwehr

Der Herz-Kreislauf-Stillstand stellt eines der zeitkritischsten Ereignisse in der Notfallmedizin dar. Bei der Versorgung von reanimationspflichtigen Personen zählt jede Sekunde. Mit der App Katretter können sich Ersthelfende kostenlos und freiwillig registrieren, um im Notfall Menschen in ihrer Nähe schnell Hilfe leisten zu können. Wenn in der Leitstelle der Berliner Feuerwehr ein Notruf eingeht, der auf einen Herzstillstand schließen lässt, werden die Koordinaten der Einsatzstelle automatisch an das Katretter-System übermittelt. Dieses prüft dann in einem Umkreis von 500 Metern, ob sich Ersthelfende in der Nähe befinden und aktiviert diese über einen Alarmton über ihr Smartphone. Nehmen die Ersthelfenden den Einsatz an, erhalten sie die Einsatzadresse sowie weiterführende Informationen.

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Seit der offiziellen Inbetriebnahme wurde das System in Berlin im Schnitt 26-mal am Tag aktiviert, im gesamten Jahr also fast 10.000-mal. Insgesamt rund 7.000 Ersthelfende haben sich bereits registriert. Dabei sind die Zugangsvoraussetzungen bewusst niedrig gehalten: Es werden lediglich Volljährigkeit sowie die Bereitschaft, eine Wiederbelebung durchzuführen, gefordert.

In mehr als der Hälfte der Aktivierungen wurden im vergangenen Jahr mindestens eine ersthelfende Person in der Nähe angetroffen. Insgesamt konnte so bei fast 600 Personen vor Eintreffen des Rettungsdienstes eine Wiederbelebung durch Ersthelfende begonnen und durchgeführt werden.

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Nach ihren Einsätzen werden die Helferinnen und Helfer durch ein Team der Berliner Feuerwehr zu ihren Erfahrungen befragt. Dabei zeigte sich, dass in zwei Dritteln der Fälle die Ersthelfenden schneller oder zeitgleich mit dem Rettungsdienst bei den Patientinnen und Patienten eintrafen. Dies könnte sich durch eine größere Teilnehmerzahl weiter verbessern.

„Langfristig möchten wir mindestens ein Prozent der Berliner Bevölkerung – also 40.000 Menschen – als Ersthelfende gewinnen“, sagt Dr. Stefan Poloczek, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr. „Damit könnten wir erreichen, dass beim Herzstillstand noch früher Hilfe geleistet wird und somit bleibende Schäden bei den Patientinnen und Patienten verhindert und Leben gerettet werden.“

Auch das Entwicklerteam hat noch zahlreiche Ideen für neue Funktionen. So sind als nächste Neuerungen beispielsweise die Einbindung von öffentlichen Defibrillatoren und eine Übersetzung der App in Fremdsprachen bereits in Arbeit.

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Berlin – Nach Angaben der Berliner Feuerwehr erleiden jedes Jahr rund 2.600 Menschen in der Bundeshauptstadt einen Herzstillstand. Nur jeder Zehnte überlebt dieses Ereignis demnach ohne bleibende Schäden. Für die betroffenen Menschen ist es wichtig, dass unmittelbar nach dem Herzstillstand und vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Herzdruckmassage begonnen wird. Dabei soll eine App künftig helfen. (Erstmeldung vom 19. Oktober 2020, Text: Michael Klöpper)

Dr. Stefan Poloczek (links) und Dr. Karsten Homrighausen starten offiziell das Katretter-System. (Bild: Berliner Feuerwehr)

Mit dem Ziel, die Anzahl der Ersthelfenden zu vergrößern und diese zu organisieren, steht in Berlin seit Freitag offiziell die Smartphone-App “Katretter” zur Verfügung. Am weltweiten Tag der Wiederbelebung nahmen Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Stefan Poloczek das System offiziell in den Dienst.

Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr wird künftig bei Alarmierungen zum Herz-Kreislauf-Stillstand die Koordinaten der Einsatzstelle an das Katretter-System übermitteln. Dieses benachrichtigt dann registrierte Ersthelfende, die sich in der Nähe des Notfallortes befinden.

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Dr. Stefan Poloczek, der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, wird in einer Pressemitteilung zitiert: “Diese Innovation ermöglicht es uns, die behandlungsfreie Zeit beim Herz-Kreislauf-Stillstand durch den Einsatz von Ersthelfern weiter zu verkürzen. Unser langfristiges Ziel ist es, im Land Berlin zirka 40.000 registrierte Ersthelfende über die Katretter-App zu aktivieren.”

Die Berliner Feuerwehr begann im September 2019 mit dem Probebetrieb des Systems. Zum Ende der Erprobungsphase waren rund 1.500 Menschen mit Ersthelferbereitschaft registriert. In der ersten Oktoberwoche waren bei fast einem Drittel der Reanimationsalarme auch Ersthelfende am Notfallort.

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