Wenn grüne Männchen nach dem Senf fragen

Im Schutzanzug an der Supermarkt-Kasse

Goch (NRW) – Ein ungewöhnliches Bild bot sich gestern 19 Uhr Einkaufenden im Edeka Kusenberg in der nordrhein-westfälischen Stadt Goch: Zwei Trupps der Freiwilligen Feuerwehr waren in voller CSA-Kleidung auf Einkaufs-Tour und damit auf der Suche nach Artikeln des täglichen Gebrauchs. Grund: eine Übung des ABC-Zugs.

Kleingeld aus der mitgebrachten Tasche herausfischen, Einkaufswagen bereit machen und sich dann auf die Suche begeben nach dem, was man so braucht. Im Gedränge und zu den Hauptgeschäftszeiten schon schwer genug für normale Kunden. Ist man aber von der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Goch und führt in CSA-Ausrüstung eine Übung durch, wird das Ganze zur schweißtreibenden Angelegenheit und zum Test der taktilen Fingerfertigkeit. Die Kommunikation miteinander sowie mit Verkäufern und anderen Kunden ist besonders schwierig, wie ein dreieinhalbminütiges Video derzeit auf den Social-Media-Kanälen der FF Goch zeigt.

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Zwei CSA-Trupps waren gestern im Edeka in Goch auf „Einkaufs-Tour“ – in voller Schutzausrüstung. © Freiwillige Feuerwehr Goch

Treten Gefahrstoffe aus, sind die entsprechenden ABC-Trupps gefragt: Sie sichern und beseitigen die ausgetretenen Stoffe und stellen damit den Schutz der Bevölkerung sicher. Alle Sinne sind durch die Masken und Anzüge stark eingeschränkt, selbst einfache Tätigkeiten werden ungewohnt schwer. Grund genug, solche Einsätze regelmäßig zu trainieren.

„Wie schwer es unter solchen Bedingungen sein kann, sollten die Trupps bei diesem besonderen Einkaufsbummel erfahren und dabei die Kommunikation untereinander üben. Für uns war es interessant, das mal abseits unserer üblichen Szenarien zu tun. Wie bewegen sich unsere Trupps in dieser ungewohnten Umgebung – und wie reagieren vor allem auch die Kunden auf sie?“, sagt Pressesprecher Torsten Matenaers. Normalerweise trainieren die Aktiven in üblichen Einsatzszenarien, auch die Kommunikation läuft dann routiniert ab. Hier sollten die Kameraden aber die Eingeschränktheit im Hören, Sehen und Tasten in einer völlig ungewohnten Situation wahrnehmen.

Ein nachhaltiger Schreck sei bei keiner der (mit Rosen beschenkten) Kundinnen entstanden: „Da war schon zuallererst eine Art Moment des ‚Was ist jetzt hier los?‘. Aber niemand war ernsthaft besorgt, alle haben gut mitgespielt. Wir hatten über ein Banner am Eingang des Marktes auch auf unsere Übung hingewiesen“, so Matenaers. Die beiden Trupps absolvierten ihren „Einkauf“ in 30 Minuten, die insgesamt 17 Mitglieder der FF Goch waren anderthalb Stunden vor Ort.

Unter erschwerten Bedingungen: Das Bezahlen an der Kasse, aber auch die gesamte Kommunikation stellte die Kameraden vor Herausforderungen. © Freiwillige Feuerwehr Goch
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Die Idee dazu sei dem stellvertretenden Leiter der FF Goch, Stefan Piper, gekommen, der Mitglied des ABC-Zugs ist. Eine kurzfristig gestellte Anfrage beim Besitzer des Supermarkts ergab, dass die Durchführung während der Geschäftszeiten kein Problem wäre. Der Einsatz wurde in Gänze von den Kameraden durchgespielt, inklusive Dekon-Platz und Einsatzleitwagen vor Ort sowie Einweisung per Funk.

Über den Nährwert des Einkaufs wurden keine Angaben gemacht.

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