69. Jahresfachtagung in Münster endet heute

Frischer Wind bei der vfdb

Münster (NW) – Die Vertreter von Bund, Ländern und Gemeinden müssen nach Ansicht der Einsatzkräfte im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz dringend zusammenkommen, um die Herausforderungen in der Zukunft lösen zu können. Das ist die Hauptbotschaft der 69. Jahresfachtagung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), die heute in Münster endet. Mit neuen Formaten fördert die vfdb genau diesen Austausch. In einem “Politik-Talk” diskutierten beispielsweise Experten mit Politikern über die Herausforderungen im Katastrophenschutz. Nicht die einzige Neuerung.

Bild mit Symbolcharakter: viel frischer Wind bei der 69. Jahresfachtagung der vfdb in Münster. Foto: Hegemann

An der Talkrunde nahmen der Bundestagsabgeordnete Leon Eckert, die Landtagsabgeordneten Rüdiger Kauroff aus Niedersachsen und Verena Schäffer aus Nordrhein-Westfalen teil. Sie diskutierten unter anderem mit dem Katastrophenschutz-Experten Benno Fritzen. „Wir haben das neue Format eingeführt, damit das, was hier fachlich besprochen wird, auch zur Politik weiter vordringt“, betonte Dirk Aschenbrenner. In der anschließenden Plenarsitzung appellierten Teilnehmer an die Politik, künftig „einfach mal auf die Fachleute“ zu hören. 

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Für frischen Wind werden auch einige personelle Wechsel bei der vfdb sorgen. So verabschiedete sich der langjährige Generalsekretär Dr. Dirk Oberhagemann mit einer Rekord-Jahresfachtagung in den Ruhestand. 650 Teilnehmer kamen nie zuvor. Roman Peperhove übernahm in Münster sozusagen die Amtsgeschäfte von Dr. Oberhagemann.

Der neue und alte vfdb Präsident Dirk Aschenbrenner (links) und der neue Generalsekretär Roman Peperhove. Foto: Hegemann

Und auch im Präsidium wird es eine Reihe neuer Gesichter geben. Die Interessen der Mitglieder werden zukünftig beispielsweise durch Christoph Bahlmann, den Leiter der Feuerwehr Hannover, Prof. Dr. Marion Meinert (Hochschule Furtwangen) und Marika Rosenberg (BF Dresden) vertreten. 

Präsident für 5 Jahre wiedergewählt

Keine Änderungen gab es an der Verbandsspitze. Dirk Aschenbrenner wurde als Präsident für fünf weitere Jahre gewählt. Er geht damit in seine dritte Amtsperiode. Unterstützt wird er dabei wie bisher von Vizepräsidentin Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus.

„Wenn ich Probleme lösen will, dann muss ich auch mal die bekannten Strukturen hinter mir lassen und fragen, was getan werden muss, um morgen eine Lösung zu haben“, sagte Aschenbrenner vor Journalisten in Münster.  Dabei gebe es große Hemmnisse. Das möge vielleicht daran liegen, dass „häufig nicht die operativen Kräfte diejenigen sind, die zusammenarbeiten“. Vielmehr würden über Juristen und Verwaltungsstrukturen zunächst einmal ganz viele Formalien durchlaufen, bevor man zum Ziel komme. „Das dauert sehr lange, macht Ergebnisse in der Regel aber auch nicht besser“, kritisierte der vfdb-Präsident. „Uns geht es mit der Fachtagung auch darum, den Dialog zwischen Forschung und Entwicklung, Herstellern und Anwendern zu unterstützen und zu intensivieren.“

Apell an die Bevölkerung: Kümmert euch selbst!

Nach Ansicht der Experten muss die Bevölkerung zunehmend in der Fähigkeit zur Selbsthilfe gestärkt werden. Hier sei extrem viel Wissen verloren gegangen. Und so lautete das Motto der Fachtagung in diesem Jahr: „Können wir uns auch selbst helfen?“ „Wenn es darauf ankommt, können sich die Menschen helfen. Jedoch müssen sie auch dazu angeleitet werden und die nötigen Informationen bekommen”, so die vfdb-Vizepräsidentin.

Volle Hütte: 650 Teilnehmer kamen zur Jahresfachtagung der vfdb nach Münster. So viele waren es nie zuvor. Entsprechend gut besucht waren die Vorträge und Diskussionsrunden. Foto: Hegemann

Ein dringenden Apell der Fachleute an die Bevölkerung: Kümmert euch selbst! Die Feuerwehr wird bei wirklichen Großschadenslagen weitgehend mit dem Schutz der kritischen Infrastruktur beschäftigt sein und nicht jedem einzelnen helfen können. Jeder einzelne Bürger muss also dafür sorgen, dass er einige Tage ohne Strom und Trinkwasser auskommen kann. 

Diskutiert wurde am Rande der Jahresfachtagung auch ein Positionspapier der vfdb zur erforderlichen Reform der Notfallversorgung. Die Arbeit war vor wenigen Tagen gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter-Unfall-Hilfe – maßgeblichen Akteuren im Rettungsdienst – sowie dem Arbeitskreis Notfallmedizin und Rettungswesen e.V. an der Ludwig-Maximilians-Universität München vorgestellt worden.

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