Feuerwehrleute müssen eigenen Kameraden bergen

Kernen im Remstal (BW) – „Traktor umgestürzt, Person eingeklemmt“, lautete am Montag die Alarmierung der Abteilung Stetten der Freiwilligen Feuerwehr Kernen im Remstal (Rems-Murr-Kreis). Die Einsatzkräfte rückten mit drei Fahrzeugen aus. Bereits beim Anblick des Traktor-Typs war den Feuerwehrmännern klar, dass einer ihrer Kameraden verunglückt war.

Symbolfoto: Olaf Preuschoff.

Der Fahrer hatte mit dem am Heck des Traktors angebauten Mähwerk eine abschüssige Wiese oberhalb des Ortsteils Stetten gemäht. Vermutlich beim Wenden kippte der Traktor um und begrub den Fahrer unter sich. Das Fahrzeug älteren Baujahrs besaß kein Dach und zum Zeitpunkt des Unfalls keinen montierten Überrollbügel. 

Mit dem Fahrer auf der Wiese arbeitete ein Verwandter. Als dieser den umfallenden Traktor sah, eilte er sofort zu Hilfe und rief gleichzeitig über Handy die Tochter des Verunfallten an. Gemeinsam mit deren Ehemann erreichte sie in wenigen Minuten den Unfallort. Auf dem Weg dorthin setzten sie bereits einen Notruf ab.

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Der Schwiegersohn (Rettungskraft) hatte seinen „Helfer-vor-Ort-Rucksack“ mitgenommen. Seine Frau wies er an, oben an der Wiese stehen zu bleiben, um der Feuerwehr den Weg zu weisen. Am eingeklemmten Unfallopfer führte er die Erstmaßnahmen durch. Am EKG war zu erkennen, dass diese wohl vergeblich bleiben werden. Die wenig später eintreffende Feuerwehr richtete mit einem Greifzug den Schlepper wieder auf. Ein Notarzt stellte schließlich den Tod des Unfallopfers fest. 

Der 59-jährige Traktorfahrer war seit 30 Jahren aktives Mitglied der Abteilung Stetten der Freiwilligen Feuerwehr Kernen, Gruppenführer der Wehr sowie Kreisausbilder im Bereich Sprechfunk. Ein Notfallseelsorger betreute die Feuerwehrleute vor Ort.

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