Produkt: Feuerwehr-Magazin 4/2019
Feuerwehr-Magazin 4/2019
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Länderübergreifender Einsatz

Hunderte Menschen wegen Waldbrand in Sicherheit gebracht

Lübtheen (MV) – Der Waldbrand bei Lübtheen im Kreis Ludwigslust-Parchim breitet sich weiter rasant aus. Inzwischen hat das Feuer eine Fläche von über 450 Hektar erfasst. Am Montagvormittag frischte der Wind böig auf, Einsatzkräfte befürchteten, dass dies das Feuer anfachen könnte. Der Wald, der auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz steht, ist mit Munition belastet. 1.000 Meter Sicherheitsabstand müssen deshalb eingehalten werden.

Nach den Evakuierungen der Siedlungen Alt Jabel und Jessenitz-Werk am Sonntag musste am frühen Montag auch die die Ortschaft Trebs geräumt werden. Dabei sind rund 650 Anwohner und etwa 100 Kinder aus einem Ferienheim in Sicherheit gebracht worden. Eine ortsansässige Firma musste ihre Produktion einstellen. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich zunächst auf den Schutz der Ortschaften, der Löscheinsatz stand an zweiter Stelle.

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Waldbrand vom Hubschrauber der Bundespolizei aus gesehen. Links befindet sich die geräumte Ortschaft Alt Jabel.

Das Feuer war aus noch ungeklärten Gründen ausgebrochen. Brandstiftung wurde seitens der Behörden nicht ausgeschlossen. Landrat Stefan Sternberg erklärte am Sonntagabend, dass er Katastrophenalarm ausgelöst habe. Am Sonntagnachmittag brannte es kreisweit an acht Stellen in Wäldern. Der Landwirtschaftsminister Till Backhaus bezeichnete den Brand als den größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns, so die Polizeiinspektion Ludwigslust in einer Pressemitteilung.

Überregionale Kräfte aus verschiedenen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns wurden in Marsch gesetzt. Aber auch aus Niedersachsen rückte Unterstützung an. In der Nacht zu Montag wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd des Brandschutzabschnitts Rotenburg (Wümme) um 0.20 Uhr alarmiert, um sich für den Katastropheneinsatz vorzubereiten. 110 Kameraden mit 27 Fahrzeugen rückten zum Einsatz ab. Insgesamt waren bis zum Morgen bereits rund 350 Kräfte verschiedener Einheiten vor Ort. Außerdem wurden zwei Wasserwerfer der Landespolizei in Marsch gesetzt.

Waldbrand bei Lübtheen (MV). Rund 270 Hektar Wald standen am Sonntagabend in Flammen.

Hunderte Einsatzkräfte sind vor Ort, um bei Alt Jabel eine Riegelstellung aufzubauen. Ein Löschpanzer wässert die Wege um den Munitionszerlegungsbetrieb Jessenitz. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr sollen Schneisen ziehen.

Hubschrauber von Bundespolizei und Bundeswehr nehmen am Montag (1. Juli 2019) gleichzeitig Löschwasser an einem See auf, um den Waldbrand bei Lübtheen zu bekämpfen. (Bild: TIMO JANN)

Zur Zeit unterstützt der Bundespolizei-Flugdienst mit einer Super Puma und einem leichten Transporthubschrauber (H155) die Bodenkräfte. Die Luftwaffe zusätzlich mit zwei Hubschraubern vom Typ CH-53. Ein Tankwagen vom Standort Laage soll die Betankung der Hubschrauber übernehmen. Die Wasserentnahme erfolgt aus dem Schaalsee und dem Waldbad Probst Jesar. Deshalb werden diese für die Öffentlichkeit gesperrt. “Wir werden alles geben, um die Orte zu retten”, sagte Kreiswehrführer Uwe Puls.

Aufgrund von Explosionsgefahr kommen Löschpanzer bei dem Waldbrand zum Einsatz.

Die Einsatzleitung geht davon aus, dass sich die Löscharbeiten noch Tage hinziehen werden. Die gewaltigen Rauchschaden ziehen derweil über weite Teile Mecklenburg-Vorpommerns, über Brandenburg und sind sogar in Berlin deutlich feststellbar. Die Berliner Feuerwehr wies  die Bevölkerung bei Twitter auf diesen Umstand hin und bat darum, den Notruf nicht für Nachfragen zu nutzen. Auch im rund 300 Kilometer entfernt gelegenen Leipzig sprach die Feuerwehr darauf hin.

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Da es sich bei dem Gebiet um eine munitionsbelastete Fläche handelt, besteht für alle ein Sicherheitsabstand von 1.000 Metern. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, das Waldgebiet nicht zu betreten um die Einsatzkräfte nicht zu behindern.

Die Einwohner werden außerdem gebeten, vor Ort auf Lautsprecherdurchsagen zu achten.

Die Rauchsäule des Waldbrandes ist kilometerweit sichtbar.
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Die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd aus dem Landkreis Rotenburg kommt in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz.
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