Feuerwehr im Großeinsatz

Unwetter: Wieder ganze Ortschaften überflutet

Wiesbaden – Am Dienstagabend zog erneut ein Unwetter mit starkem Niederschlag über Teile Deutschlands. Es erfasste vor allem Regionen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg, auch Nordrhein-Westfalen bekam etwas ab. In Hessen war insbesondere die Gemeinde Mücke im Vogelsbergkreis betroffen. Hier wurde der Ort Ober-Ohmen fast komplett überflutet.

In Rheinland-Pfalz kam es zu kleinen Erdrutschen, in zahlreichen Gemeinden liefen Keller voll mit Wasser und Schlamm. Hier ging auch teilweise heftiger Hagel nieder. Es entstanden richtige Hagelberge und -walle. Ein Mann entging knapp einem Blitzschlag. In Niederbreitbach entfachte ein Blitzschlag einen Dachstuhlbrand eines Wohnhauses.

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Stark betroffen von dem Unwetter war der Kreis Karlsruhe. In Östringen beispielsweise strömte ein reißender Fluss durch den Ort. Feuerwehr und Bewohner stapelten Sandsackbarrieren an die Wohnhäuser. Auch in der Umgebung wurden Straßen von Wasser und Schlamm überschwemmt.

In Nordrhein-Westfalen erwischte es beispielsweise die Großstädte Düsseldorf und Duisburg. In der Landeshauptstadt Düsseldorf stand zwischenzeitlich der sogenannte Kö-Tunnel unter Wasser. In einigen Stunden pumpten die Feuerwehren bis zu 50 Keller leer. Insgesamt knapp 175 Einsätze bewältigten die Duisburger Kräfte.

Bis zu einen Meter hoch unter Wasser standen die Dörfer Ober-Ohmen und Ermenrod in der Gemeinde Mücke. Für die Freiwillige Feuerwehr wurde aufgrund dessen Vollalarm ausgelöst. So rückten alle zwölf Einsatzabteilungen mit mehr als 150 Feuerwehrleute aus, um überflutete Wohnhäuser und Straßen vom Wasser zu befreien. Die Zufahrt gestaltete sich aufgrund von überfluteten Landesstraßen schwierig, auf der Straße zwischen Ober-Ohmen und Ruppertenrod schwammen zeitweise mehrere Fässer. Diese waren von einem Produktionsgelände weggeschwemmt worden.

Großeinsatz für die Feuerwehren in Ober-Ohmen. Foto: Weitzel

Kurzzeitig waren die Schweine eines Bauernhofs vom Ertrinken bedroht, sie konnten jedoch durch Wasserbarrieren geschützt werden. In Ober-Ohmen rettete die Feuerwehr eine Seniorin aus ihrer überfluteten Wohnung. In einem Wohnhaus wurde ein Öltank beschädigt, sodass Heizöl ausfloss. Hier rückte die Feuerwehr der Stadt Homberg (Ohm) mit einem Gerätewagen-Gefahrgut zur Hilfe an.

Auch über den Hochtaunus zog das Unwetter. In der Gemeinde Schmitten am Feldberg (HE) stand das Wasser in zahlreichen Kellern bis zu einen Meter hoch. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren waren bis in die Nacht gefordert.

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