300 Feuerwehrleute bei ICE-Brand eingesetzt

Brennt ICE auf freier Strecke – 510 Fahrgäste gerettet

Dierdorf (RP) – Am 12. Oktober 2018 gerät ein Wagen eines fahrenden ICE in Brand. Der Zug kommt bei Dierdorf (Kreis Neuwied) zum Stehen. Von 510 Passagieren werden fünf bei der Räumung des ICE verletzt. Feuerwehr und Hilfsorganisationen rücken mit fast 300 Kräften und 83 Fahrzeugen zu diesem außergewöhnlichen Großbrand aus.

Feuerwehr Einsätze
Ein Bild aus der frühen Einsatzphase: Erste Löschtrupps bekämpfen die Flammen, die aus dem ICE schlagen. Foto: Feuerwehr Dierdorf

Einsatzvoraussetzungen

Die Verbandsgemeinde Dierdorf ist eine Verwaltungseinheit (VG) im Landkreis Neuwied im nördlichen Rheinland-Pfalz. Dazu zählen die Stadt Dierdorf sowie weitere fünf Ortsgemeinden mit insgesamt zirka 10.800 Einwohnern. Nach dem rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz ist die Verbandsgemeinde Trägerin des Brandschutzes. Die Planungen der überörtlichen Hilfe und des Katastrophenschutzes obliegen dem Kreis Neuwied. Die Erstalarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst erfolgt durch die Integrierte Leitstelle Montabaur. Der weitere Einsatzablauf und Nachalarmierungen werden von einer ehrenamtlich besetzten Feuerwehr-Einsatz-Zentrale als Führungsunterstützung koordiniert.

Brandbekämpfung
Gut zu erkennen ist hier die Nähe der Bahnstrecke zur Autobahn, auf der die meisten Einsatzfahrzeuge positioniert sind. Foto: Polizei Rheinland-Pfalz

Durch den Landkreis verlaufen 27 Kilometer der ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt. Dazu gehören drei Tunnel mit einer Gesamtlänge von 3,5 Kilometern sowie vier Brücken. Die ICE-Strecke verläuft weitgehend parallel zur A 3. Bereits zur Eröffnung der ICE-Schnellfahrstrecke 2002 hat der Landkreis einen Alarm- und Einsatzplan ICE aufgestellt, der mit den Erkenntnissen regelmäßiger Übungen fortgeschrieben wurde. Der Streckenabschnitt Dierdorf betrifft die Bahnkilometer 68,3 bis 74,2 mit einer Unterführung, der Anschlussstelle der A 3 sowie drei Überführungen. Zugänge zur ICE-Strecke sind laut Plan alle 1.000 Meter vorhanden.

Den kompletten Einsatzbericht findet Ihr im Feuerwehr-Magazin 6/2019. Ihr könnt das Heft einfach in unserem neuen Shop bestellen.

Meldung vom 12. Oktober 2018:

Um 06.30 Uhr kam es vermutlich aufgrund eines technischen Defekts zu dem Feuer in dem ICE. Ein Beamter der Bundespolizei sowie weitere an Bord befindliche Rettungskräfte brachten 510 Personen aus dem Zug. Dabei achtete der Beamte besonders darauf, dass der Zug unter dem Fahrdraht stand und auch das Gegengleis noch nicht gesperrt war. Die Fahrgäste wurden in Bussen zu einem Gemeindehaus transportiert und dort betreut.

Die Bahnstrecke musste in beide Richtungen gesperrt werden. Auch auf der Autobahn 3, direkt neben der Bahnstrecke, musste der Verkehr aufgrund der starken Rauchentwicklung sowie für die Löscharbeiten zwischenzeitlich gestoppt werden. Während die Autobahn mittlerweile zum Teil wieder freigegeben worden ist, bleibt die Bahnstrecke voraussichtlich bis Sonntagabend gesperrt. Zum einen aufgrund der Ermittlungen der Polizei, zum anderen wegen der aufwändigen Aufräumarbeiten. Unter anderem muss auch die gerissene Oberleitung wiederhergestellt werden. Ein Waggon sei komplett ausgebrannt, teilte eine Polizeisprecherin mit. Auch der hintere Triebkopf wurde durch das Feuer beschädigt. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen zur genauen Brandursache aufgenommen.

Weitere Informationen zu Zugunglücken:
Die größten Eisenbahn-Unfälle

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