Für ein sicheres Miteinander in der Feuerwehr

DFV legt Fachempfehlung zur Prävention sexualisierter Belästigung vor

Berlin – Die kürzlich veröffentlichte Fachempfehlung „Gemeinsam Stark: Prävention von sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt (sDBG)“ des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) richtet sich an Führungskräfte in allen Ebenen und bietet konkrete Module, um ein sicheres und respektvolles Umfeld in den Feuerwehren zu schaffen.

Symbolfoto: Michael Rüffer

 

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„Prävention ist eine wichtige, aber auch keine leichte Führungsaufgabe. Führungskräfte müssen Haltung zeigen, klare Regeln vorgeben und mit gutem Beispiel vorangehen – auch dann, wenn es unbequem ist“, betont DFV-Vizepräsident Axel Schuh.

Die zwölfseitige Fachempfehlung gliedert sich in sechs Module:

  1. Projektrahmenplanung – Im ersten Schritt geht es um die Organisation: Wer übernimmt die Leitung, wie wird eine Projektgruppe gebildet, welche Ziele sollen erreicht werden und welches Budget steht zur Verfügung? Auch interne und externe Kommunikation sowie ein langfristiges Nachhaltigkeitsmanagement sind Teil dieses Moduls.
  2. Ist-Analyse – Eine ehrliche Bestandsaufnahme hilft, mögliche Probleme früh zu erkennen. Dazu zählen anonyme Befragungen in der Feuerwehr, die Auswertung von Beschwerden oder Disziplinarmaßnahmen sowie die Analyse von potenziellen Konfliktfeldern wie Umkleiden, Duschen oder Schlafräumen.
  3. Feuerwehr 2.0 – Hier geht es um die Wertearbeit. Respekt, Grenzen und ein klarer Verhaltenskodex werden gemeinsam im Team festgelegt. Eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Diskriminierung soll verbindlich werden.
  4. Maßnahmenkatalog – Die Empfehlung nennt konkrete Schritte für die Praxis: Schulungen, Workshops und E-Learning-Angebote, die Einbindung von Fachkräften oder Gleichstellungsbeauftragten sowie die Nutzung von Informationsmaterialien wie Flyern oder Postern.
  5. Interventionsleitfaden – Kommt es doch zu einem Vorfall, liefert dieser Leitfaden Führungskräften eine klare Handlungsanweisung: von der ersten Ansprache über Dokumentation bis hin zu weiteren Schritten wie der Einbindung von Meldestellen oder Beratungsstellen.
  6. Evaluation und Nachhaltigkeit – Damit Prävention kein einmaliges Projekt bleibt, sieht das letzte Modul regelmäßige Überprüfungen vor. Inhalte sollen angepasst, Schulungen wiederholt und Fortschritte gemessen werden, um langfristig eine Kultur des Respekts zu verankern.
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Unterstützung für Betroffene

Ergänzend zur Fachempfehlung hat der DFV eine Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt (sDBG) eingerichtet. Diese bietet vertrauliche Beratung und vermittelt bei Bedarf an weitere Hilfsangebote wie den Weißen Ring oder bundesweite Hotlines weiter. Zudem stellt der Arbeitskreis Fairness im Fokus Materialien wie Präsentationen, Interventionsleitfäden und spezielle Tools für Freiwillige, Berufs- und Werkfeuerwehren bereit.

Bedeutung für die Feuerwehren

Birgit Kill betont, dass ein wertschätzender und rechtskonformer Umgang heute unabdingbar sei. Mit der Fachempfehlung stelle der DFV Führungskräften eine Unterstützung für eine zeitgemäße und zukunftsfähige Menschenführung bereit. Ziel sei eine Feuerwehr, in der Vielfalt als Stärke begriffen wird und sich alle Mitglieder sicher fühlen können.

>> Die Fachempfehlung steht hier zum Download bereit.

>> Weitere Informationen und Materialien sind beim Arbeitskreis Fairness im Fokus zu finden.

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