Warum es ohne hauptamtliche Kräfte klappt

Das Motivationsprogramm der FF Wetter (Ruhr)

Wetter (Ruhr) –  Für alle Städte mit mehr als 25.000 Einwohnern ist in Nordrhein-Westfalen eine Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften vorgeschrieben. Für die FF Wetter (Ruhr) gibt es eine Ausnahmegenehmigung. Wir haben uns angeschaut, wieso alle aktiven Feuerwehrleute ein spezielles Sparkonto besitzen und dadurch zusätzlich motiviert werden. 

Coronabedingt durften zum Gruppenfoto nur einige Aktive der FF Wetter antreten. Aber die Feuerwehr ist personell wirklich gut aufgestellt. Foto: Fichte

Dass die FF Wetter (Ruhr) ohne hauptamtliche Kräfte auskommt, verdankt sie einer Ausnahmeregelung der zuständigen Bezirksregierung. Dafür müssen der Brandschutz und die Hilfeleistung in der Kommune auch ohne beamtete Feuerwehrleute gewährleistet sein. Grundlagen für die Erteilung einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung sind ein gültiger Brandschutzbedarfsplan sowie eine nachvollziehbare Begründung, warum der Brandschutz ohne qualitative Abstriche ausschließlich mit Freiwilligen gewährleistet ist. Sie wird für 5 Jahre erteilt und ist zurzeit bis 31. Dezember 2022 befristet. „Bei der für 2022 anstehenden Neufassung des Brandschutzbedarfsplanes soll die Ausnahmegenehmigung erneut beantragt werden“, erklärt Stadtbrandinspektor (StBI) Ralf Tonetti. Schließlich erspare sie der Stadt Wetter (Ruhr) jährlich mehrere Millionen Euro. „Wir wissen bei einem Einsatz vorher zwar nie, wie viel Personal zur Verfügung steht“, räumt Tonetti ein, „aber bisher hatten wir nie personelle Engpässe bei Einsätzen.“ Die Bezirksregierung prüft anhand des jeweiligen Brandschutzbedarfsplanes ob die Ausnahmegenehmigung weiter gewährt werden kann.

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Um die Einsatzmotivation dauerhaft aufrecht zu erhalten und weiter zu fördern, hat die FF Wetter (Ruhr) ein Belohnungssystem für ihre Aktiven ins Leben gerufen. „Die Vergangenheit hatte gezeigt, dass die dauerhafte Motivation der Einsatzkräfte im Laufe ihres Feuerwehrlebens immer weiter nachließ. Also musste die Leitung der Feuerwehr etwas tun, um die Teilnahme an Veranstaltungen, Diensten oder unbeliebten Einsätzen (wie Ölspurbeseitigungen) attraktiver zu gestalten“, berichtet Pressesprecher Patric Poblotzki. So führte die FF am 1. Januar 2015 ein Ehrenamts-Punktesparbuch ein.

Fahrzeuge und Wache der Einheit FF Alt-Wetter. Es handelt sich dabei um die größte der fünf Löscheinheiten im Stadtgebiet. Foto: Fichte

 „Seitdem erfassen wir jede aktive Teilnahme an Einsätzen und Diensten über ein Punktesystem“, erklärt Poblotzki, „anhand dessen wir zurzeit jährlich 15.000 Euro anteilig an die Aktiven verteilen.“ Die Summe stellt die Stadt zur Förderung des Ehrenamts zur Verfügung. „Engagierte Kameraden oder Kameradinnen haben dadurch schon gut 300 Euro Prämie erhalten“, sagt Poblotzki.

Hierfür führt jeder aktive Feuerwehrangehörige eigenverantwortlich eine Karteikarte. Darauf trägt er jede geleistete Tätigkeit ein und lässt diese vom jeweiligen Zug- beziehungsweise Gruppenführer oder dessen Stellvertretung gegenzeichnen. Am Ende eines Kalenderjahrs werden alle Karteikarten an die Wehrleitung übergeben und die insgesamt erreichte Punktzahl der Stadtverwaltung mitgeteilt. Dort wird der jährliche Auszahlungsbetrag durch die Gesamtpunktzahl geteilt und so ein Punktwert errechnet. Dieser wird mit den jeweils erreichten Punkten der einzelnen Feuerwehrangehörigen multipliziert und der so ermittelte Betrag auf die jeweiligen Konten der Feuerwehrangehörigen überwiesen.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Schon spannend wie es der Stadt gelingt mit nur € 15000 Millionen einzusparen. Warum nicht zumindest € 150000. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die €300 im Jahr die Motivation sind sich aus- und weiterzubilden und bei Wind und Wetter, Tag und Nacht in den Einsatz zu gehen. Die Motivation steckt in den FA! Neue Mitglieder wird man mit diesem Punktesystem und der mageren Ausbeute jedenfalls nicht gewinnen.

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