Einsatzbericht Hitzeschlacht

Brand von 1.000 Rundballen verursacht Futterknappheit auf Biohof

Krukow (SH) – Auf einem Biohof in Krukow (Kreis Herzogtum Lauenburg) brennen 1.000 Rundballen Stroh, Heu und Silage. 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DLRG und THW sind 5 Tage lang im Einsatz. Hochsommerliche Temperaturen bis 35 Grad Celsius setzen den Helfern stark zu.

Der Erdmannshof in Krukow ist ein Biobauernhof, für den strenge Anforderungen gelten. Der durch das Großfeuer zerstörte Erntevorrat stellt die Betreiber vor große Herausforderungen. “Eigentlich standen wir mit unserem Futtervorrat ganz gut da und wollten das frühe Ende der Ernte in diesem Jahr nutzen, um neues Grünland einzusäen”, berichtet Biobauer Erdmann Voß.

Einsatzbericht
Feuerwehrleute löschen den Brand oben auf den Rundballen stehend. Foto: Timo Jann

Doch jetzt muss er zusehen, wie er an Futter für die Tiere kommt. Weil der Erdmannshof ein zertifizierter Biohof (Demeter) ist, darf nur Biofutter eingesetzt werden. “Weil es dieses Jahr so unglaublich trocken ist, haben viele Landwirte mit Kühen ein Problem, an Heu zu kommen. Bei uns hat es sich jetzt durch den Verlust, den das Feuer ausgelöst hat, massiv verschärft”, sagt Voß. Zwar sind die Rundballen versichert, doch es ist schwer, Ersatz zu bekommen.

300 Ballen hatte er zum Glück noch auf einem Feld bei Kollow liegen. 6 Hektar Sommergerste konnte er einfahren und bei Buchhorst 12 Hektar Extensivierungsfläche mähen. “Es gibt Futterbörsen, auf denen ich mich umsehe und versuche, noch etwas zu bekommen”, erklärt Voß. Bei Rostock hatte er 200 Ballen zugekauft. “Da kommt dann aber die Transportproblematik hinzu. Das ist ja eine Strecke, die ich nicht mit dem Traktor samt Anhänger zurücklegen kann.” Ein Lkw-Fahrer aus Lauenburg bot Hilfe an. Die Kraftstoffkosten konnte Voß dank einer ins Leben gerufenen Spendensammlung aufbringen.

Eine Folge des Futter-Notstands war, dass auf dem Erdmannshof früher als geplant Tiere geschlachtet werden mussten. “Die Kühe brauchen jetzt das beste Futter. Bei den anderen Tieren müssen wir halt gucken, welche wir noch versorgt bekommen”, erklärt Voß. Aufgrund der wochenlangen Hitze hatten die Kühe etwa 20 Prozent weniger Milch als üblich gegeben, eine weitere Reduzierung durch schlechtes Futter würde zu Engpässen in der Käserei führen.

Den gesamten Einsatzbericht könnt Ihr im Feuerwehr-Magazin 10/2018 lesen. [6145]

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