Feuerwehr und Port Authority nutzen Mehrzweckschiffe gemeinsam

Zwei neue Löschboote für Hamburg

Hamburg – Seit Mittwoch wacht die Besatzung des Lösch- und Mehrzweckbootes „Prag“ mit über die Sicherheit im Hamburger Hafen. Die Feuerwehr stellte den von Damen Shipyards bereits im Sommer 2021 gelieferten Neubau jetzt in Dienst. Zuvor waren intensive Ausbildungen erfolgt. „Wir haben hier einen Quantensprung von 40 Jahren Schiffs- und Löschtechnik hingelegt“, sagte Jan Ole Unger, Sprecher der Hamburger Feuerwehr, dem Feuerwehr-Magazin. Die „Branddirektor Krüger“ (Baujahr 1982) und die „Oberspritzenmeister Repsold“ (Baujahr 1985) wurden dafür außer Dienst genommen.

Von Timo Jann

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Das Lösch- und Mehrzweckboot „Prag“ ist eines von zwei neuen baugleichen Einsatzfahrzeugen, welche die BF Hamburg ab sofort für den Brandschutz und die Hilfeleistung im Hamburger Hafen nutzen kann. (Bild: Timo Jann)

Eigentlich sollte bereits am Montag das mit der „Prag“ baugleiche Schiff „Dresden“ in Dienst gestellt werden. Doch ein Defekt ließ über das Wochenende am Liegeplatz im Harburger Binnenhafen große Mengen Dieselkraftstoff in die Bilge laufen, außerdem hatte die Landstromanlage es nicht geschafft, die Akkus zu laden. Die „Dresden“ rührte sich nicht vom Fleck. „Da zeigt sich, wie gut es ist, zwei Schiffe vorzuhalten“, so Wolfgang Knupper von der Flotte Hamburg. Für beide Schiffe hatte die Flotte Hamburg, die Hamburgs Behördenschiffe betreibt, rund 20 Millionen Euro an Damen Shipyards überwiesen. Laut Knupper war eine Phase der Landstromanlage ausgefallen, so konnte der Strom für den Schiffsbetrieb nicht erfolgen. Schließlich war das Bordnetz leer. Hintergrund, so Knupper. Ein Generator, der hätte automatisch anspringen sollen, sei nicht angesprungen. Die Akkus für den rein elektrisch möglichen Fahrbetrieb hatte dieser Ausfall nicht getroffen.

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„Im Zuge der Ausbildung haben unsere Besatzungen sämtliche Manöver intensiv trainiert und die Vorzüge der neuen Technik kennengelernt. Entsprechend groß ist die Freude über die neuen Schiffe“, so Unger. Eines der Lösch- und Mehrzweckschiffe besetzt die Feuerwehr dauerhaft, das zweite Schiff steht der Hamburg Port Authority (HPA) zur Verfügung und kann von der Feuerwehr bei Bedarf angefordert werden. An Deck stehen Container mit der Ausrüstung zur Brandbekämpfung und Verletztenversorgung. Monitore an Bord können Löschwasser bis zu 110 Meter hoch und 180 Meter weit spritzen. Pro Minute fördern die Pumpen bis 110.000 Liter – bei den ausgemusterten Einheiten waren es 12.000 Liter pro Minute. „Durch die neue Antriebstechnik ist es dem Schiffsführer möglich, die neuen Löschboote gegen Wind, Strömung und Wasserdruck wie in Beton gegossen an der Position zu halten“, erklärt Unger. Dazu tragen zwei um 360 Grad drehbare Schottel-Propeller und ein Bugstrahlruder bei.

Die beiden alten Schiffe wird Flotte Hamburg über die Verwertungsplattform des Bundes unter www.vebeg.de anbieten, sobald die Feuerwehr ihre Ausrüstung abgetakelt hat. Der Höchstbietende bekommt dort den Zuschlag. Mit der 43 Meter langen und 2018 in Dienst gestellten „Branddirektor Westphal“ steht weiterhin auch Europas größtes Löschboot für Einsätze im Hamburger Hafen bereit (siehe auch Feuerwehr-Magazin 2/2019). Es ist aber so groß und hoch, dass es nicht durch Schleusen und unter Brücken hindurch in die Kanäle gelangen kann. Dort soll das Revier der „Prag“ und der „Dresden“ liegen, die im Wechsel von der Löschboot-Station Kehrwiederspitze eingesetzt werden. Die „Branddirektor Westphal“ liegt an der Schlepperstation Neumühlen.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Moin Andi, du fragst natürlich vollkommen zurecht, warum der Ausfall nicht überwacht wird. Natürlich ist vorgesehen, diese modernen Schiffe vollständig live zu überwachen. Leider wird das zugehörige Kommunikationssystem erst in ein paar Tagen installiert. Ab dann laufen, wie im übrigen für alle Schiffe der Flotte Hamburg, kritische Systemmeldungen Tag und Nacht bei der Rufbereitschaft der Flotte Hamburg auf. Vg Christof Sacher

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  2. Moin Andi.
    Mit dem Quantensprung meint Jan Ole Unger natürlich die Schiffs- und Löschtechnik, nicht den Defekt in der Landstromanlage.
    Damen Shipyards ist ein niederländisches Schiffbauunternehmen.
    10 Millionen Euro pro Stück sind ein realistischer Preis für Arbeitsboote dieser Größe (35,50 Meter). Zum Vergleich: Ein Seenotrettungskreuzer der DGzRS der 28-Meter-Klasse kostet 10 bis 11 Millionen Euro.
    Schöne Grüße aus der Redaktion. Sven

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  3. Quantensprung von 40 Jahren aber die Bilge läuft mit Dieselöl voll, die Spannungsversorgung für die Akkuladung ist nicht gewährleistet weil eine Phase fehlt und dies nich erfasst wird?
    Wer oder was ist Damen Shipyards?
    Beide Boote kosten 20 Millionen Euro?

    Das kann nur ein verspäteter Aprilscherz sein……….

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