GW-L1 | Iveco Daily 72-180/Roth

Wie aus einem KdoW ein GW-L1 wurde

Wilhermsdorf (BY) – Am Anfang stand eigentlich die Tatsache, dass der in die Jahre gekommene KdoW der FF Wilhermsdorf (Kreis Fürth) ersetzt werden musste. Einfach einen Nachfolger zu beschaffen, war in den Augen der Verantwortlichen aber nicht die wirklich beste Option. „Wir haben daher überlegt, durch welches Fahrzeug wir unseren Fuhrpark optimiere können“, sag Karlheinz Behrends, Kommandant der Feuerwehr.

GW-L1 der FF Markt Wilhermsdorf, Bayern
Auf einem Iveco Daily 72-180 erhielt die FF Wilhermsdorf einen GW-L1. Den Aufbau fertigte die Firma Roth aus Feucht. (Bild: A. Müller)

Da neben zwei Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugen (HLF) noch ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) zum Fuhrpark gehört, fiel die Entscheidung, dieses durch kleinere Veränderungen – unter anderem Anpassen der Ausrüstung – zum Führungsfahrzeug zu machen. Denn in Wilhelmsdorf gab es einige Gerätschaften, die im Gerätehaus vorgehalten wurden, aber bis dato keinen festen Platz mehr auf einem der vorhandenen Fahrzeuge gefunden hatten. Daher war es naheliegend, statt eines KdoW als neues Fahrzeug lieber einen GW-L1 zu beschaffen.

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Der Auftrag für den Aufbau ging nicht an einen der größeren Hersteller, sondern blieb in der Region. Die Firma Karosseriebau Roth aus Feucht in der Nähe von Nürnberg fertigte den Aufbau in einer Ausführung mit Pritsche und Plane an den Seiten sowie einem festen Dach. Die seitlichen Planen können nach vorne oder hinten geschoben werden. Dabei wird das untere Drittel der Seiten von klappbaren Bordwänden verschlossen. „So ist es möglich, den GW-L1 mittels Gabelstapler von der Seite aus zu be- und entladen“, erklärt Kommandant Behrends. In der Regel wird die Ausrüstung aber vom Heck aus entnommen. Hierfür besitzt der Gerätewagen eine Ladebordwand von Dautel. Diese hat eine maximale Hublast von 1.000 Kilogramm.

Aufbaudetails des GW-L1
Im unteren Drittel des Aufbaus besitzt der Gerätewagen Bordwände. Die oberen zwei Drittel können mit einer Plane verschlossen werden, die sich nach hinten oder vorn schieben lässt. (Bild: A. Müller)

Im Aufbau steht eine Ladehöhe von 2.200 Millimetern zu Verfügung. Neben vier Rollwagen ist an der Stirnseite ein Regal angebracht. Hier sind vier Chemikalienschutzanzüge (CSA) und zwei Boxen mit Einsatzkleidung zum Wechseln verstaut. Auf vier Rollwagen sind Schlauchmaterial, Gerätschaften zur Ölspurbeseitigung und für einen Dekon-Platz verlastet. Pylonen und Gerätschaften haben ihren Platz unterhalb vom Aufbau und im Unterflurkasten auf der rechten Seite. Links befindet sich im Kasten unter dem Aufbau ein Feuerlöscher.

Anbau am Feuerwehrhaus mit Stellplatz für den GW-L1.
Damit das Fahrzeug nicht im Freien steht, baute die Feuerwehr hinten am Gerätehaus einen Anbau mit einem zusätzlichen Stellplatz. (Bild: A. Müller)

Das Fahrgestell stammt von Iveco. Der Daily 70-180 besitzt ein automatisches Getriebe. Sein Motor hat eine Leistung von rund 180 PS bei einem Hubraum von 2.998 cm³. Bei einem Leergewicht von 4.320 Kilogramm laut Fahrzeugschein und einer zulässigen Gesamtmasse von 7.200 Kilogramm verfügt der GW-L1 über eine mögliche Zuladung von 2.880 Kilogramm. Im Fahrzeug wurde ein Firemanager-Tablet verbaut. Mit diesem können Navigation, Internet-/Datenbankrecherche und die Alarmierung mit einem Alamos-System erfolgen. Als Zugvorrichtungen besitzt der GW-L1 eine Kugelkopf- und eine Maulkupplung. So kann unter anderen die 100-kVA-Netzersatzanlage gezogen werden, die in Wilhermsdorf vorgehalten wird.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mit ca 120.000 € – 150.000 € musst du dabei rechnen.

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  2. Hallo,
    Bei uns steht eine ähnliche Beschaffung an, da wir einen VW Caddy ersetzen werden. Was hat der GW-L gekostet? Vielen Dank vorab.
    Gruß Stefan

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