Berlin – Am 10. September 2026 findet der nächste Bundesweite Warntag statt. Bereits vorher können Besitzer geeigneter DAB+-Radios die neue Warnfunktion Automatic Safety Alert (ASA) selbst testen. Das System soll den bestehenden Warnmittelmix aus Cell Broadcast, Sirenen und Apps ergänzen und Sicherheitsmeldungen auch dann verbreiten, wenn Mobilfunk- oder Internetverbindungen unterbrochen sind.
Automatic Safety Alert (ASA) soll Warnmeldungen künftig auch über DAB+-Radios verbreiten. Das System ergänzt den Warnmittelmix aus Cell Broadcast, Sirenen und Apps und funktioniert auch bei unterbrochenen Mobilfunk- oder Internetverbindungen. (Bild: Digitalradio Büro Deutschland)
Beim Bundesweiten Warntag verschickt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ab 11 Uhr eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem (MoWaS). Angeschlossene Warnmultiplikatoren geben sie unter anderem an Rundfunk, Warn-Apps und weitere Endgeräte weiter. Parallel können Länder und Kommunen verfügbare Warnmittel wie Sirenen oder Lautsprecherwagen auslösen. Vielerorts sind dafür die Feuerwehren zuständig. Um 11:45 Uhr ist die Entwarnung vorgesehen.
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Mit ASA soll ein weiterer Kanal hinzukommen. Die Einführungsphase für den bundesweiten Regelbetrieb unter der Service-Kennung „ASA DE“ ist für September beziehungsweise Herbst 2026 vorgesehen. Mehr als 35 Radiomodelle sind nach Angaben des Digitalradio Büros Deutschland bereits für ASA zertifiziert. Entsprechende Geräte sind am ASA-Gütesiegel auf dem Radio oder der Verpackung zu erkennen.
ASA-Radio wacht für Warnmeldung aus Standby auf
Eine wesentliche Funktion von ASA ist die automatische Aktivierung des Empfangsgeräts. Ein entsprechend eingerichtetes Radio kann im Standby auf eine Warnung reagieren und auf das Programm mit der Sicherheitsmeldung wechseln. Die Warnungen lassen sich zudem regional auf den jeweiligen Standort begrenzen.
Beim Bundesweiten Warntag 2025 wurde ASA erstmals mit serienmäßig zertifizierten Geräten erprobt. Dabei wurden unter anderem das automatische Aufwachen aus dem Standby und die regionale Zuordnung getestet. Nach Angaben des Digitalradio Büros Deutschland zeigten sich in einzelnen Fällen noch Optimierungsmöglichkeiten beim Zusammenspiel von Geräteeinrichtung und Übertragungsinfrastruktur.
Der zusätzliche Übertragungsweg fügt sich in das Prinzip ein, Warnungen parallel über unterschiedliche Kanäle zu verbreiten. Wie wichtig dieser Warnmix ist, zeigen auch die vorläufigen Ergebnisse der BBK-Befragung zum Warntag 2025: 97 Prozent der Teilnehmenden gaben an, mindestens eine Warnung erhalten zu haben. 75 Prozent wurden über Cell Broadcast und 66 Prozent über Sirenen erreicht.
PDF-Download: Download: Zappenduster- Vorbereiten auf den Blackout
Zappenduster: Dieses E-Dossier zeigt, wie sich Feuerwehren auf einen länger andauernden Stromausfall vorbereiten können – von Notstrom über Kommunikation bis zur Notrufannahme.
Für einen Funktionstest stellt das Digitalradio Büro Deutschland einen bundesweit einheitlichen Standortcode bereit:
1253-3513-3668
Dieser Code wird im ASA-fähigen Radio hinterlegt. Die Testmeldung wird über die erste nationale DAB+-Programmplattform „DR Deutschland“ ausgestrahlt und kann exemplarisch über den Deutschlandfunk-Kanal „Dokumente und Debatten“ (DokDeb) empfangen werden.
Tagsüber wiederholt sich der Test alle fünf Minuten und dauert jeweils 30 Sekunden. Ein korrekt eingerichtetes Gerät wacht dabei aus dem Standby auf, schaltet auf DokDeb und kehrt anschließend wieder in den Standby-Modus zurück. Eine Anleitung zum Funktionstest stellt das Digitalradio Büro Deutschland online bereit.
Nach dem Test muss der persönliche Standortcode zurück ins Radio
Nach einem erfolgreichen Funktionstest ist ein weiterer Schritt erforderlich: Der allgemeine Testcode muss wieder durch den persönlichen Standortcode ersetzt werden. Nur damit kann das Gerät anschließend die für den eigenen Standort bestimmten Sicherheitsmeldungen zuordnen.
Der zwölfstellige Code für eine Hausadresse lässt sich unter www.asa.radio anhand von Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort ermitteln.
Wer mit einem ASA-Radio am Bundesweiten Warntag am 10. September teilnehmen möchte, kann damit bereits vorher prüfen, ob die Warnfunktion am eigenen Gerät grundsätzlich arbeitet.
Damit bleibt die Warnung der Bevölkerung auch mit einem zusätzlichen DAB+-Kanal ein Zusammenspiel verschiedener Systeme: MoWaS, Rundfunk, Cell Broadcast, Warn-Apps, Sirenen und weitere kommunale Warnmittel sollen sich gegenseitig ergänzen.